Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen „Bestes Ergebnis“ seit Bestehen der Universität
Die Region Göttingen „Bestes Ergebnis“ seit Bestehen der Universität
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:16 07.09.2011
Von Matthias Heinzel
Modifizierte Planung: Die neuen Bettenhäuser (violett) sollen in die Breite wachsen, nicht mehr in die Höhe. Quelle: EF/Ludes
Anzeige
Göttingen

Anders als noch 2008 sei das Klinikum kein Sanierungsfall mehr – ganz im Gegenteil. Dass in der Bilanz für das Jahr 2010 nicht mehr als eine schwarze Null geschrieben wurde, liegt nur daran, dass die Millionenverluste früherer Jahre aufgefangen werden müssen, erläuterte Klinikums-Finanzvorstand Barbara Schulte gestern bei der Vorstellung der Bilanz. Das reine Wirtschafts- und Betriebsergebnis sei deutlich positiv. Unter anderem hätten fünf Millionen Euro Rücklage gebildet werden können. Schulte: „Nach längerer Zeit können wir nun wieder selbst investieren.“

In den nächsten Jahren soll genau das geschehen. Der modifizierte Generalentwicklungsplan mit zwei neuen Bettenhäusern und einem Trakt mit jetzt 20 statt 18 Operationssälen sieht für diesen ersten Bauabschnitt jetzt ein Volumen von 170 statt 150 Millionen Euro vor. Baubeginn ist Ende 2012, Fertigstellung und Inbetriebnahme ist für 2015 vorgesehen. Abgesichert ist die Entwicklung durch einen bis 2016 geltenden „Zukunftsvertrag“ mit dem Land Niedersachsen.
Das Ende der Konsolidierungsphase bedeute auch ein Ende des Personalabbaus. Im Gegenteil habe das Klinikum damit begonnen, einzelne Bereiche personell aufzustocken, erklärte Martin Siess, Vorstand für den Bereich Krankenversorgung. Die sehr gute Bettenbelegung von 85 Prozent entspreche einer Vollauslastung.

Anzeige

Aber nicht nur finanziell geht es dem Klinikum deutlich besser, so Vorstandschef Cornelius Frömmel. Die Forschung sei durch den weiteren Schwerpunkt Onkologie gestärkt worden. Auch bei der Kooperation mit außeruniversitären Einrichtungen wie beispielsweise anderen Krankenhäusern gebe es eine „äußerst positive Entwicklung“.

Frömmels Fazit: „Das beste Ergebnis seit (Albrecht von) Hallers Zeiten“ – also seit Bestehen eines universitären Krankenhauses in Göttingen. Der Mediziner Albrecht von Haller (1708-1777) kam 1736 an die kurz zuvor gegründete Universität Göttingen, wo er den Lehrstuhl für Anatomie, Chirurgie und Botanik innehatte.