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Göttingen Reihenweise Bäume am Nikolausberger Weg gefällt
Die Region Göttingen Reihenweise Bäume am Nikolausberger Weg gefällt
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17:34 22.02.2019
Baumfällung und Rodung am Nikolausberger Weg.
Baumfällung und Rodung am Nikolausberger Weg. Quelle: r
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Göttingen

Die Arbeiten für das Neubauprojekt am Nikolausberger Weg haben begonnen. Fast 80 Bäume müssen weichen. Dagegen hatten Anwohner protestiert. Sie fordern, dass der angrenzende Spielplatz erhalten bleibt. Doch danach sieht es kaum aus. Wegen des Neubauprojekts „Wohnen am Nikolausberger Weg“ sollen auf einem 15. 000 Quadratmeter großen Grundstück die Bäume gefällt und Hecken und Sträucher gerodet werden, teilte die Wohnungsgenossenschaft mit. Eine entsprechende Fällgenehmigung für die unter Baumschutzsatzung stehenden Bäume sei vom Fachdienst Umwelt der Stadt Göttingen in dieser Woche erteilt worden. Bauen will die Genossenschaft dort sechs mehrgeschossige Gebäude mit 81 Wohnungen, dazu zwei Tiefgaragen mit 86 Pkw-Stellplätzen. Die Wohnungen auf etwa 6.500 Quadratmetern sollen zwei bis fünf Zimmer haben.

Abriss beginnt Mitte März

Für das Projekt müssen die alten Genossenschaftshäuser entlang des Nikolausberger Weges und der gleichnamigen Stichstraße abgerissen werden. Die letzten Mieter zögen demnächst aus, so dass ab etwa Mitte März der Abbruch der Häuser beginnen kann, erklärt die Wohnungsgenossenschaft. Es folgen die Erschließungsarbeiten mit Kanalbau und Leitungsverlegungen.

 

Der Spiel- und Bolzplatz auf dem Baugrundstück, erklärt die „Bürgerinitiative Göttingen: Rettet den Spielplatz“, sei für die Kinder des gesamten Nonnenstieg-Viertels wichtig. Dem Vorschlag, auf eines der sechs geplanten Häuser zu verzichten, sei die Wohnungsgenossenschaft nicht gefolgt, sagt Bernd Graubner, Vize-Vorsitzender der Bürgerinitiative, bedauernd. So könnten statt 81 immer noch 69 Wohnungen gebaut werden. Eine solche Änderung würde die Wirtschaftlichkeit des Bauvorhabens nicht beeinträchtigen, meint Graubner.

Die Initiative sieht darin einen Kompromiss, der alle Seiten zufriedenstelle. Die Wohnungsgenossenschaft hatte diesen Plan allerdings schon frühzeitig abgelehnt.

Spielplatz an anderer Stelle

Die Wohnungsgenossenschaft entgegnet ihren Kritikern außerdem, die Pläne für ihr Neubauprojekt umfassten mehrere Spielbereiche für Kinder und Kleinkinder. Auch ein Ballspielplatz werde wiederhergestellt - an neuer Stelle an der Straße Am Kreuze. Als Ersatz für die gefällten Bäume würden in den Grünanlagen des neuen Quartiers viele Bäume neu gepflanzt, kündigt die Wohnungsgenossenschaft weiter an.

Zudem sei eine Begrünung der Außenanlagen mit kleinen, durch Hecken abgegrenzten Privatgärten, Stauden- und Rasenflächen vorgesehen. „Dennoch“, so Genossenschaftsvorstand Carlo Scherrer, „erwarten wir nachbarschaftlichen Unmut über die bevorstehenden Ereignisse und die Fällung der Bäume.“

Von Matthias Heinzel

25.02.2019
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