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Göttingen 80 Bauern beantworten Fragen zu regionalen Produkten
Die Region Göttingen 80 Bauern beantworten Fragen zu regionalen Produkten
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13:18 20.01.2019
Bauern-Aktionstag. Am Gänseliesel in Göttingen informieren Bauern aus Göttingen über ihr Gewerbe. Quelle: Soeren Kracht
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Göttingen

Mehr als 80 Landwirte haben sich am Sonnabend rund um das Gänseliesel den Fragen der Bürger gestellt. Der Aktionstag der Bauern hatte in diesem Jahr den Schwerpunkt regionale Lebensmittel.

„Frag doch mal den Landwirt“ lautet das Motto der jährlichen Veranstaltung, die zeitgleich mit der Messe „Grüne Woche“ in Berlin stattfindet. Die Bauern aus der Region beantworteten am Sonnabend bei frostigen Temperaturen und blauem Himmel die Fragen der Göttinger, verteilten Informationsmaterial und Luftballons an Kinder.

Anja Köchermann und Ulrike Schridde im Gespräch mit Bürgern. Quelle: bib

Die Nachfrage nach regionalen Lebensmitteln können Bäuerinnen wie Ulrike Schridde kaum bedienen. Die Landwirtin aus Förste vermarktet die Eier ihrer Hühner direkt. „Die sind immer sofort weg“, sagt sie. Ein Ehepaar aus Geismar informiert sich bei Schridde und deren Mengershäuser Kollegin Anja Köchermann über die Produktionsbedingungen. „Wir sind froh, dass wir bei uns im Rewemarkt Lebensmittel von regionalen Landwirten kaufen können“, sagt die Geismaranerin. Wenn es in der Nacht geregnet habe, sei der Salat morgen noch nass - Frische, die nicht zu überbieten ist.

Diskussion über Ferkelkastration

Nicht nur der Anbau in Südniedersachsen, auch die große, globale Landwirtschaftspolitik wurde thematisiert: Friedrich-Karl Lücke wollte von Kreislandwirt Hubert Kellner wissen, wie die Bauern die Nitratbelastung dauerhaft in den Griff bekommen wollen. „Jedes Molekül Stickstoff, das verschwindet, ist ein Verlust“, sagte Lücke. Der Rentner hatte im Bereich der Lebensmittelsicherheit gearbeitet, und fühlte Kellner auch fachlich auf den Zahn. Das Hin und Her der Politik kritisierte er. Als Beispiel nannte er das Thema Ferkelkastration. Dass dafür noch keine Lösung gefunden sei, nannte Lücke ein „Armutszeugnis“.

Kleine Landwirte: Nils, Tim und Fabian Buhre. Quelle: bib

Viele Verbraucher lehnen Massentierhaltung, die es in Südniedersachsen allerdings nicht gibt, ab. „Alle wollen lokal und bio“, sagt eine ältere Frau. „Aber kaufen tun sie es nicht“, schimpft sie. „Ich gehe immer auf den Markt“, erzählt sie. Aber die meisten, die eine ökologische und regionale Lebensmittel-Produktion fordern, verhielten sich an der Ladentheke dann ganz anders. „Das ist doch die Wahrheit“, sagt die Rentnerin kopfschüttelnd und marschiert vom Markt zum Wochenmarkt, um ihre Einkäufe zu erledigen.

Gegenüber informieren Jan Hampe vom Maschinenring und Landwirt Ralf Bartens über Bioenergie und den Kreislauf der Rohstoffe. Auch das ist ein Thema in der regionalen Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte wie Mais und Gülle.

Herkunft des Fleisches dokumentiert

Schridde erklärt unterdessen, dass der Teil der Büroarbeit an ihrem Job immer größer werde. Beispielsweise die Dokumentation der Kälber. „Wenn die Kälber ihre Ohrmarke erhalten, müssen wir die Gewebeprobe, die dabei aus dem Ohr gestanzt wird, in tierärztliche Institut nach Göttingen schicken. Dort wird dem Tier eine Nummer zugeordnet, die sich als Strichcode noch an der Fleischtheke bis zum Hof zurückverfolgen lässt. Viel Arbeit für die Bäuerin – die Verbraucher aber wissen das zu schätzen. „Ich finde es gut, dass wir wissen, wo das Fleisch herkommt“, sagt die Frau aus Geismar.

Aktionstag der Bauern „super“ gelaufen

Der Aktionstag sei „super“ verlaufen, sagte Landvolk-Geschäftsführer Achim Hübner am Ende. „Wir hatten fast ausschließlich sachliche und interessante Gespräche.“ Viele Themen seien angesprochen worden. Hübner freute sich besonders darüber, dass auch Vertreter des Bundes für Umwelt- und Naturschutz (BUND) zum Austausch auf den Markt gekommen waren. Er hofft künftig auf weitere konstruktive Gespräche mit den Vertretern der Umweltschutzorganisation.

Von Britta Bielefeld

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