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Göttingen Auszeichnung für Grundschule Friedland
Die Region Göttingen Auszeichnung für Grundschule Friedland
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19:54 08.09.2009
MPG-Ideen-Expo bei Sartorius: Lukas Heintz, Benedikt Schink, Christian Herfurth und Yvonne Schmoll (von links) und im Hintergrund Raphael Krupa und Patrick Engelhardt.
MPG-Ideen-Expo bei Sartorius: Lukas Heintz, Benedikt Schink, Christian Herfurth und Yvonne Schmoll (von links) und im Hintergrund Raphael Krupa und Patrick Engelhardt. Quelle: Mischke
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Die Grundschule Friedland erhielt die Auszeichnung für ihr Projekt „Bionischer Regenschirm“. Dabei haben die Schüler den Pflanzen ihren besonderen Regenschutz abgeschaut und daraus einen sturmsicheren Regenschirm entwickelt. Er ist in seiner Form einem Palmblatt nachempfunden.

Auf die Idee kamen die Schüler, weil ihre herkömmlichen Schirme bei Wind und Regen immer wieder kaputtgingen. Daher wollten sie einen neuen Schirm bauen, „stabil und beweglich wie Quallententakel“, sagt Corinna Beuermann-Kulp, Betreuerin des Projektes. Windstärke sechs hält der Schirm aus, wie ein Test im Windkanal des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) zeigt.

Ferngesteuerter Besen

120 Schulen aus ganz Niedersachsen haben sich an dem Wettbewerb beteiligt. Schüler aus vier Göttinger Schulen sind neben den Friedländern unter die letzten 21 gekommen und präsentieren sich auf der Ideen-Expo. So zeigen vier Schüler der Klasse 6f des Hainberggymnasiums in Göttingen, dass Not erfinderisch macht: Damit das Fegen der Klassenräume Spaß macht, entwickelten sie einen ferngesteuerten Besen. Zwei hintereinander montierte Besenköpfe werden mit zwei Motoren versehen und sollen so vollautomatisch für Sauberkeit im Klassenraum sorgen.

Das Max-Planck-Gymnasium Göttingen (MPG) befasst sich mit einem weniger praxisnahen Thema. Mit einer Gruppe von Schülern arbeitet Physiklehrer Jens Diese in Zusammenarbeit mit der Göttinger Firma Sartorius an dem so genannten „hydrodynamischen Paradoxon“. „Damit ist ein Phänomen gemeint, dass sich beobachten lässt, wenn Wind von außen mit einer bestimmten Geschwindigkeit gegen eine nach innen angekippte Fensterscheibe bläst: Das Fenster schließt sich“, erklärt Diese. Mit einem Gerät imitieren die Schüler diesen Effekt und versuchen, eine Formel für das Paradoxon zu finden.

Ebenfalls in Kooperation mit Sartorius versuchen zwei Oberstufenschüler des MPG, Lukas Heintz und Benedikt Schink, das Gewicht von Unterschriften zu ermitteln. „Rund 200 Stunden Arbeit waren für uns damit verbunden“, sagt Heintz. Sie programmieren die Software für eine Konstruktion von Sartorius, „die im Mikrogrammbereich misst“, sagt Ausbilder Jörg Spötter.

Mit künstlicher Intelligenz befassen sich Kinder der dritten und vierten Klassen der Godehard-Schule in Göttingen. In einer AG programmierten Schüler Algorythmen für Modellrennautos. Die Göttinger Firma Matrix Advanced Solutions hilft mit der technischen Hardware aus. „Es ist erstaunlich, wie die Kinder theoretische Konzepte relativ schnell begreifen“, sagt Martin Wiesenfeldt, Betreuer des Projektes. Ziel der Schüler sei es, mit Hilfe ihrer Programme Autos schnellst möglich durch eine Carrera-Rennbahn zu bringen, ohne dass die Autos aus der Bahn fliegen, sagt Björn Baumbach, Mitarbeiter bei der Firma Matrix.

Das Felix-Klein-Gymnasium Göttingen ist mit einem Schwimmroboter auf der Ideen-Expo vertreten, der nachts auf dem Göttinger Kiessee die Blaualgen wegfischen soll, die fast jedes Jahr entstehen.

Weitere Infos im Internet unter www.ideenexpo.de.

Von Robin Dyck