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Göttingen Rekordbeteiligung bei den Ausstellern
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19:56 11.02.2019
Pressegespräch zur GöBit, der Berufsinformationsmesse: Klaus-D. Gläser, Rüdiger Rohrig, Julia Hillebrenner, Dr. Laura Breitsameter, Ingo Vallo (v.l.) Quelle: Christina Hinzmann / GT
Göttingen

190 Aussteller, so viele wie noch nie, beteiligen sich am Sonnabend, 23. Februar von 10 bis 15 Uhr am Göttinger Berufsinformationstag (GöBit) in der Lokhalle, Bahnhofsallee 1. „An den steigenden Ausstellerzahlen merken wir, dass der Wettbewerb um die Talente mit dem fortschreitenden demografischen Wandel schärfer wird“, erklärt Klaus-Dieter Gläser, der beim GöBit-Mitveranstalter, der Agentur für Arbeit, der Geschäftsführung vorsitzt. Die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge habe 2018 im Agenturbereich bei 2500 Stück gelegen. Vor ein paar Jahren seien es noch mehr als 3000 Verträge gewesen.

„Die Probleme, Mitarbeiter zu finden, werden in Zukunft noch zunehmen“, erwartet der Vorsitzende. Ein Fünftel der Arbeitnehmer sei derzeit älter als 55 Jahre. Sie schieden in den kommenden zehn Jahren aus dem Beruf aus. So viele junge Menschen, um sie zu ersetzen, gebe es aber nicht.

Klaus-D. Gläser Quelle: Christina Hinzmann / GT

„In diesem Jahr versuchen zudem besonders viele Firmen sich Auszubildende zu sichern“, beobachtet Gläser. Im kommenden Jahr würden in Niedersachsen keine Gymnasiasten Abitur machen, da die Landesregierung die Zahl der Schuljahre von zwölf auf 13 erhöhe.

Vorteile des Veranstaltungsorts Lokhalle

„Dem verstärkten Interesse der Unternehmen tragen wir Rechnung“, sagt Prokurist Rüdiger Rohrig von der mitveranstaltenden Volkshochschule Göttingen-Osterode. Zum zweiten Mal finde der GöBit nicht wie früher in den Berufsbildenden Schulen II (BBS II), dem dritten Mitveranstalter, statt, sondern in der Lokhalle. Die große, ebenerdige Ausstellungsfläche des Industriedenkmals ermögliche – anders als in den Schulen – eine übersichtliche, strukturierte Anordnung der Stände. Zudem sei das Gebäude komplett barrierefrei. Das Organisationsteam habe sich daher dort auch für die Jahre bis 2012 bereits Termine geben lassen.

Rüdiger Rohrig Quelle: Christina Hinzmann / GT

Lehrer Ingo Vallo zum verwirrend großen Angebot

„Der GöBit wird auch für Schüler und deren Eltern immer wichtiger“, beobachtet Ingo Vallo, der für die Ausstellung zuständige BBS-II-Abteilungsleiter. Hunderte Ausbildungsberufe und 10.000 Studiengänge gebe es mittlerweile. Angesichts dieses Angebots hätten viele seiner Schüler „Fragezeichen in den Augen“. Er rate den jungen Menschen, sich vorab mit der 28 Seiten starken GöBit-Broschüre einen Überblick zu verschaffen. Eine Checkliste im Heft helfe, sich über die eigenen Interessen klarer zu werden.

Christine Gudd zu Freiwilligendiensten

„An Bedeutung gewonnen haben die Freiwilligendienste“, berichtet Christine Gudd, die Pressesprecherin der Arbeitsagentur. Seit Einführung des Abiturs nach der zwölften Jahrgangsstufe im Jahr 2011 fühlten sich viele Schulabgänger zu jung fürs Berufsleben. Sie wollten erst einmal etwas anderes machen, so Gudd. Angesichts des eng gepackten Stundenplans stehe die Berufsorientierung zudem oft nicht mehr so im Vordergrund, ergänzt Studiendirektor Vallo. Freiwilligendienste ließen sich unter anderem in Kindertagesstätten und Seniorenheimen, bei Sanitätern oder in der Entwicklungshilfe ableisten.

Laura Breitsameter beschreibt die Adressaten der Veranstaltung

„Interessant ist die Ausstellung nicht nur für die Abgangsschüler, sondern auch für den Jahrgang darunter, erklärt Laura Breitsameter, Bereichsleiterin in der Agentur. Eine Reihe von Firmen suchten sich ihre Auszubildenden bereits im Vorjahr aus. Der GöBit richte sich zudem an Studierende, die an der Hochschule nicht glücklich seien. Firmen seien offen für sie. „Ein Drittel der Studierenden bricht ab“, ergänzt Gläser. Bei Ausbildungsberufen liege die Quote genauso hoch. Zu den Adressaten gehörten außerdem Arbeitnehmer ohne Berufsausbildung, die Helferttätigkeiten ausübten, sowie Wiedereinsteigerinnen nach einer Familienphase.

Von Michael Caspar

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