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Göttingen Sanierung der Göttinger Stadthalle beginnt
Die Region Göttingen Sanierung der Göttinger Stadthalle beginnt
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21:00 26.07.2019
Die Bauarbeiten zur Kernsanierung der Stadthalle beginnen Anfang August. Beeinträchtigungen für Fußgänger, Rad- und Autofahrer sollen soweit wie möglich vermieden beziehungsweise gering gehalten werden. Quelle: Meinhard
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Göttingen

Es geht los. Die vorbereitenden Maßnahmen zur Kernsanierung der Göttinger Stadthalle werden Anfang August beginnen. Den Anfang bilden Baumfällarbeiten, um eine Baustellenfreiheit herzustellen. Ein kostenintensiver Posten ist dann die Entsorgung von belasteten Baustoffen, die von Fachfirmen entsorgt werden müssen. Im Gespräch mit dem Tageblatt geben die Leiterin des städtischen Fachbereiches Gebäude, Dinah Epperlein sowie der Sprecher der Stadtverwaltung, Dominik Kimyon, Auskunft über die nun folgenden Arbeitsschritte. Bauherrin des 29,5 Millionen teuren Bauprojektes ist die Stadtverwaltung Göttingen.

Die Entscheidung für eine Kernsanierung war Mitte Mai im Rat der Stadt gefallen. Die bis zum Sanierungsstopp im Februar bereits begonnenen Untersuchungen, Planungen und Ausschreibungsvorbereitungen sind unmittelbar nach der Ratsentscheidung wieder aufgenommen worden. So wurden beispielsweise seit Ende Juni europaweite Ausschreibungen zum Abriss der Südterrasse, zur Schadstoffentsorgung und zur Entkernung des Hauptbaus veröffentlicht. Mitte Juni hatte sich ein baubegleitender Beirat konstituiert.

Ornithologe sucht Geäst der Bäume ab

Dieser prägnante Baum – mutmaßlich eine Akazie –soll stehen bleiben. Der Bauzaun ist um ihn herum aufgestellt worden. Quelle: Meinhard

Die Stadthalle ist längst von allem Mobiliar leer geräumt, ein Bauzaun wurde aufgestellt. Jetzt herrscht die Ruhe vor dem Sturm. „Es werden schon einige Fahrzeuge rein- und rausfahren, aber anfangs werden relativ wenige Mitarbeiter von Firmen auf dem Areal arbeiten“, wägt Epperlein das Wort „Sturm“ ab. Das Fällen von Bäumen sei nicht zu vermeiden, weil die Baustelle Lagerflächen für Container braucht und eine Bewegungsfreiheit für Baufahrzeuge. Allerdings werde ein Ornithologe zuvor das Geäst nach eventuell noch brütenden Vögeln absuchen. Und sollte er gefiederte Kinderstuben entdecken, was geschieht dann? „Er wird dann entscheiden, was unternommen werden muss. Manchmal lassen sich die Nester einfach umsiedeln. Einige Vogelarten lassen sich das gefallen“, weiß die Verwaltungsmitarbeiterin. „Wir gehen schon sensibel mit dem Thema Flora-Fauna um“, unterstreicht Kimyon.

Zwei prägnante Bäume bleiben stehen

Einzelne Bäume, die als Naturdenkmale ausgewiesen sind, gebe es nicht unter den Kandidaten, die gefällt werden sollen. Jedoch haben sich die Planer entschieden, zwei prägnante Schattenspender gezielt stehen zu lassen. Sie flankieren die Eingangsfront der Stadthalle an den jeweiligen Außenpunkten. Sieben Bäume sind in der Baumschutzsatzung aufgeführt, drei von ihnen gehören zum Naturdenkmal Cheltenham-Park. Für sie mussten externe Fällgenehmigungen eingeholt werden. „Die haben wir auch bekommen“, versichert Epperlein. Kimyon betont: „Für alle Bäume, die gefällt werden, werden neue gepflanzt. Hier auf dieser Fläche.“

„Wir haben vorher alles beprobt“

Diese Visualisierung zeigt das Foyer, wie es für die kernsanierte Stadthalle angedacht ist. Quelle: R

Weichen muss auch die Pergola im Eingangsbereich. Überhaupt wird wenig bleiben von der Ursprungsstadthalle: im Wesentlichen nur das Stahlbetongerüst, auf keinen Fall die technische Ausrüstung. Ein Großteil der Technik war bisher unter der Südterrasse untergebracht. Auch die wird es in ihrer bisherigen Form nach der Kernsanierung nicht mehr geben, der Plan sieht eine neue Terrasse vor. Mögliche Überraschungen könnten bei der Entsorgung alter Baumaterialien auftauchen. „Wir gehen aber nicht davon aus, wir haben vorher alles beprobt“, erklärt Epperlein. Sie rechnet eher mit Überraschungen durch die Baukonjunktur. Aufgrund der guten Auftragslage können sich die Firmen in Deutschland zumeist entspannt aussuchen, welche Aufträge sie annehmen. Oder eben nicht annehmen.

