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Göttingen Geplanter Baumarkt: Entscheidung erneut vertagt
Die Region Göttingen Geplanter Baumarkt: Entscheidung erneut vertagt
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00:21 27.08.2018
Platz für den neuen Baumarkt: Strittig ist aber die Ansiedlung weiteren Gewerbes. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Dabei ist das eigentliche Vorhaben der „Jünemann & Kreitz Projekt GmbH & Wundrak Siekhöhe GbR“, auf der Fläche südlich des Möbelmarktes Sconto einen Bau- und Gartenmarkt mit insgesamt 8470 Quadratmeter Fläche zu bauen, innerhalb der Bauausschussmitglieder gar nicht strittig. Abermals hat Investor Reinhard Wundrak am Donnerstag die Bedenken zu Lärmentwicklung und Verkehrsaufkommen am neuen Markt, wie sie vor allem von Sylvia Binkenstein (SPD) vorgebracht wurden, aus dem Weg geräumt und zugesichert, leise Rolltore einzubauen und die Laderampen lärmmindernd zu überdachen. Waren würden nicht vor 7 Uhr angeliefert. Sonn- und feiertags bleibe der Markt zu. Veranstaltungen auf dem Parkplatz zu dieser Zeit schloss Wundrak aus.

Bei einer Info-Veranstaltung der SPD. Quelle: Brakemeier

Grünen vertrauen Investor Wundrak

„Hier hat der Investor sich wirklich etwas zum Schutz der Anwohnerinnen und Anwohner überlegt. Wir vertrauen den Zusagen“, sagte Harald Wiedemann (Grüne) nach der Sitzung. Wundraks Ausführungen hätten überzeugt.

Dem Wunsch von Francisco Welter-Schultes (Piraten), das Dach des künftigen Marktes zu begrünen, erteilte zunächst Wundrak eine Absage. Der entsprechende Änderungsantrag bekam nur die Stimme von Welter-Schultes.

SPD, Grüne und Piraten gegen neue Gewerbeflächen

Weiterhin strittig ist vielmehr das Begehren der Stadtverwaltung, mit der für die Ansiedlung des Wundrakschen Bau- und Gartenmarktes nötigen Änderung des Bebauungsplanes, im Süden anschließend weiteres Gewerbe anzusiedeln. SPD, Grüne und Piraten sprechen sich dafür aus, das Gebiet, das sich im Besitz der Stadt Göttingen befindet, als Grün- oder Gartenflächen zu behalten, auch wenn Stadtbaurat Thomas Dienberg betonte, dass die Stadt dringend Gewerbeflächen benötige. In dem Groner Gebiet wäre, so Dienberg, ohnehin nur „nicht störendes Gewerbe“ möglich.

Grüne auch für Nachverdichtung bei Gewerbebauten

Die Grünen halten den Wunsch der Verwaltung nach mehr Gewerbeflächen für nachvollziehbar, brauche die Stadt Göttingen doch, „um Unternehmen in der Stadt zu halten, in die Stadt zu holen und attraktiv für Neugründungen zu sein“, heißt es in einer Mitteilung der Fraktion vom Freitag. Das Prinzip der Nachverdichtung, wie schon bei der Suche nach mehr Wohnraum, müsse sich aber auch auf das Gewerbe übertragen lassen. „Wir müssen endlich anfangen, in bestehenden Gewerbeflächen nach oben zu bauen und nachzuverdichten“, sagte Bauausschussmitglied Dagmar Sakowsky.

„Wir möchten die Flächen erhalten, auch wenn wir dringend Gerwebeflächen benötigen“, sagte Binkenstein. Ulrich Holefleisch bescheinigte dem Gebiet einen „wertvollen Charakter“. Für die Wohn- und Lebensqualität von Grone-Süd sei die Fläche als Naherholungsort zu erhalten, fordert die Fraktion der Grünen.

Lebensraum für Zauneidechsen?

Während der Sitzung brachte die Umweltschutzbeauftragte der Stadt, Britta Walbrun, seltene Zauneidechsen ins Spiel, die nach ihren Angaben auf der entsprechende Fläche gesehen worden seien. Gutachten dazu seien nie in Auftrag gegeben worden. Maik Lindemann, Fachbereichsleiter der Stadt für Planung, Bauordnung und Vermessung entgegnet, dass Nachuntersuchungen ergeben hätten, dass das Areal kein Lebensraum für Zauneidechsen sei.

Aufgaben für die Verwaltung

Der Bauausschuss hat den Auslegungsbeschluss des Bebauungsplanes nicht entschieden, sondern die Verantwortung an den Verwaltungsausschuss gegeben, der nun am 10. September darüber beraten und entscheiden soll. Bis dahin hat die Politik der Verwaltung eine Aufgabe gegeben. Sie soll nun prüfen, ob das strittige südliche, als Gewerbegebiet geplante Teilstück vom Bebauungsplanverfahren abgetrennt werden kann. Dann könnte Wundrak für seinen Baumarkt grünes Licht bekommen. Eine andere Variante wäre, den Bebauungsplan für das gesamte Gebiet zu erarbeiten und gleichzeitig den politischen Beschluss zu fassen, das dann enthaltene strittige südliche, als Gewerbegebiet geplante Teilstück nicht als Gewerbefläche zu verkaufen.

Jetziger Bebauungsplan macht keine Vorgaben

Mit dem Bebauungsplan soll auch geregelt werden, welche und wie viel nach Einzelhandelskonzept innenstadtrelevanten Waren dort verkauft werden dürfen. Der jetzige Plan aus den 70er-Jahren macht da keine Vorgaben. Nach geltendem Baurecht könnten die Investoren theoretisch einen sehr viel größeren Markt an diesem Standort errichten und wären dort auch nicht an die Begrenzung innenstadtrelevanter Sortimente gebunden.

Von Michael Brakemeier

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