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Göttingen Aus 2 mach 3: Sonntag beginnt die Sommerzeit
Die Region Göttingen Aus 2 mach 3: Sonntag beginnt die Sommerzeit
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11:28 28.10.2009
Eigentlich ist es schon 3.46 Uhr: Die Zeitumstellung widerspricht der inneren Uhr der Menschen.
Eigentlich ist es schon 3.46 Uhr: Die Zeitumstellung widerspricht der inneren Uhr der Menschen. Quelle: ddp
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Einigen Menschen schlägt die Zeitumstellung auf ihr Herz. „Laut einer schwedischen Studie nehmen die Herzinfarkte an den ersten Tagen nach der Zeitumstellung zu“, sagt Professor Christoph Herrmann-Lingen, Leiter der Abteilung Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universitätsmedizin Göttingen. Die biologische Uhr des Menschen werde bei der Umstellung durcheinander gebracht. „Und ein Leben gegen die innere Uhr bedeutet Stress für den Körper,“ stellt Herrmann-Lingen fest. Dieser entsteht, wenn der Wecker klingelt, obwohl der Körper noch nicht mit dem natürlichen Aufweckprozesse begonnen hat. Der Stress könnte dann Infektionen oder bei labilen Menschen auch Herzinfarkte begünstigen.

Zudem litten viele Menschen nach der Umstellung auf Sommerzeit an Schlafmangel, da sie noch zur gewohnten Zeit müde werden, aber früher aufstehen müssen. Lebensbedrohende Auswirkungen seien jedoch Einzelfälle. „Ein gesunder Mensch könnte sich ein paar Tage schlapp fühlen, doch dann hat sich sein Körper an die neue Zeit gewöhnt“, erklärt Herrmann-Lingen. Er rät, sich abends zu entspannen, genug zu schlafen und morgens den Kreislauf anzuregen.

Die Idee für die Zeitumstellung hatte 1764 der Amerikaner Benjamin Franklin. Er schlug vor, die Menschen im Sommer eine Stunde früher zu wecken. Dann wären sie abends müder und würden weniger Kerzen verbrauchen. 1975 beschlossen die meisten Länder der Europäischen Gemeinschaft infolge der Ölkrise 1973, die Sommerzeit einzuführen. 1980 folgten Bundesrepublik und DDR. Seitdem wird am letzten Wochenende im März die Uhr um eine Stunde vorgestellt.

Sommerzeit keine Sparzeit

„Abends wird das Licht zwar erst später eingeschaltet, dafür morgens von vielen noch die Heizung angestellt. Zudem wird nur knapp zwei Prozent der Energie im Haushalt für Licht verwendet“, sagt René Schneider, Pressesprecher vom Stromanbieter Eon Mitte. Deshalb bleibe der erhoffte Energiespareffekt auch aus. Fazit: Die Zeitumstellung entlastet nicht den Geldbeutel, vielmehr belastet sie den Körper.

Von Corinna Berghahn

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