Entsorgung belasteter Stoffe teuer Posten

Als mit Giftstoffen belastet gelten zum Beispiel Dämmstoffe für Lüftungsleitungen, sie könnten lungengängige Fasern enthalten. Auch Asbest könnte an der ein oder anderen Stelle auftauchen, wenn auch in gebundener und damit ungefährlicher Form, ebenso teerhaltige Materialien, etwa in den Matten, die im Dach der Stadthalle liegen. Fachgerecht entsorgt werden müssen alle diese Stoffe. Ein absehbar teurer Posten in der Gesamtmaßnahme Kernsanierung.

Schließlich folgt der gesamte Rückbau der Halle. Alles muss raus: Leitungen, Lüftungen, Böden, Decken… Auch die Außenkacheln werden demontiert. Für den Abriss laufen noch die europaweiten Ausschreibungen. Irgendwann wird die Stadthalle architektonisch gesehen nackt dastehen. Dann kann der Neuaufbau beginnen, laut Plan im März 2020. Die Ausschreibungen dafür sollen im Oktober und November veröffentlicht werden.

„Das Meiste wird drinnen stattfinden“

Die Baufahrzeuge werden über die Herzberger Landstraße fahren. Epperlein sieht aber keine übermäßige Belastung für die Anwohner voraus. „Natürlich müssen die Materialien fortgeschafft werden – aber das wird sich in Grenzen halten. Es wird auf keinen Fall so sein, dass wochenlang alle fünf Minuten Baufahrzeuge anrollen.“ Mit der größten verkehrlichen Belastung sei beim Wiederaufbau zu rechnen, wenn die Betonmischfahrzeuge kommen. „Vor dem Verkehr müssen wir uns nicht fürchten, auch nicht vor dem Lärm. Das Meiste wird sowieso drinnen stattfinden“, stellt Epperlein klar. Was bedeutet, dass auch im Winter gearbeitet werden kann, sofern sich der Frost in Grenzen hält.

Zum bereits erwähnten baubegleitenden Beirat gehören laut Kimyon alle relevanten Akteure der Baumaßnahme, wie der Generalplaner, die Fachplaner und die Verwaltungsmitarbeiter aus Bau- und Kulturverwaltung. Aber auch Vertreter hiesiger kultureller Einrichtungen, wie etwa dem Göttinger Symphonie-Orchester, der Händel-Festspiele und dem Verein Kunst, sind berufen worden.

Viel Wert wird auf die Raumakustik gelegt

Am 14. November 1962 ist der Grundstein für die Stadthalle gelegt worden. Jetzt folgen die Bauarbeiten für Variante II. Quelle: R

Ein Wörtchen mitreden können und sollen weiterhin Vertreter von Veranstaltungsagenturen und dem künftigen Caterer. „Im Moment ist alles noch planungsbegleitend, jetzt kann man noch etwas ändern“, gibt Kimyon zu bedenken. Er fügt aber auch hinzu: „Natürlich ist das hier kein Wünsch-dir-was“, um klarzustellen, dass Wünsche auch finanzierbar sein müssen. Viel Wert, sagt der Sprecher, werde auf die künftige gute Akustik gelegt. Die kann – läuft alles nach Plan – im Winter 2020/21 frühestens genossen werden. Um über den Verlauf der Bauarbeiten zu informieren, will die Verwaltung Baustellentouren anbieten, voraussichtlich ab März 2020. Regelmäßig soll der Bauausschuss unterrichtet werden.

Lastet bei einem Bauprojekt dieses Ausmaßes die Verantwortung nicht schwer auf den Schultern? „Ich erhalte viel Unterstützung aus dem Haus“, lobt Epperlein die Unterstützung ihrer Kollegen.

Von Ulrich Meinhard

Eine Ufo-Party hat die Galaktische Föderation e.V.i. G. am Haus der Kulturen,, Hagenweg 2e, zwischen Freitag, 16. August, und Sonntag, 18. August, geplant. Gäste mit Verkleidung bekommen einen ermäßigten Eintritt.

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