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Göttingen Berlepsch erringt überregionale Bedeutung
Die Region Göttingen Berlepsch erringt überregionale Bedeutung
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19:45 19.08.2011
Von Jürgen Gückel
Wenn der Vater mit dem Sohne: Hans-Sittich Graf von Berlepsch (l.) und Sohn Fabian, heute Motor des „Tors zum Mittelalter“.
Wenn der Vater mit dem Sohne: Hans-Sittich Graf von Berlepsch (l.) und Sohn Fabian, heute Motor des „Tors zum Mittelalter“. Quelle: Gückel
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Berlepsch

Die Ähnlichkeit mit dem Slogan der Nachbarn, dem „Tor zur Freiheit“ in Friedland, ist nicht zufällig. Der neue Schlossherr, Fabian von Berlepsch, strebt eine enge Zusammenarbeit mit anderen touristischen Einrichtungen in Werra- und Leinetal an. Als nächstes will er auf dem Gelände des Schlosses Informationstafeln errichten, um den Gästen den Weg zu anderen attraktiven Zielen im Kreis Göttingen und dem Werra-Meißnerkreis zu weisen. Nicht Ausflügler aus der Region, sondern nationale und internationale Touristen sollen angesprochen werden vom „Mittelalter-Themenpark Berlepsch“. Von hier aus soll es weiter gehen zu touristischen Highlights der Region.

Das sehen auch die Landräte von Göttingen (Reinhard Schermann, CDU) und Eschwege (Stefan Reuß, SPD) so. Beide unterstützten das Bemühen um die Autobahnschilder, die genehmigt zu bekommen zehn Monate bürokratische Bemühungen bedeutete. Während im touristisch geprägten Bayern großzügig mit beinahe inflationär bewilligten Autobahn-Hinweisschildern umgegangen wird, hält man sich in Hessen und Niedersachsen an strenge Vorgaben. Als herausragendes Kulturdenkmal mussten die beiden Präsidenten der Landesdenkmalbehörden Berlepsch zunächst anerkennen. Ganzjährig muss es geöffnet sein, und mehr als zwei Hinweisschilder darf es zwischen zwei Autobahnknotenpunkten auch nicht geben.

Die beiden Berlepsch-Schilder sind erst die zehnten im ganzen Landkreis Göttingen. Sie stehen in Höhe des Gutes Ellerode (in Sichtweite) sowie vor der Brücke zur Stolle bei Dahlenrode. Schilder an der A 38 – obwohl hier die nächstgelegene Autobahnausfahrt wäre – sind vom Landesamt für Straßenbau, Bad Gandersheim, nicht genehmigt worden. Die Abstände zu weiteren Beschilderungen seien zu gering.

Bei der Freigabe der Schilder lobte Landrat Schermann das Engagement in Berlepsch. Das Schloss passe in die „Erlebnis- und Museumslandschaft“ Südniedersachsen. Das Projekt Römerlager bei Hedemünden, das geplante Museum im Grenzdurchgangslager Friedland und das Grenzlandmuseum Teistungen machten zusammen mit Berlepsch die Region zu einem Anziehungspunkt. Ein touristisches Gesamtkonzept sei auch länderübergreifend mit Hessen und Thüringen zu entwickeln.

Auch wenn man sich in Berlepsch mit den Schildern viele überregionale Gäste erhofft, sind die nächsten Termine auch regional interessant: Am Tag des offenen Denkmals (11. September) beginnt um 11 Uhr eine Schau zur Militärgeschichte des Schlosses: Von den Römern bis zu den Preußen können Soldaten aller Epochen bestaunt werden. Führungen zur Militärgeschichte durchs Schloss und ein mittelalterlicher Markt schließen sich an. An diesem Tag wird außerdem ein 20 000 Quadratmeter großes Maislabyrinth eröffnet.