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Göttingen Behindertensportler besuchen Hainberg-Gymnasium
Die Region Göttingen Behindertensportler besuchen Hainberg-Gymnasium
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00:17 24.02.2017
Von Katrin Westphal
Eike Gößling, Rollstuhlbasketball-Bundesligaspieler, übt mit Schülern Rollstuhl-Basketball. Quelle: Wenzel
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Göttingen

Die Elftklässler des Göttinger Hainberg-Gymnasiums treffen keinen Korb. „Ihr müsst kurze Pässe spielen, sonst wird das nichts“, ruft Eike Gößling dem Leistungskurs Sport zu. Er leitet die Praxisphase des Projekts „Von Behindertensport lernen!“ des Behindertensportverbands Niedersachsen. Die Schüler sind eigentlich Anstrengungen gewöhnt, kommen aber ganz schön ins Schwitzen. Obwohl es nur wenige Unterschiede zum Fußgänger-Basketball gibt: Der Schrittfehler heißt jetzt Schubfehler und Doppeldribbeln ist nicht erlaubt.

„Peinliche Fragen gibt es nicht“, hat Biathlet Josef Giesen Schüler des Göttinger Hainberg-Gymnasiums (HG) in die Podiumsdiskussion eingeladen. Das nutzten die Fünft-bis Elftklässler ausgiebig, als der Weltmeister mit dem Behindertensportverband Niedersachsen am Dienstag ihre Schule besuchte. Auch beim Rollstuhlbasketball gaben sie Gas.

„Ich bin schon zweimal umgefallen“, sagt Jonathan (16). Er hat sich bereits vorher ein Spiel angeschaut und meint: „Das ist ein ganz normaler Sport.“ Marie (16) findet es „total interessant, mal die Beine nicht bewegen zu können“. Und Fynn (17) fordert Gleichberechtigung: „Behindertensport sollte genauso gefördert werden wie alle anderen Sportarten.“ Doch welche Möglichkeit Behindertensport bereits bietet, erfahren die Schüler bei der anschließenden Podiumsdiskussion mit Josef Giesen. Weil seine Mutter während der Schwangerschaft nur eine einzige Tablette des Medikaments Contagan genommen hatte, kam ihr Sohn ohne Arme auf die Welt. Giesen erzählt, NDR-Moderator Andreas Kuhnt fragt und die Schüler wollen alles aus dem Alltag eines Sportlers mit Handicap wissen.

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Schüler stellen viele Fragen

„Können Sie Ihre Hose selbst aufmachen?“, „Können Sie Auto fahren?“ und „Haben Sie ein Handy?“, sind nur einige der Schülerfragen. Genauso hemmungslos antwortet Giesen. Er zeigt einen Stab, mit dem er Hosenknöpfe und Reißverschluss betätigen kann, hat Bilder von seinem umgebauten Auto dabei und bedient mit einem Finger geschickt sein I-Phone.

Die Schüler hätten in den Gesprächen mit Giesen vor allem erfahren, was alles erreichbar wird, wenn man sich Ziele setzt, erklärt Sportlehrer Oliver Aha, der das Projekt mit seinem Leistungskurs ans HG geholt hat. Denn: „Nur wer sich bewegt, kann was bewegen.“