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Die Region Göttingen Göttingen bekommt neue Carsharing-Angebote
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00:21 02.03.2019
Carsharing-App für Grünes Auto Göttingen.
Carsharing-App für Grünes Auto Göttingen. Quelle: Niklas Richter
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Göttingen

1,25 Carsharing-Fahrzeuge kommen in Göttingen auf 1000 Einwohner. Das hat der Bundesverband Carsharing im vergangenen Jahr ermittelt. Im bundesweiten Vergleich schafft es Göttingen damit auf Platz sieben des Rankings. Doch es sollen noch mehr Angebote werden. Dafür hat der Fachbereich Planung, Bauordnung und Vermessung einen Masterplan entwickelt und dem Ausschuss vorgestellt.

Vier Bereiche hat der Fachdienst herausgestellt. Der langfristige Ausbau der Abholstationen als auch deren Sichtbarkeit sollten berücksichtigt werden. Regelmäßige Gesprächstermine sollen den Austausch zwischen den Anbietern und der Verwaltung verbessern. Die Verknüpfung von Carsharing mit anderen Verkehrsarten soll in den Fokus gerückt werden, und über den Umgang mit Nutzungsgebühren müsse entschieden werden.

Gebühren oder Verzicht?

Drei Szenarien stellte der Fachdienst zum weiteren Vorgehen vor. Politik und Verwaltung könnten sich zurücklehnen, weil sich das Carsharing weiterhin positiv entwickeln werde. Sie könnten diese Entwicklung auch befördern, ohne auf die Gebühren zu verzichten, die pro Jahr etwa 24000 Euro einbrächten. Allerdings könnte die Verwaltung auch auf die Sondernutzungs- und Parkgebühren verzichten, so die Vorschläge der Verwaltung, die das zweite Szenario empfiehlt, also das Beibehalten der Gebühren.

„Uns geht das nicht weit genug“, sagte Boris Hillmann, Geschäftsführer von Your Car Göttingen. So seien beispielsweise die Parkgebühren für die sogenannten Free-Floater, also diese Fahrzeuge, die nicht an festgelegten Plätzen abgestellt und aufgenommen werden müssten, seien 2018 von 10 auf 15 Euro. Er sieht ein Missverhältnis, da private Autofahrer deutlich weniger zahlen müssten. Dabei setzte er sich für eine Abschaffung der Gebühren ein, da Carsharing einen Beitrag leiste zum Erreichen der Klimaziele.

„Carsharing ist keine Goldgrube“

Andreas Schmidt von Grünes Auto Göttingen erklärte, ein Wagen müsse mindestens 650 Euro pro Monat erwirtschaften. Auf dem Hagenberg seien beim Test gerade einmal 30 Euro zusammengekommen. Er forderte eine Verlängerung der Testphasen neuer Plätze auf mindestens zwei Jahre. Und Christian Feuerhake, Geschäftsführer von Stadt-Teil-Auto, meinte: „Carsharing ist keine Goldgrube.“ Neue Gebiete müssten erforscht werden. So könnte das Angebot beispielsweise auf Bovenden erweitert werden. „Das lässt sich steuern“, sagte er. Die Frage sei, ob die Stadt steuern oder wirtschaften wolle.“

Ausschussmitglied Katharina Schüle-Rennschuh (CDU) meinte dazu: „Politik kann vernünftiges Verhalten belohnen.“ Wenn Carsharing in unattraktiven Randgebieten angeboten werden soll, müsse das unterstützt werden. Daher könne die CDU dem von der Stadtverwaltung favorisierten Szenario nicht zustimmen.

Unterschiedliche Konzepte

Mehr als 130 Fahrzeuge stellen die drei lokalen Anbieter mit ihren unterschiedlichen Konzepten zur Verfügung. Ein Viertel der Wagen fährt mit Erdgas, das die Stadtwerke Göttingen herstellen. Nur ein kleiner Teil wird elektrisch angetrieben. Ein Großteil der Flotten verfügt über herkömmliche Verbrennungsmotoren. Erweitert wird das Angebot durch Flinkster, das Carsharing-Angebot der Deutsche Bahn. Die beste Abdeckung hat der Fachdienst im erweiterten Innenstadtbereich ausgemacht. Unterdeckung gebe es in den Ortsteilen.

Von Peter Krüger-Lenz

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