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Göttingen Kino in der Baptistenkirche: 2019 soll der erste Film laufen
Die Region Göttingen Kino in der Baptistenkirche: 2019 soll der erste Film laufen
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00:22 08.09.2018
Die ehemalige Baptistenkirche an der Bürgerstraße soll ein Kino und Veranstaltungshaus werden. MdB Thomas Oppermann (SPD, Mitte) informiert sich bei den Mitgliedern vom Verein der Filmfreunde und einem Investor über die Pläne und den Sanierungsstand der Kirche. Quelle: Christina Hinzmann
Göttingen

Wo in Kürze ein Kino, ein Café und Studentenwohnungen entstehen sollen, herrscht derzeit aber noch der marode Charme vergangener Zeiten vor. Große Teile der Fensterscheiben liegen als Glassplitter auf dem Boden und auch im Inneren sind die Zeichen der zeit zu sehen. Und dennoch gehen Investor Rocznik und Wilfried Arnold als künftiger Kinobetreiber mit leuchtenden Augen durch das Gebäude an der Bürgerstraße.

Sie präsentierten am Mittwoch die aktuellen Pläne dem SPD-Bundestagsabgeordneten Thomas Oppermann und den Göttinger Filmkunstfreunden. Die Initiatoren des Projekts versuchen seit mittlerweile acht Jahren das Gebäude als Kino zu beleben. „Anscheinend befinden wir uns jetzt auf der Erfolgsspur“, formulierte Matthias Sonnenburg bei der Begehung noch immer recht vorsichtig. Dazu haben man einen kompetenten Betreiber und einen entschlusskräftigen Investor gefunden.

„Eine perfekte Synergie“, urteilte Oppermann. Er ließ sich detailliert erklären, dass als eine der ersten Maßnahmen im hinteren Bereich des Gebäudes zum Wall hin ein vier Meter tiefer Anbau erfolgen soll. Dass in den oberen zwei Etagen fünf Wohnungen für Studenten-WGs Platz finden und im Erdgeschoss der Kinosaal insgesamt 110 Sitzplätze bietet. Drei Sitzreihen werden auf der Empore untergebracht und bieten eine ungewöhnliche Perspektive auf die Leinwand, die dort hängen wird, wo früher der Altar stand.

Etliche Elemente der alten Strukturen des Gebäuden soll erhalten bleiben – zumindest optisch. Der zur Bürgerstraße liegende Eingangsbereich wird wieder hergestellt, bleibt allerdings ohne Funktion. Denn die mächtige Tür bleibt zu. Der tatsächliche Eingang und das Foyer liegen künftig seitlich am Gebäude. Auch der kleine Turm auf dem Haus soll bleiben. Er werde vorsichtig mit einem Kran entfernt, saniert und wieder aufgesetzt, erklärte Rocznik. Es stecke von seiner Seite viel Liebhaberei in dem Projekt. „Ich freue mich persönlich, dass das Haus hier wieder eine Funktion bekommt.“

Er habe die alte Kirche nicht gekauft, um damit Geld zu verdienen, sagte er am Mittwoch. Bei Vertragsunterzeichnung hatte man Stillschweigen über die Kaufsumme vereinbart, für die Sanierung veranschlagte Rocznik im Februar eine halbe bis eineinhalb Millionen Euro.

Auch auf die Filmfreude kommt noch ein finanzieller Kraftakt zu. Sie müssen etwa 200 000 Euro aufbringen, um Film- und Tontechnik, Licht, Bestuhlung, Leinwand und Vorhänge anzuschaffen. Im Oktober starte deshalb eine groß angelegte Spender- und Sponsorensuche, so Sonnenburg. Er hofft auf breite Unterstützung für „eine kulturelle Bereicherung“ der Stadt. Oppermann sagte zu, sich in Berlin nach geeigneten Fördermöglichkeiten zu erkundigen.„Hier sind die richtigen Leute zusammen gekommen“, lobte er und versprach spätestens zur Premiere wiederzukommen. Einen Filmwunsch hätte er auch: „Julia“, ein Holocaust-Drama von 1977 mit Vanessa Redgrave und Jane Fonda.

Als Premierentermin nennt Arnold vorsichtig den Spätherbst 2019. Rocznik ist optimistisch. Noch vor dem Winter sollen die Außenarbeiten abgeschlossen sein. Noch aber fehlt offiziell die Genehmigung.

Von Markus Scharf

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