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Göttingen Bedenken gegen Seniorenheim groß
Die Region Göttingen Bedenken gegen Seniorenheim groß
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06:18 16.09.2012
Von Jürgen Gückel
Umstrittener Bauplatz am Einzelberg: Zwischen Dorfrand und Hügel soll bis zur Höhe dieses Weges das Heim entstehen.
Umstrittener Bauplatz am Einzelberg: Zwischen Dorfrand und Hügel soll bis zur Höhe dieses Weges das Heim entstehen. Quelle: Hinzmann
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Groß Schneen

Aus diesen Gründen verweigerte der Bauausschuss am Donnerstagabend, 13. September, eine Empfehlung an den Rat, einen Aufstellungsbeschluss zu fassen. Der Ausschuss empfahl nach alternativen Standorten möglichst in der Ortsmitte zu suchen.

Was also am Mittwoch, 12. September, im Ortsrat geschah, war laut SPD-Fraktionsvorsitzender Margot Blotevogel „die von uns gewünschte vorgezogene Bürgerbeteiligung“. Dabei formulierten die Gäste teils sehr grundsätzliche Bedenken wie die Frage, ob es nicht schon genug Senioren-Pflegeplätze im Landkreis gebe, ob man solch eine Einrichtung in der Gemeinde überhaupt brauche und ob diese nicht besser im Ortszentrum liegen müsse.

Größte Bedenken löste der Standort aus. Typisch waren Stimmen wie die von Neubürgerin Kathrin Voll: „Der Einzelberg ist ein Wahrzeichen. Eine Bebauung würde dessen Charakter verändern.“ Oder: „Der Bauplatz am Hang ist für ein Altenheim denkbar schlecht.“

Andere Diskussionsteilnehmer wollen „Alte am Dorfrand nicht ausgrenzen“, wieder andere sind „gegen eine Großküche am Wohngebiet“ oder haben Bedenken, dass das Wasser vom Hang Probleme im Dorf bereiten könnte. Ortsratsmitglied Renate Schmalfuß (Grüne) trug gleich ein Bündel Bedenken vor, wenngleich sie anerkannte, „dass Herr Tilch sich im Dorf sehr engagiert“.

Insgesamt argumentierten die Ortsratsmitglieder schließlich für den Beginn von Planungen. Dann, so Dirk Böning (CDU-Fraktion) könne auch der Bedarf von Heim- und Pflegeplätzen geklärt und ein alternativer Standort gesucht werden. Dann sei auch darzustellen, so Gemeindebürgermeister Andreas Friedrichs (SPD), wie viele Flächen bisher bereits ausgeschieden sind. Den Vorwürfen einzelner Zuhörer, man hätte von den Plänen nicht aus der Zeitung erfahren wollen, begegnete Karl Emde (SPD): „Auch ich finde die Hanglage problematisch, sehe aber keine Alternative. Die Informationen – da habe ich mich schlau gemacht – sind jedenfalls superexakt und vorschriftsmäßig gelaufen.“

Das hatte auch der Verwaltungschef versucht deutlich zu machen: Noch am Tag, als die Bauvoranfrage einging, wurde der Rat informiert. Tags darauf stellte das Tageblatt die Pläne vor. Erst ein Aufstellungsbeschluss des Rates erteilt der Verwaltung jetzt den Auftrag,  Unterlagen für die inhaltliche Beratung zu erarbeiten.

Ob das freilich überhaupt noch nötig sein wird, ist inzwischen mit einem Fragezeichen versehen: Nach einem Brief des Kirchenvorstandes an Investor und Gemeinde, zu dessen Inhalt die Autoren auf Anfrage schweigen, ist das Grundstücksgeschäft wieder offen. Die Fläche gehört nämlich der Kirche, die Tilch einen Verkauf zugesagt hatte. Über diese Zusage möchte der gerade neu formierte Kirchenvorstand noch einmal mit dem Investor sprechen.