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Göttingen BBS 2 Göttingen wird als „RessourcenSchule“ ausgezeichnet
Die Region Göttingen BBS 2 Göttingen wird als „RessourcenSchule“ ausgezeichnet
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00:25 01.05.2018
Friederike Farsen, Mitglied der Gruppe Umwelt der Verbrauchenzentrale NRW überreicht die Auszeichnung an Sibylle Meyer und Schulleiter Bernd Wübbenhorst (von links) Quelle: Peter Heller
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Göttingen

Mit dem FairCup-Projekt, welches am 1. Februar 2017 startete, will Gründerin und BBS-Lehrerin Sibylle Meyer zusammen mit ihren Schülern, die beliebten „Kaffee to go“-Becher mithilfe eines Mehrwegsystemes weltweit recycelbar machen. „Als Schule haben wir eine große Verantwortung, an dieser Stelle politisch zu werden, was wir sonst ja nicht dürfen“, sagte Schulleiter Bernd Wübbenhorst.

Schüler sensibilisieren

„Als Schule haben wir eine große Verantwortung, an dieser Stelle politisch zu werden, was wir sonst ja nicht dürfen“, sagte Schulleiter Bernd Wübbenhorst. Es ginge besonders darum, Schüler für die Endlichkeit der Ressourcen zu sensibilisieren.

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In mehreren Reden, unterbrochen von musikalischen Einlagen der Schulband, wurde das Projekt gelobt, aber auch zum Nachdenken angeregt. Kreisrätin Christel Wemheuer (Grüne) betonte, dass nachhaltige Projekte an Schulen und allgemein eigentlich zur Selbstverständlichkeit zählen müssten. Dennoch: „Nachhaltigkeit ist zwar von der Bundesregierung injiziert, aber immer noch freiwillig.“ Deswegen seien Preise wie diese als Motivation zum weiter machen, wichtig.

Problem: Steuerfreiheit auf Erdöl

Trittin, der 2003 den damalig sehr umstrittenen „Dosenpfand“ einführte, bezeichnete den FairCup als „ein Weg aus der Wegwerfgesellschaft“.„Nachhaltigkeit ist soviel zu verbrauchen, wie wir haben, bis es alle ist und neu wachsen muss. Aber wir verbrauchen zu viel“, klagte er an. Für ihn stand vor allem die Frage des Warums im Mittelpunkt: Warum nutzen wir Öl zur Herstellung von Plastik und nicht C02 neutrale, wiederverwendbare Materialien? Grund ist laut Trittin, die komplette Steuerfreiheit auf Erdöl, solange die existiere, hätten nachhaltige Rohstoffe keine Chance.

Nachhaltige Projekte

„Neben einem politischen Druck, muss es Modelle geben, die zeigen wie es anders gehen kann“, so Trittin. „Die der schrecklichen Bequemlichkeit entgegenwirken und Umweltschutz zum Anfassen und Nachhaltigkeit zum Erleben bieten.“ Das FairCup-Projekt sei so ein Modell, welches er als „Großen Schritt für die Menschheit“ bezeichnete.

„Wir wollen die Aktivitäten und Projekte von Schulen im Bereich Ressourcenschutz öffentlich machen, die Vertiefung ermöglichen und andere Schulen darauf aufmerksam machen“, erklärte Frederike Farsen von der Verbraucherzentrale NRW den Preis. Diesen überreichte sie in Form einer Urkunde, Empfehlungen was an der Schule noch besser gemacht werden kann, und einer Kachel mit der Aufschrift „Ressourcenschule“ zusammen mit Barbara Hemkes vom Bundesinstitut für Berufsbildung.

Ökologischer Fingerabdruck

Frasen lobte weitere nachhaltige Projekte der Schule, wie die ausschließliche Nutzung von Recycle-Papier und die Anschaffung von Elektro-Fahrrädern.„Nachhaltigkeit kommt nicht in den beruflichen Beschreibungen vor, die ihr später ausüben wollt“, sagte Hemkes zu den Schülern. Um dagegen anzugehen, sei es wichtig, dass berufsbildende Schulen „das nachhaltige Denken anregen, welches im spätere Berufsleben weiter geführt werden kann.“

Der Tonus aller Redner ließ sich in einem Satz zusammenfassen: Machen sie so weiter! „Für mich bedeutet das viel Arbeit, aber auch Freude darüber, dass so junge Leute mitmachen und verstehen, dass wir etwas tun müssen, um einen ökologischen Fingerabdruck zu hinterlassen“, sagte Meyer. Viele der mitwirkenden Schüler hätten auch nach dem Abitur weiter am Projekt gearbeitet.

Weitere Informationen im Internet unter fair-cup.de.

Recycelbarer Becher

Laut der Deutschen Umwelthilfe landen 2,8 Milliarden To-Go-Becher im Müll. Um dagegen anzugehen, besteht der Mehrwegbecher „FairCup“ und der Mehrwegdeckel aus spülmaschinenfestem Kunststoff und kann rund 500 Mal benutzt werden, bevor er zu Granulat recycelt wird. Mit einem bundesweiten einmaligen Pfandsystem, der Pfand pro Becher beträgt ein Euro, wird ein Anreiz geschaffen, ihn wieder abzugeben. Eigens dafür hergestellte Pfandautomaten werden ab sofort unter anderem im real-Markt am Lutteranger stehen. Zusätzlich zu dem Becher wurden ein Logistikprogramm, eine App mit Navigation, die alle Rücknahmestellen im Umkreis anzeigt, sowie die manuelle und die automatisierte Rücknahme entwickelt. meg

Von Madita Eggers