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Göttingen Baumfrevel in Weißenborn: 100 Jahre alte Esche „totgespritzt“
Die Region Göttingen Baumfrevel in Weißenborn: 100 Jahre alte Esche „totgespritzt“
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19:05 13.06.2013
Von Ulrich Schubert
Abgestorben: Die Esche wird gefällt und auch Backhaus ist betrübt.
Abgestorben: Die Esche wird gefällt und auch Backhaus ist betrübt. Quelle: CH
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Weißenborn

Irgendjemand habe die Esche „einfach totgespritzt“, so Backhaus. 20 kleine Löcher hätten  der oder die Täter rundherum in den Stamm gebohrt –jedes zehn Millimeter stark und zehn Zentimeter tief. Dort sei dann vermutlich Gift injiziert worden. Das Motiv sei rätselhaft, „vielleicht war der Baum einem Autofahrer ein Dorn im Auge“.

"Wie eine Geschwindigkeitsbremse"

Die Esche stehe in einer leichten Kurve an der Ortsdurchfahrt (Langentalstraße). Dadurch wirke sie „wie eine  Geschwindigkeitsbremse“. Diese habe der Ortsrat auch versucht zu erhalten. Im vergangenen Jahr habe es aus dem Ort Klagen über Totholz auf der Straße gegeben. Die Politiker hätten es aber abgelehnt, den Baum zu fällen. Stattdessen sei die Esche zum Jahresbeginn geschnitten worden.

Bürger sind entsetzt

Backhaus schätzt ihr Alter auf „bestimmt“ 100 Jahre. Eine zweite alte Esche auf der anderen Straßenseite sei zwar unbeschädigt, trotzdem seien viele Bürger im Dorf entsetzt. Seit Jahrzehnten präge das Baum-Duo das Ortsbild, wenn man aus Norden kommend durch Weißenborn fährt.

Baum wird gefällt

Das ist wohl Geschichte: „Die Straßenmeisterei des Landkreises wird den Baum fällen“, so Backhaus. Das wiederum wollen Anlieger Helmut Hümme und seine Nachbarn verhindern. Sie appellieren in einem Brief an den Landkreis, „wenigstens eine fünf bis sechs Meter hohen Stumpf“ stehen zu lassen, um Raser auszubremsen.  Unterdessen haben Backhaus und der Ortsrat den Fall bei der Polizei angezeigt.