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Göttingen Bahntickets im Wert von 15 000 Euro erschlichen
Die Region Göttingen Bahntickets im Wert von 15 000 Euro erschlichen
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17:28 11.06.2019
Der Angeklagte kaufte online Dutzend Bahntickets, ohne sie zu bezahlen. Quelle: dpa
Göttingen

Das Amtsgericht Göttingen hat einen 44-jährigen Mann aus dem Landkreis Göttingen, der sich unter falschen Namen zahlreiche teure Fahrscheine, Bahncards sowie Monats- und Jahreskarten der Deutschen Bahn beschafft hatte, zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt. Das Gericht befand den bereits vielfach vorbestraften Angeklagten des Computerbetruges in 23 Fällen für schuldig, fünf Fälle davon wurden als versuchter Betrug gewertet. Außerdem ordnete das Gericht die Einziehung von 15 000 Euro an. So hoch sei der Wert der Tickets, die der Angeklagte sich nachweislich illegal verschafft hatte. Das Urteil sei bereits rechtskräftig, teilte ein Justizsprecher mit.

Erfundene Namen verwendet

Ursprünglich hatte die Staatsanwaltschaft den 44-Jährigen wegen 39 Taten angeklagt. In ihrer Anklage warf sie ihm vor, in den Jahren 2015 und 2016 auf der Internetseite der Deutschen Bahn mehrere Dutzend Bahntickets im Gesamtwert von mehr als 58 000 Euro gekauft und erhalten zu haben, ohne diese zu bezahlen. Darunter hätten sich auch Fahrkarten ins Ausland, eine Bahncard 1. Klasse sowie eine Abo-Monatskarte für die Strecke zwischen Kassel und Hamburg befunden. In den meisten Fällen habe er dabei erfundene Alias-Namen und fiktive Kontodaten in das Bestellformular eingegeben. Der Angeklagte sei aufgrund seiner Einkommens- und Vermögensverhältnisse nicht in der Lage gewesen, den Kaufpreis zu bezahlen.

23 Taten eingeräumt

Der Angeklagte, der nach eigenen Angaben damals von Hartz IV gelebt hat, hatte zu Prozessbeginn 23 Taten eingeräumt. Er habe die Fahrkarten immer von einem Rechner in einem Internet-Café bestellt und dann jeweils den von ihm verwendeten Alias-Namen an seinen Briefkasten geklebt, erklärte der 44-Jährige. Die anderen angeklagten 16 Taten bestritt er dagegen. Möglicherweise stecke ein früherer Nachbar aus seinem Wohnhaus dahinter, dem er damals von der Betrugsmasche erzählt habe. Dieser Mann sei jedoch inzwischen verstorben.

Streben nach Anerkennung

Das Gericht stellte daraufhin die anderen 16 Verfahren ein. Entgegen dem ursprünglichen Anklagevorwurf stufte es die verbliebenen 23 Taten nicht als gewerbsmäßig ein. Der Angeklagte habe sich mit den Bahntickets keine Einnahmequelle verschaffen wollen. Motiv sei vielmehr das Streben nach Anerkennung gewesen. Der 44-Jährige hatte in dem Prozess angegeben, dass er die Fahrkarten in den meisten Fällen gar nicht selbst benutzt, sondern diese verschenkt habe. Zum Teil habe er die Bahnkarten fremden Personen geschenkt, die er vor einem Kaufhaus in der Göttinger Innenstadt angesprochen habe. Er habe sich dann „wie Robin Hood“ gefühlt.

Datenanalysen liefern Hinweis

Die Polizei Göttingen war im Dezember 2016 durch eine Strafanzeige der Deutschen Bahn auf den Fall aufmerksam geworden. Aufgrund von Datenanalysen fiel der Verdacht schnell auf den 44-Jährigen, der den Ermittlern bereits seit Jahren einschlägig bekannt ist. Bei einer Durchsuchung stellten die Beamten neben einer Bahncard auch einen Computer und ein Tablet sicher. Als sie die Datenträger auswerteten, stießen sie auf diverse Tabellen und Listen mit Alias-Namen und den jeweils verwendeten fiktiven Daten und IBAN-Nummern.

Von Heidi Niemann

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