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Göttingen Das interessierte beim Berufsinformationstag in der Lokhalle
Die Region Göttingen Das interessierte beim Berufsinformationstag in der Lokhalle
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18:06 24.02.2019
Schüler und Studierende haben sich am Sonnabend auf dem 18. GöBit über die Vielfalt an Ausbildungen und Studiengängen informiert. 195 Stände waren in der Lokhalle aufgebaut. Quelle: Heller
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Göttingen

Wie sieht meine Zukunft aus? Diese Frage ist nicht immer leicht zu beantworten, und mit Blick auf die gefühlt unbegrenzten Auswahlmöglichkeiten für das spätere Berufsleben passiert es schnell, dass die Orientierung verloren geht.

Um Überforderungen und Fehlentscheidungen zu vermeiden, gibt der GöBit Interessenten die Möglichkeit, sich auf einen Schlag einen Überblick zu verschaffen. Zum 18. Mal jährt sich die Veranstaltung und hat sich bewährt – 3000 bis 4000 interessierte Studierende, Schüler, Eltern und Lehrende informierten sich an 195 Ständen über ein mögliches Studium, Ausbildungen oder Übergangsangebote.

Infos auch vorab

Im Voraus gab es bereits die Möglichkeit, sich über das Angebot des Göttinger Berufsinformationstags (GöBit) zu informieren und gegebenenfalls einige Standnummern zu notieren. Eine Broschüre, die die Angebotsvielfalt auflistete und einen Raumplan beinhaltete, machte durch farbliche Markierungen auf einen Blick deutlich, welche Angebote sich auf eine Ausbildung, ein Studium oder Auslandsaufenthalte oder Freiwilligendienste spezialisierten.

Schüler und Studierende haben sich am Sonnabend auf dem 18. GöBit über die Vielfalt an Ausbildungen und Studiengängen informiert. 195 Stände waren in der Lokhalle aufgebaut.

Im Bereich der naturwissenschaftlichen Berufe informierte unter anderem Waldemar Pohl, Auszubildender bei Zeiss, über die Tätigkeit eines Feinoptikers. „Wir fertigen neben vielen anderen Tätigkeiten Linsen für Mikroskope an", so Pohl. Die Ausstellungsobjekte des Standes seien zur Veranschaulichung größer als die eigentlichen im Betrieb verwendeten Linsen. Weitere von Zeiss angebotene Ausbildungsberufe seien Elektroniker für Geräte und Systeme und Industriemechaniker.

Polizistin oder Ökotrophologin?

Pauline Steffens besucht derzeit das Otto-Hahn-Gymnasium in Göttingen, überlegt allerdings im kommenden Schuljahr auf die BBS III zu wechseln. „Dort interessiert mich der soziale Schwerpunkt und Ökotrophologie." Es stehe allerdings noch nichts fest. „Wenn ich doch mein reguläres Abi mache, zieht es mich zur Polizei", erzählte Steffens.

Mit Informationsmaterial in beiden Händen bahnte sich unter anderem Celine Bierwisch, angehende Industriekauffrau bei Ottobock, ihren Weg durch die drängenden Menschenmassen und warb für die neuesten dualen Studiengänge in Wirtschaftsinformatik und Bachelor of Engineering. Von ihrer eigenen Ausbildung sei sie begeistert. „Es ist unfassbar, was einem alles geboten wird. Ich mache eine Ausbildung für Bürotätigkeiten und habe trotzdem Ahnung von Prothesen", sagte Bierwisch. Für einen Ausbildungsberuf bei Ottobock interessiert sich auch Hiske Göttling, die derzeit die zehnte Klasse der IGS Geismar besucht. „Ich habe dort bereits ein Praktikum absolviert, das mir sehr gefallen hat.“

Eltern unterstützen ihre Kinder

Viele Jugendliche haben zur Unterstützung ihre Eltern dabei. „Meine Tochter möchte Medizin studieren und da ich selbst aus dem medizinischen Bereich komme, kann ich ihr bei der Suche helfen“, erklärte Katja Reisener. Sie sei mit ihrer Tochter Nike Reisener auf dem GöBit, um sich über alle Möglichkeiten zu informieren, das Studium aufnehmen zu können, ohne den geforderten Notenschnitt vorzuweisen. „Ärzte werden doch benötigt und häufig fehlt den Medizinern die soziale Ader. Wir brauchen menschliche Ärzte“, setzte sich Reisener für ihre Tochter ein.

IJGD wirbt mit Plan B

Für diejenigen, die sich bislang nicht auf einen Bereich festlegen können oder wollen, gibt es die Möglichkeit der Übergangszeit. Mit einem Plan B warben beispielsweise die Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste (IJGD). Dabei können Interessierte zwischen einem Projekt im In- oder Ausland entscheiden. „Es geht darum, neue Erfahrungen zu machen, mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen oder seine eigenen Fähigkeiten auszutesten", beschrieb Paul Rouven Kiel, der selbst ein Freiwilliges Soziales Jahr in einer Reha-Einrichtung in Hildesheim absolvierte.

Um die Entscheidung zwischen einem Studium und einer Ausbildung zu erleichtern, bietet die ehrenamtliche Organisation „Arbeiterkind" ihre Hilfe an. „Schülerinnen und Schüler können mit den allgemeinsten Fragen zum Studium auf uns zu kommen", sagte Frauke Schneemann, die seit vier Jahren bei der Organisation tätig ist. Oftmals gebe es vonseiten der Familie auch Widerstand gegen ein Studium, weil keine Erfahrung in dem Bereich bestehe.

Organsisatoren und Unterstützer

Organisiert wurde der GöBit von der Agentur für Arbeit Göttingen, der Volkshochschule Göttingen Osterode gGmbH und den Göttinger Berufsbildenden Schulen II. Der GöBit wird auch in diesem Jahr unterstützt von zahlreichen Kooperationspartnern, darunter die Industrie- und Handelskammer Hannover, die Kreishandwerkerschaft Südniedersachsen, der Arbeitgeberverband Mitte, der Deutsche Gewerkschaftsbund Südniedersachsen-Harz, die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Göttingen, die Sparkasse Göttingen, die Bundeswehr, Measurement Valley, die Volksheimstätte, die Kanzlei Kappuhne∙Schreier∙Herbote sowie die Firmen Mahr, Continental, Jungfer, Silver Lynx, REWE, Sycor und Thimm Verpackung.

Proteste gegen die Bundeswehr

Gegen den Stand der Bundeswehr gab es vor und in der Lokhalle Proteste, wie die Betreiber des Twitter-Accounts des linken „Medienkollektivs Links unten“ berichteten. Schon vor dem GöBit hatte das Bündnis „Schule ohne Bundeswehr Göttingen das Festhalten der GöBit-Organisatoren kritisiert, „dem Militär als sogenannten Partner und Aussteller Jahr für Jahr Gelegenheit zur Rekrutiuerung für das Kriegshandwerk zu geben“, heißt es einer Mitteilung des Bündnisses. Es werde ein Raum geschaffen, „der beim Militär die Ausbildung von Minderjährigen an der Waffe fördert“. So würden Unicef, Amnesty International und Terre des Hommes der Bundesregierung und der Bundeswehr vorwerfen, „Kindersoldaten“ zu rekrutieren, argumentiert das Bündnis weiter. Es fordert den Ausschluss der Bundeswehr von künftigen GöBits.

Von Lisa Hausmann / mib

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