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Göttingen Besucherstopp in der UMG, dem Evangelischen Krankenhaus Weende und dem Eichsfeld-Klinikum
Die Region Göttingen Besucherstopp in der UMG, dem Evangelischen Krankenhaus Weende und dem Eichsfeld-Klinikum
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16:36 17.03.2020
Foto: Michael Mehle Klinikum Außenansicht UMG Nord-Süd-Achse mit Drohne Quelle: pht-airpicture.de/Michael Mehle
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Göttingen/Duderstadt

Der Coronavirus Covid-19 breitet sich auch in Niedersachsen weiter aus. Die Zahl der bestätigten Verdachtsfälle steigt rasant – auch in Göttingen und der umliegenden Region. Deshalb hat der Vorstand der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) beschlossen: Bis auf weiteres sind keine Besucher in den Gebäuden des Universitätsklinikums und auf allen Normalstationen zugelassen.

Die UMG folgt damit dem Erlass des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung. Die Maßnahme diene vor allem dem Schutz von Patienten und Mitarbeitern an der UMG vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus, teilt UMG-Pressesprecher Stefan Weller mit.

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Verständnis erbeten

„Wir bitten um Verständnis für diese Maßnahme“, sagt Dr. Martin Siess, Vorstand Krankenversorgung und Leiter des Krisenstabs an der UMG. „Sie alle helfen mit, das Risiko für immungeschwächte Patientinnen und Patienten sowie für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu verringern. Wir müssen jetzt dazu beitragen, dass vor allem die Kliniken und Krankenhäuser die Krankenversorgung unbeschadet aufrechterhalten können“, so Siess weiter.

Ausnahme für Kinder und Palliativpatienten

Als Ausnahme wird an der UMG in den Kinderkliniken, in palliativmedizinischen Situationen und auf den Intensivstationen ein Besucher pro Patient pro Tag zugelassen. Zur Anmeldung sollten Besucher im Vorfeld die betroffenen Stationen anrufen.

Schwerwiegende Erkrankungen werden weiterhin behandelt

Ungeachtet dessen behandelt die UMG weiterhin alle Patienten mit schwerwiegenden Erkrankungen, deren Versorgung aus medizinischen Gründen nicht verschiebbar ist. Dazu gehören Notfälle, akute Schmerztherapien sowie onkologische Behandlungen und Operationen.

„Als Universitätsklinikum hat die UMG in dieser schwierigen Lage die besondere Aufgabe, umfangreiche Intensivkapazitäten für die Patientinnen und Patienten bereitzuhalten, die an COVID-19 erkrankt sind“, sagt Siess. „Gleichzeitig müssen wir die Kapazitäten für die Behandlung anderer schwer Erkrankter aufrecht erhalten. Das ist logistisch und vor allem für unser ärztliches und pflegerisches Personal eine riesige Herausforderung.“

Seit Sonnabend keine Besuche im EK Weende

Im Evangelischen Krankenhaus Weende gilt seit Sonnabend ein Besuchsverbot. Der medizinische Geschäftsführer Prof. Michael Karaus hebt hervor, dass das Krankenhaus eine Fürsorgepflicht gegenüber Patienten und Mitarbeitenden habe. „Diese Fürsorgepflicht wollen und müssen wir wahrnehmen“, so Karaus „damit folgen wir den allgemeinen Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts und des hiesigen Gesundheitsamtes.“

Auf diese Weise könne auch die Gefahr der Übertragung weiterer Virusinfektionen, wie der Influenza (Grippe) und dem Noro-Virus (Brechdurchfall) vermieden werden. Betroffen von dieser Regelung sind der Standort Neu-Mariahilf, Waldweg 9 in Göttingen, der Standort Weende, An der Lutter 24 in Göttingen, der Standort Lenglern, Pappelweg 5 in Bovenden-Lenglern.

Aktuelle Schutzmaßnahmen im Eichsfeld-Klinikum

Dr. Uwe Schotte, Ärztlicher Direktor des Eichsfeld Klinikums: „Ab dieser Woche haben wir, soweit medizinisch vertretbar, geplante Patientenbehandlungen im Eichsfeld Klinikum zurückgefahren, um notwendige Kapazitäten für die Versorgung von schwer betroffenen Patienten mit COVID-19-Infektion und selbstverständlich alle weiteren akut behandlungsbedürftigen Patientinnen und Patienten verfügbar zu machen.“

Ab sofort bis auf Weiteres werden im Eichsfeld Klinikum keine öffentlichen Gottesdienste gefeiert. Pfarrer Carsten Kämpf und das Team der Klinikseelsorge stehen telefonseelsorgerisch unter der 03606 76-1119 zur Verfügung. Darüber hinaus werden für die Patienten in den Häusern Gottesdienste stattfinden, die ausschließlich über das Patientenfernsehen in die Patientenzimmer übertragen werden. 

Das Eichsfeld Klinikum sagt alle Vortragsreihen und Veranstaltungen bis auf Weiteres ab, hiervon betroffen sind unter anderem auch die Eltern-Informationsabende zur Geburtsvorbereitung, das Offene Trauercafé im Haus Emmaus Worbis und das Betreuungscafé des Caritativen Pflegedienstes Eichsfeld (CPE). Der vom Bildungsinstitut und dem CPE angebotene Kurs für pflegende Angehörige ab 01. April ist ebenfalls abgesagt und wird zu einem späteren Zeitpunkt erneut angeboten.

Neue Besuchszeiten im Eichsfeld

Besucher der drei Häuser des Eichsfeld Klinikums in Worbis, Reifenstein und Heiligenstadt werden gebeten, die Besuche ihrer Angehörigen sorgfältig zu planen. Es darf pro Patient nur ein Besucher empfangen werden. Besucher melden sich vor dem Besuch grundsätzlich beim Stationspersonal an. Die aktuellen Besuchszeiten: Täglich von 10 bis 12 Uhr und 16 bis 18 Uhr.

Keine Besuche im Altenheim

Entsprechend dem aktuellen Erlass des Thüringer Landesverwaltungsamtes werden Besuche für die Bewohner des Katholischen Altenpflegeheims St. Benedikt Reifenstein ab sofort zum Schutz der Bewohner nicht mehr zugelassen.

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Von Lea Lang