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Göttingen Bekennerschreiben zu Brandanschlägen
Die Region Göttingen Bekennerschreiben zu Brandanschlägen
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19:50 01.02.2012
Von Matthias Heinzel
Teeküche zerstört: Mit Sprengstoffhund am Tatort.
Teeküche zerstört: Mit Sprengstoffhund am Tatort. Quelle: CH
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Göttingen

Bisher sind die „Raz“ – „revolutionäre Aktions-Zellen“ – laut niedersächsischem Verfassungsschutz nur durch verschiedene Anschläge in Berlin in Erscheinung getreten. In dem „Raz“-Schreiben zu den Göttinger Vorfällen – verfasst von „sektion m. z.“ – erklärt die Organisation, im Kreishaus sei ein „Brandsatz herkömmlicher Art“ und unter Druck stehende Dosen mit Haushaltschemikalien zum Einsatz gekommen. Vor dem Landgericht, an dem auch ein „Raz“-Schriftzug gefunden wurde, habe man Camping-Gaskartuschen eingesetzt, die durch Hitzeeinwirkung zur Explosion gebracht worden seien. Letzteres deckt sich mit den Erkenntnissen der Polizei. Damals war ein Schaden in Höhe von mehreren 10 000 Euro entstanden.

 Die Anschläge hätten sich laut „Raz“ „Einrichtungen der staatlichen Abschiebemaschinerie“ und „gegen die staatliche Repression (Justiz)“ gerichtet. Interessant ist das Schreiben auch deshalb, weil die linksautonome Szene in Göttingen bislang immer dementiert hatte, mit der Verpuffung im Kreishaus irgendetwas zu tun gehabt zu haben. Unüblich für Texte aus dieser Szene ist das Bekennerschreiben in sehr fehlerhaftem Deutsch verfasst.