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Göttingen Neues Beratungsangebot im Landkreis
Die Region Göttingen Neues Beratungsangebot im Landkreis
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10:00 22.06.2018
Quelle: dpa
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Göttingen

„Für den Landkreis ist die Prävention gegen rechtsextreme Entwicklungen ein wichtiges Anliegen“, erklärt Kreisrat Marcel Riethig. „Mit dem neuen Angebot entwickeln wir unsere erfolgreiche Arbeit konsequent weiter und bauen zugleich die Unterstützung für Familien in den Beratungs­stellen und Familienzentren aus.“

Angestoßen wurde die Kooperation durch das Projekt „Respekt für Vielfalt“ des Landkreis Göttingen. Es ist eines von bundesweit 21 Modellpro­jekten zur Radikalisierungsprävention im Bereich rechtsextreme Orientie­rungen und Handlungen, die über das Bundesprogramm „Demokratie le­ben!“ des Bundesfamilienministeriums gefördert werden. Die Mitarbeiter des Projekts haben eine Zusatzqualifikation bei der Bundesfachstelle Familie und Rechtsextremismus in Bremen zur Beratung von Angehörigen rechtsext­remer Jugendlicher absolviert.

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„Niedrigschwellig und wohnortnah“

Ab jetzt kooperieren die Familienzentren im Landkreis Göttingen mit dem Mo­dellprojekt. Auch die Beratungsstellen für Eltern, Kinder, Jugendliche und Familien der AWO, der Caritas und des Landkreises in Osterode, Duderstadt, Göttingen und Hann. Münden sind einbezogen, erklärt die Göttinger Kreisverwaltung. Durch die engen Verbindungen untereinander soll eine fachlich kompetente Unterstützung für Hilfesuchende überall im Landkreis sichergestellt werden – niedrigschwellig und wohnortnah.

„Eltern und Familien verstehen die Hinwendung ihrer Kinder zur extremen Rechten oft als Problem, mit dem sie alleine fertig werden müssten“, erläutert Moritz Keppler, Mitarbeiter von „Respekt für Vielfalt“. „Dabei können sie sich Beratung oder sozialpädagogische Hilfe holen. Gerade im nahen Umfeld von jungen Men­schen liegen die entscheidenden Bedingungen, ob sich jemand menschenfeindlich orientiert oder nicht.“

Selbstsicher im Umgang mit Rechts

Hauptziel des neuen Beratungsangebots ist es, Angehö­rige und Familien zu stärken und zu unterstützen, damit sie selbstsicher rechten Hal­tungen und Entwicklungen in ihrem Umfeld begegnen können. Die jetzt vereinbarte Kooperation bietet mehrere Vorteile für die Unterstützung betroffener Familien und Angehöri­ger, meint die Kreisverwaltung: Sie finden künftig beim jeweiligen Familienzentrum in ihrer Gemeinde eine erste Anlaufstelle. Hilfesuchende können unverzüglich in den Räumen vor Ort einen Erstbera­tungstermin mit Mitarbeitern von „Respekt für Vielfalt“ ausmachen; außerdem können sie bei allgemei­nen Beratungen in den Stellen für Eltern, Kinder, Jugendlichen und Familien das Thema gleich mit ansprechen.

Das Informationsblatt für das neue Angebot des Landkreises mit allen Kontaktdaten ist bei allen beteiligten Institutio­nen zu finden. Die flächendeckende Etablierung eines Beratungsangebots für Angehörige zum Thema Rechtsextremismus ist eine Neuerung: Zwar existieren bundesweit viele fach­liche Beratungsangebote von spezialisierten Trägern. Die Anbindung dieses speziellen Angebots in allen Institutionen für Familien gehe jedoch einen Schritt weiter, meint der Landkreis.

Von Matthias Heinzel

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