​Auszeit nach Corona: Wer hat Anspruch auf staatlich geförderten Urlaub?
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Göttingen Auszeit nach Corona-Stress: Wer hat Anspruch auf den staatlich geförderten Urlaub?
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​Auszeit nach Corona: Wer hat Anspruch auf staatlich geförderten Urlaub?

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06:00 07.10.2021
Endlich Erholung: Weil Familien mit kleinen Kindern es in der Corona-Pandemie besonders schwer haben, unterstützt der Bund einkommensschwache Familien mit einem vergünstigten Urlaub.
Endlich Erholung: Weil Familien mit kleinen Kindern es in der Corona-Pandemie besonders schwer haben, unterstützt der Bund einkommensschwache Familien mit einem vergünstigten Urlaub. Quelle: Benjamin Nolte
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Die Bundesregierung will mit einem Sonderprogramm Familien mit kleinen und mittleren Einkommen helfen, sich von den Pandemiebelastungen zu erholen. Seit Anfang Oktober können Berechtigte die Corona-Auszeit beantragen. Der Staat übernimmt dabei rund 90 Prozent der Kosten für einen Familienurlaub. Hier ein Überblick, welche Bedingungen dafür gelten:

Wer kann die Corona-Auszeit nutzen?

Um die Auszeit in Anspruch nehmen zu können, müssen Familien verschiedene Kriterien erfüllen. Grundsätzlich gilt: Der Hauptwohnsitz muss in Deutschland liegen, und es muss für die mitreisenden Kinder ein Anspruch auf Kindergeld bestehen. Berechtigt sind auch Familien, bei denen ein mitreisendes Kind oder ein mitreisender Elternteil eine Behinderung hat. Der Grad der Behinderung muss bei mindestens 50 liegen. Für diese Familien gelten keine Einkommensgrenzen.

Wie hoch dürfen Einkommen und Vermögen sein?

In den meisten Fällen gibt es Einkommensgrenzen. Diese variieren je nach Zahl und Alter der Kinder. Bei einem Elternpaar mit einem Kind unter sechs Jahren liegt die Bemessungsgrenze bei einem Bruttojahreseinkommen von 52 080 Euro. Bei einem alleinerziehenden Elternteil mit einem Kind unter sechs Jahren liegt die Grenze bei 40 344 Euro. Zum Einkommen zählen dabei sämtliche Einkommensarten aller im Haushalt lebender Personen – auch Kindergeld, Rente und Unterhalt. Außerdem dürfen berechtigte Familien keine großen Vermögenswerte besitzen. Pro Haushaltsmitglied darf das Vermögen 15 500 Euro nicht übersteigen. Bei einer vierköpfigen Familien darf es also maximal 62 000 Euro betragen. Dazu zählen Bank- und Sparguthaben sowie Aktien, Haus- und Grundbesitz, aber auch Bausparverträge und Lebensversicherungen. Sozialleistungsempfänger sind automatisch berechtigt.

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Welche Kosten trägt der Staat?

Der Bund übernimmt 90 Prozent der Kosten für die Unterkunft und Verpflegung. Die übrigen 10 Prozent müssen die Familien selbst zahlen. Selbst zahlen müssen Familien die An- und Abreise sowie die Kurtaxe, Getränke (sofern diese nicht in der Verpflegung enthalten sind) und Kosten für Bettwäsche, Handtücher sowie Freizeitaktivitäten oder die Nutzung von Wellnessangeboten (sofern diese nicht in den Unterkunftskosten enthalten sind).

Wie lange darf die Auszeit dauern?

Maximal eine Woche lang – also sieben Übernachtungen. Familien können die Förderung aber zweimal beantragen: einmal für das Jahr 2021 und einmal für das Jahr 2022.

Wohin dürfen die Familien verreisen?

Ausschließlich in Unterkünfte, die für die Familienerholung geeignet sind und die am Programm teilnehmen. Das Bundesfamilienministerium listet derzeit 87 teilnehmende Unterkünfte vom Bodensee bis zur Ostsee auf.

Wie kann man einen Urlaub beantragen?

Zunächst sollten sich Familien deshalb den Ferienort ihrer Wahl aussuchen und dort nach freien Zimmern und Zeiten fragen. Wenn Kapazitäten frei sind, schickt die Unterkunft der Familie das Corona-Auszeit-Formular. Darin müssen Familien Angaben zum Beispiel zu ihrer finanziellen Situation machen und auch Belege anfügen. Die Familienunterkunft prüft die Berechtigung. Anschließend kann die Familie ihren vergünstigten Urlaub dann verbindlich buchen – während die Unterkunftsbetreiber auf staatliche Unterstützung bauen können.

Weitere Informationen gibt es auf der Website des Bundesfamilienministeriums – etwa zu möglichen Urlaubszielen und Einrichtungen, die Plätze anbieten. Bei Fragen zur Corona-Auszeit kann man sich auch an eine Hotline unter der Nummer 08 00 8 66 11 59 wenden.

Von cb