Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Bauausschuss lehnt Stromleitung Südlink auf Göttinger Stadtgebiet ab
Die Region Göttingen Bauausschuss lehnt Stromleitung Südlink auf Göttinger Stadtgebiet ab
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:58 24.05.2019
Göttingen Südlink. Quelle: dpa
Göttingen

Der Bauausschuss des Rates Göttingen lehnt eine mögliche Trassenführung der geplanten neuen Stromleitung Südlink entschieden ab. Damit folgte er mit der Mehrheit aus SPD, CDU und FDP gegen die Stimmen von Grünen und Linken einem entsprechenden Vorschlag der Stadtverwaltung.

Aus Sicht der Stadt Göttingen gebe es zahlreiche Argumente, die gegen den vom Netzbetreiber Tennet vorgelegten Trassenkorridorvorschlag, der Esebeck, Elliehausen, Hetjershausen und Groß Ellershausen streift, sprechen. Vor allem die Trassenführung mitten durch das Stadtgebiet würde Göttingens weitere Siedlungsentwicklung beeinträchtigen, heißt es in der Stellungnahme.

Südlink-Trasse: Varianten eins und zwei. Rot markiert sind kritische Bereiche. Quelle: R

Dienberg betonte, dass der von Tennet präferierte Korridor durch die 380-kV-Starkstromleitung Wahle-Mecklar und die Autobahn schon „stark vorbelastet“ sei. Die Bürger dürften nicht „über Gebühr“ belastet werden. Göttingen setzt bei der Energiewende, so Dienberg, auf dezentrale Energieversorgung. „Der Südlink hat damit so gar nichts zu tun“, kommentierte Dienberg.

Kritik an Tennet-Vorschlag

Außerdem fordert die Stadt Göttingen „eine sachgerechte und nachvollziehbare Abwägung im Vergleich der Trassenkorridore“ im Westen auf Göttinger Stadtgebiet und der Alternativroute durch den östlichen Landkreis Göttingen und Thüringen. Hierzu hatte die Verwaltung mit dem Werra-Meißner-Kreis die Büros Oecos und Geonik mit der Prüfung der Antragsunterlagen beauftragt.

Die Stromtrasse Südlink, die durch die westlichen Göttinger Ortsteile führen soll, elektrisiert: Etwa 400 Bürger kommen zu einer Informationsveranstaltung der Stadt Göttingen mit Vertretern des Netzbetreibers und der Bürgeriniative "Gegenwind". Quelle: Kuno Mahnkopf

Dabei seien aus Sicht der Stadtverwaltung für den durch Tennet erstellten sogenannten Trassenkorridorvergleich X07 mehrere Kritikpunkte herausgearbeitet. Dazu zählen die unterschiedliche Gewichtung vergleichbarer Konfliktbereiche in der Gegenüberstellung der östlichen zur westlichen Korridorvariante. Aus diesen Kritikpunkten leitet sich die Forderung nach einer Neubewertung der wesentlichen Konfliktbereiche ab.

Gutachter benennen Mängel

Die Oecos-Gutachter bemängelten unter anderem, dass weder die Engstelle in Hetjershausen noch die Querung der ICE-Strecke noch das Wasserschutzgebiet Tiefenbrunn von Tennet in den Trassenkorridorvergleich aufgenommen wurden.

Von Michael Brakemeier

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Für die Oper „Rodrigo“ der Händel-Festspiele in Göttingen wurde ein Bühnenexponat aus dem Städtischen Museum geholt: Das Wahrzeichen der Stadt wird dort im Original verwahrt.

24.05.2019

Für eine direkte Bahnverbindung zwischen Osterode und dem Oberzentrum Göttingen setzt sich die Mehrheitsgruppe im Kreistag ein. Ihr Antrag, Gespräche mit dem Land zu führen, wurde beschlossen.

24.05.2019

Seit sieben Jahren ringen Eigentümer, Verwaltung und Politik um neue Wohnungen auf dem Gelände des IWF am Nonnenstieg. Zuletzt hatte der Bauausschuss mögliche Vertragsstrafen gegen den bisherigen Eigentümer EBR ins Spiel gebracht. Jetzt gibt es juristische Stellungnahmen dazu.

27.05.2019