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18:01 27.03.2018
Von links: Andreas Grimmig, Bernd Wübbenhorst, Marcel Riethig, Jens Müller und Christoph Sturm.
Von links: Andreas Grimmig, Bernd Wübbenhorst, Marcel Riethig, Jens Müller und Christoph Sturm. Quelle: Madita Eggers
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Göttingen

In der circa 400 Quadratmeter großen Halle steht neben allerhand technischen Geräten der Grundriss eines Hauses. Die weißen Wände wurden von Schülern der Bautechnik gefertigt. Hier soll später einmal die Wärmedurchlässigkeit des ESIH gemessen werden. Das MINT-Projekt (fasst die Bereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zusammen) soll unter anderem an den Bereichen „ressourcenschonende Wärmeerzeugung“ und „Gebäudeautomation“ arbeiten. „Die Schüler laufen heiß“, sagt Christoph Sturm, Fachlehrer für Versorgungstechnik, und lacht: „Für sie würde es bedeuten, die Prüfungen nicht mehr an der BBS in Duderstadt abhalten zu müssen.“

Neues didaktisches Konzept – Innovation für Niedersachsen

„Wir sind stolz darauf, dass dieses Projekt zu Ende geführt wird. Es ist in Niedersachsen einzigartig und didaktisch völlig neu“, sagt Schulleiter Bernd Wübbenhorst. „Auf alle Schüler jeder Leistungsklasse, egal, ob sie keinen Abschluss haben oder vom Studium kommen, kann eingegangen werden“, benennt Sturm die Bandbreite des Projekts. Zudem haben Lehrer, Meister und Gesellen die Möglichkeit der Weiterbildung: „Die Erwachsenenbildung ist uns sehr wichtig“, sagt Andreas Grimmig vom Fachverband Sanitär-, Heizungs-, Klima- und Klempnertechnik Niedersachsen.

Wie ein Telefon mit Drehscheibe

Die Idee hatte vor einem Jahr Schirmherr Eric Manshusen, Fachlehrer für Veranstaltungstechnik an den Berufsbildenden Schulen (BBS) und Fachberater der Niedersächsischen Landesschulbehörde. Sechs Wochen später hatte die Schule erster Förderer: „Ich war auch ganz überrascht“, gibt Wübbenhorst zu. Ein halbes Jahr habe es gedauert, Folgeschritte einzuleiten und das vorhandene Labor von veralteten Stand der technischen Geräte zu befreien, die zum Teil noch aus den 70er-Jahren stammten. „Das ist, als ob sie heute noch ein Telefon mit Drehscheibe benutzen würden“, kommentiert Sturm.

Neben Innovationshaus noch drei Themenwände geplant

Neben dem ESIH sind auch drei Themenwände geplant: „Hydraulischer Abgleich“, „Gas-Brennwertgeräte“ und „Trinkwasserinstallation“, wobei die letzten beiden bereits funktionstüchtig installiert sind. „Die Schüler haben so die Möglichkeit, auch eine Fehlersuche unter dem Motto ‚Was passiert, wenn ich das mache‘ zu betreiben“, so Sturm. Es gehe darum, die Technik zu erleben und beispielsweise zu sehen, wie eine Fußbodenheizung funktioniert. „Eine Zukunft zu gestalten und mit ihr zu arbeiten“ ist nach Marcel Riethig, Schuldezernat des Landkreises Göttingen, das Motto der Kooperation. Nur wer mit den Trends gehe und sein Know-how weiterentwickele, bleibe wettbewerbsfähig. „Die Technik ist immer nur so gut wie derjenige, der sie bedienen kann“, meint Riethig.

Ausbildung auf höchstem Niveau in BBS II angestrebt

„Unser Anliegen ist es, das duale Ausbildungssystems mit einer Ausbildung auf höchstem Niveau konzeptionell zu unterstützen“, erklärt Grimmig. Dadurch entstehe auch die Möglichkeit, das Labor vor der voraussichtlichen Fertigstellung im August 2020 für Gesellenprüfungen zu nutzen: „Man muss heutzutage top ausgebildet sein, um das Werk nach vorn zu bringen.“

Unterstützung durch DBU, Mahr und Landkreis

Erwähnenswert sei auch die tolle Zusammenarbeit von Schule, Industrie und Handwerk, wie Wübbenhorst herausstellt. Rund 400000 Euro koste das Projekt. Gefördert werde es unter anderem von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), der Messtechnik-Firma Mahr und dem Landkreis Göttingen.

Von Madita Eggers

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