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Göttingen Berufsschüler tragen in Göttingen Auslandserfahrungen auf die Straße
Die Region Göttingen Berufsschüler tragen in Göttingen Auslandserfahrungen auf die Straße
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19:00 06.05.2019
Mitmachaktionen am Europatag: Henrike Gudat und Clemens Hoffmann bieten ein Foto-Shooting an. Quelle: Christina Hinzmann
Göttingen

Einmal mehr ist am Gänseliesel und im Alten Rathaus am Montag ein Zeichen für Europa gesetzt worden. Um die Ausbildung im europäischen Ausland hat sich im Vorfeld der Europawahlen ein Europatag der drei Göttinger Berufsbildenden Schulen in Kooperation mit dem Kreisverband der Europa-Union gedreht. Auf dem Rathausplatz waren Infostände aufgebaut, zum Programm gehörten ein stets umlagerter Wahl-O-Mat, Fotobox, Europa-Quiz und Musikbeiträge.

Brexit – vom Omelett zum Ei

„Ich fühle mich hier unter Europafreunden – und das ist ein gutes Gefühl.“ Niedersachsens Europaministerin Birgit Honé (SPD) überreichte Auszubildenden der drei Europaschulen Dokumente zum Nachweis von Lernaufenthalten im europäischen Ausland – sogenannte Europapässe Mobilität. Jeder achte EU-Bürger sei 15 bis 24 Jahre alt, habe wesentlich mehr Möglichkeiten als seine Eltern oder Großeltern, sagte Honé: „Was passiert, wenn sich ein Staat aus der Gemeinschaft verabschiedet, erleben wir gerade beim Brexit – als ob man aus einem Omelett wieder ein Ei machen will.“ Die jungen Briten seien mit deutlicher Mehrheit für den EU-Verbleib, hätten sich aber nur wenig am Referendum beteiligt. „Die Alten haben den Jungen mit ihrer Entscheidung die Zukunft verbaut“, meinte die Ministerin und appellierte mit sorgenvollem Blick auf die geringe Wahlbeteiligung junger Menschen bei vorangegangenen Wahlen ebenso wie Europa-Union-Kreisvorsitzender Harm Adam, am 26. Mai proeuropäische Parteien zu wählen. Was jahrelang selbstverständlich erschien, müsse gegen Populisten und Nationalisten verteidigt werden. Auch die Jugendarbeitslosigkeit in Südeuropa dürfe man nicht aus den Augen verlieren, sagte Honé und nannte beispielhaft Pilotprojekte ihres Ministeriums für Kfz-Mechatroniker in Italien und Spanien. Das Erasmus-Austauschprogramm hob sie als erfolgreichstes gemeinschaftliches Förderprojekt Europas hervor.

Mit einem breit aufgestellten Bündnis für Europa habe Niedersachsen – leider als einziges Bundesland – ein Zeichen gesetzt, sagte Honé. Auch der Kreis Göttingen ist dem Bündnis beigetreten. Darauf verwies die Erste Kreisrätin Maria Gerl-Plein und betonte: „Europa ist ein großer Motivator.“

Das konnten die Berufsschüler, die als Erzieher, Laboranten, in Gastronomie, Verwaltung und kaufmännischen Berufen dank des Erasmus+-Förderprogramms jeweils rund acht Wochen lang Erfahrungen in ganz Europa sammeln konnten, nur bestätigen. „Ziemlich kalt, aber echt cool“, kommentiert Filip Schaar seinen Finnland-Aufenthalt. An einer bilingualen Privatschule in Helsinki hat der 22-Jährige die Nachmittagsbetreuung von Erst- bis Viertklässlern übernommen: „Das hat sehr viel Spaß gemacht.“

Positive Auslandserfahrungen

Ebenfalls ein durchweg positives Resümee ihrer Arbeit in einem Tageszentrum für Demenzerkrankte in Eindhoven in den Niederlanden zieht Annika Herrmann: „Supertoll.“ Die 27-Jährige konnte auch ihre Tochter mitnehmen, die dort eine Kindertagesstätte besuchte.

Wenn Deutsch und Englisch nicht weiterhalfen, hat sich Lena Thielemann in Rumänien mit „Händen und Füßen“ verständigen können. Die 23-jährige Schülerin der BBS III war an einer ganztägigen Grundschule in Hermannstadt für Unterrichtsbegleitung, Sport und Kunst zuständig. Von ihrer Auslandserfahrung war sie ebenso beeindruckt wie Rebekka Häger (22), die in einer Wohngruppe für Kinder und Jugendliche in Wien tätig war.

Viele Informationen zur europäischen Ausbildung hat es beim Europatag auf dem Platz vor dem Alten Rathaus gegeben. Quelle: Christina Hinzmann

Die europäische Perspektive gehöre zu vielen Berufen hinzu, merkte Honé an. Sehr hilfreich seien Stadt, Landkreis und Göttinger Firmen gewesen, sagte Lehrer Klaus Rölleke, der internationale Projekte an der BBS I koordiniert und von positiven Rückmeldungen angehender Büromanager, Verwaltungsfachangestellter und Industriekaufleute berichtet, die vor allem nach Großbritannien entsendet wurden. Vielleicht zum letzten Mal.

 

Von Kuno Mahnkopf

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