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Göttingen Ausstellung von Krippen aus aller Welt in Göttingen
Die Region Göttingen Ausstellung von Krippen aus aller Welt in Göttingen
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00:18 23.12.2017
Bettina Lattke führt durch die Krippenausstellung in der St. Johanniskirche.. Quelle: Arne Bänsch
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Göttingen

Zu Beginn fragte sie die zwölf Interessierten, was aus ihrer Sicht an Figuren in eine Weihnachtskrippe gehöre. Als Antwort erhielt sie, dass in einer Krippe das Jesus-Kind, Maria und Josef, Engel, Tiere und die Weisen aus dem Morgenland dazu gehörten. „Aber das Jesus-Kind kommt eigentlich erst am 24. Dezember, und die heiligen drei Könige am 6. Januar hinzu“, gab eine Besucherin zu bedenken. Lattke erklärte den Teilnehmern, dass eine Weihnachtskrippe eigentlich auch erst am 24. Dezember aufgestellt werde, und am Dreikönigstag dann die ankommenden Könige hinzugefügt würden. „Die Aufstellung der Krippen in der Adventszeit hat etwas mit der veränderten Wahrnehmung der Adventszeit zu tun“, sagte Lattke. Denn eigentlich sei die Adventszeit die Zeit für Buße und Besinnung gewesen. Die Krippen, die Ziehe, der auch in Duderstadt im historischen Rathaus und den beiden Kirchen St. Cyriakus und St. Servatius ausstellt, sind aus verschiedenen Materialien wie Holz, Ton, Keramik und Hartplastik hergestellt.

Unter dem Motto „60 Krippen aus vielen Ländern – eine Weihnachtswelt“ hat Wolfgang Ziehe in den vergangenen Wochen Krippen aus seiner Sammlung in St. Johannis ausgestellt.

Bei einer Weihnachtskrippe aus Myanmar ist das Jesus-Kind, nicht wie in Deutschland üblich als Baby dargestellt, sondern als ein bereits größeres Kind. Eine andere Krippe wiederum zeige durch ein als zerstört dargestelltes Element den historischen Zerfall des römischen Reiches. Um den Interessierten besser zeigen zu können, mit welcher Sorgfalt und Genauigkeit die einzelnen Figuren gearbeitet sind, ließ sie sie einzelne Figuren anfassen.

In Italien gebe es Krippen die 365 Figuren beinhalten. „In manchen Familien wird bis zum 31. Dezember jeden Tag eine Figur in die Krippe gestellt, bevor diese entnommen werden. Am 1. Januar des neuen Jahres wird dann von vorne begonnen“, berichtete Lattke. Bei der Gestaltung der Krippen gebe es verschiedene Varianten. Eine sei, dass die Krippe, ähnlich wie ein Flügelaltar, zwei Flügel zum Auf- und Zuklappen besitze. Diese Variante werde unter anderem in Südamerika verwendet, wo die Darstellung der Weihnachtsgeschichte auch dreistufig erfolge. „Außer den traditionellen Elementen gehören auch länderspezifischen Darstellungen wie Tanz und Musik dazu“, sagte Lattke. Aber auch in Italien seien Flügelkrippen keine Seltenheit. In der italienischen Variante die in St. Johannis zusehen war, sei die Verkündigung durch den Engel Gabriel an Maria, die Suche nach der Herberge, die Geburt des Jesuskindes und die Flucht nach Ägypten dargestellt.

Zwischenzeile: Krippen aus Holzstamm gearbeitet

„In Polen werden die Figuren für die Krippen groß und grob gearbeitet“, erklärte Lattke. Außerdem seien zum Teil auch russische Ikonen ein Gestaltungselement. In Paraguay hingegen gebe es Krippen, die aus einem Stück gefertigt werden. „In Afrika werden die Figuren oftmals in einem Stück auf einem Holzstamm gearbeitet“, berichtete Lattke. Eine Besonderheit, die ebenfalls in der diesjährigen Ausstellung zu sehen war, sind sogenannte Santons, kleine Heilige, die nach Angaben Lattkes besonders wertvoll und fein gearbeitet sind.

Ziehe hatte sich aber nicht nur entschieden, Krippen aus aller Welt zu zeigen, er stellte auch besondere Geschenke aus früheren Zeiten aus. „Oftmals haben die Familienväter über eine längere Zeit hinweg an den Holzspielzeugen wie einer Eisenbahn gearbeitet, damit diese zu Weihnachten fertig waren“, sagte Lattke. Das Papiertheater, das Ziehe aufgebaut hatte, habe es hingegen nur in reichen Familien gegeben. Ziehe selbst hat vor 15 Jahren mit dem Sammeln von Krippen angefangen und im Laufe seien es immer mehr geworden, sodass er jetzt mehrere Ausstellungen unter verschiedenen Schwerpunkten ausrichten könne. „Hier in St. Johannis war mir diesmal wichtig, dass die Krippen gut zur Geltung kommen und nicht so gedrängt stehen“, sagte der Krippen-Sammler.

Von Vera Wölk

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