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Göttingen Aus JT wird Neues Junges Theater
Die Region Göttingen Aus JT wird Neues Junges Theater
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20:20 18.11.2010
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Dazu soll laut Gläubigerbeschluss das Vermögen des Jungen Theaters auf die in Gründung befindliche Unternehmergesellschaft (UG) Neues Junges Theater Göttingen übergehen. Bei der Gesellschaftsform UG handelt es sich um eine seit 2008 im Gesellschaftsrecht ermöglichte so genannte Mini-GmbH, also eine abgewandelte Gesellschaft mit beschränkter Haftung, deren haftendes Kapital anders als bei der normalen GmbH nicht 25 000, sondern lediglich einen Euro beträgt. Noch ist die neue UG im Handelsregister nicht eingetragen. Die Gründung wird jedoch laut Auskunft eines Amtsgerichtssprechers vom Förderverein betrieben.

Insolvenzverwalter Burkhard Wegener berichtete gestern in der nichtöffentlichen Gläubigerversammlung darüber, welche Schwierigkeiten die Komplettierung der seit Jahren unvollständigen Buchführung bereitet. Die Nachbuchungen für die Jahre 2009 und 2010 seien inzwischen erledigt; die Jahre 2007 und 2008 müssten aber noch vervollständigt werden. Wegen des Fehlverhaltens der Buchhalterin habe er sich entschlossen, eine Schadensersatzforderung gegen sie geltend zu machen. Geprüft werde noch, ob auch gegen Geschäftsführer Andreas Döring und die Aufsichtsratsmitglieder wegen Vernachlässigung ihrer Aufsichtspflicht Schadensersatz geltend gemacht werde. Das Amtsgericht beziffert die Zahl der Gläubiger des JT auf 60, die Summe ihrer Forderungen belaufe sich auf rund 3,4 Millionen Euro.

Gestern Abend wurde auch der Kulturausschuss des Rates der Stadt Göttingen über die neuen Entwicklungen informiert. Elke Bartussek, Vorsitzende des Fördervereins des Jungen Theaters, sagte, dass die Anmeldung der neuen UG vorgestern erfolgt sei. Nächster Schritt sei es nun, bei der Stadt einen neuen Zuwendungsvertrag zu beantragen. Wichtig sei in Zukunft vor allem, Geschäftsführung und Intendanz strikt zu trennen und den Aufsichtsrat „noch mehr in die Pflicht“ zu nehmen. Zudem müsse es mehr „kaufmännischen Sachverstand“ im Aufsichtsrat geben. Daher werde der Förderverein, der zwei Mitglieder des neuen Aufsichtsrats stellt, einen Wirtschaftsprüfer in das Gremium entsenden. Hinzu kommen drei Mitglieder der Stadt, eines vom Landkreis und eines vom Betriebsrat. Der Jahresabschluss müsse ferner einem externen Wirtschaftsprüfer vorgelegt werden, sagte Bartussek.

Über den Zuwendungsvertrag mit der neuen UG müsse der Rat nun entscheiden, sagte Kulturdezernentin Dagmar Schlapeit-Beck. Er werde voraussichtlich vorerst für ein Jahr abgeschlossen. Ende 2011 müsse man dann erneut verhandeln.

ck/afu