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Göttingen Entscheidung zum Plesseweg vertagt
Die Region Göttingen Entscheidung zum Plesseweg vertagt
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17:54 22.02.2019
Ortstermin Plesseweg: Anwohner protestieren gegen einen Vollausbau und die Kosten, die dann auf sie zukommen.
Ortstermin Plesseweg: Anwohner protestieren gegen einen Vollausbau und die Kosten, die dann auf sie zukommen. Quelle: Beckenbach
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Göttingen

Im Streit um den geplantenAusbau des Plesseweges gibt es weiterhin keine Einigung. In der Bauausschusssitzung am Donnerstag haben SPD und Grüne Beratungsbedarf angemeldet.

Die Positionen sind klar: Die Stadtverwaltung macht sich stark für eine komplette Sanierung der Straße. Der Aufbau der Straße entspreche nicht mehr dem Stand der Technik und den gültigen Regelwerken. Ein Vollausbau sei unumgänglich. Die Anwohner lehnen das hingegen ab, einen Nutzen im Vollausbau sehen sie nicht.

„Das ist doch Schwachsinn“

Auslöser der Diskussion um eine Straßensanierung sind die Pläne der Göttinger Entsorgungsbetriebe (GEB) die maroden, 80 Jahre alten Kanäle unter der Straße zu erneuern. Die Stadtverwaltung fürchtet nun, dass die Straße durch die Kanalarbeiten dauerhaft ihre Stabilität einbüßen könnte, und plädiert daher, die Straße haltbar herzurichten. Andernfalls müsste die spätestens in zehn Jahren voll ausgebaut werden, argumentiert die Verwaltung.

Die Ausführungen von Verwaltungsvertretern quittierten die rund 30 Anwohner, die an der Sitzung teilnahmen, mit Skepsis und Unverständnis. „Das ist doch Schwachsinn“, raunte eine Anwohnerin bei der Schilderung des schlechten Zustands von Kanal und Straßenaufbau.

Im Plesseweg Quelle: Frank Beckenbach

„Gegen die Kanalsanierung werden wir uns nicht wehren“, sagte ein Sprecher der Anwohner im Plesseweg in der Sitzung. „Aber die Fahrbahnsanierung sollen die GEB tragen.“ Auch, so ein weiteres Argument, sei die Straße in einem „hervorragenden Zustand“, die Decke sei erst 2009 saniert worden. Ökologisch und ökonomisch sei ein Vollausbau zum jetzigen Zeitpunkt nicht sinnvoll.

330.000 Euro sollen Anwohner zahlen

Die Kosten für den Straßenbau beziffert die Stadtverwaltung nach „grober Kostenschätzung“ auf 754.000 Euro inklusive des 50-prozentigen Anteils für den Regenwasserhauptkanal von rund 84.000 Euro. Von den Kosten können nach dem niedersächsischen Kommunalabgabengesetz rund 330.000 Euro auf die Anlieger umgelegt werden. Bis zu 30.000 Euro pro Grundstück könnten dann je nach Nutzung und Größe auf die Anwohner zukommen. Ob die Baukosten angesichts von Preissteigerungen bei anderen Bauvorhaben in der Stadt vermochte die Verwaltung nicht vorherzusagen.

GEB soll Kosten tragen

Ratsherr Edgar Schu (Linke) schlug sich auf die Seite der Anwohner. Ohne eine Kanalsanierung müsste die Straße nicht saniert werden, also sollen die GEB die Kosten für den Ausbau tragen. Francisco Welter-Schultes (Piraten) plädierte jedoch an die Verwaltung, Mittel und Wege zu finden, wie die Anwohner von den Kosten befreit werden könnten. Stadtbaurat Thomas Dienberg machte dem Ansinnen allerdings wenig Hoffnung. So hätten sich Anwohner in der benachbarten Jakob-Henle-Straße ebenfalls dem Ausbau ihrer Straße beteiligen müssen. Hier dürfe es nicht zu einer Ungleichbehandlung kommen, sagte Dienberg.

Einzig Hans Otto Arnold (CDU) folgte im Bauausschuss der Argumentation der Verwaltung. „Der Kanal muss saniert werden.“ Es sei daher schlau, Kanal- und Straßensanierung „in einem Zug“ zu machen. Sylvia Binkenstein für die SPD und Rolf Becker für die Grünen meldeten Beratungsbedarf an.

Infos der Stadtverwaltung zum Ausbau Plesseweg

Von Michael Brakemeier

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