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Göttingen Betonwüste statt Grün im Alten Botanischen Garten Göttingen
Die Region Göttingen Betonwüste statt Grün im Alten Botanischen Garten Göttingen
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20:42 15.08.2013
Von Andreas Fuhrmann
2013: Der gesamte Innenhof vor dem Farnhaus (links) wurde gepflastert. Neue Bäume hat man bis jetzt nicht gepflanzt. Kleines Bild, 2002: das Farnhaus, rechts noch flankiert von einem großen Baum. Quelle: Hinzmann/Beuermann
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Vor allem der komplett gepflasterte Eingangsbereich ruft harsche Kritik hervor. Von „absolut trostlos“ bis „ideenlose Verunstaltung“ reichen die Kommentare von Bürgern, die die Tageblatt-Redaktion erreicht haben.

Einer der Kritiker der Umgestaltung des Eingangsbereichs ist Hartmut Dierschke, ehemaliger Leiter der Abteilung für Vegetationskunde und Populationsbiologie im Albrecht-von-Haller-Institut für Pflanzenwissenschaften. „Nachdem eine riesige alte Blutbuche und ein sehr ansehnlicher Trompetenbaum wegen Altersschwäche entfernt werden mussten, hätte es Möglichkeiten für eine attraktive Neugestaltung dieses Bereichs gegeben“, sagt Dierschke. „Entstanden ist jedoch eine versiegelte, trostlose Steinpflasterfläche großen Ausmaßes, ohne jeglichen botanischen Inhalt. Statt eines Kleinods gibt es nur noch Öde, statt Park einen überdimensionalen, kostenaufwändigen Parkplatz.“

Bestenfalls resignierendes Kopfschütteln

Das dafür investierte Geld hätte man lieber in die Pflege des Gartens oder in die Wiederbelebung der aus Finanznot geschlossenen Grünen Klasse stecken sollen, erklärt Dierschke. Denn größere Bereiche des Gartens ließen sich, „wenn überhaupt, nur noch mit Hilfe von Freiwilligen in Ordnung halten“. Er habe mit mehreren Institutsangehörigen über die Umgestaltung des Eingangsbereichs gesprochen. Ergebnis: „Fast durchweg Ablehnung, bestenfalls resignierendes Kopfschütteln.“ Für das Albrecht-von-Haller-Institut sei der Vorgang „ein recht blamables Aushängeschild“.

Angesprochen auf die Kritik teilt die Uni-Pressestelle lediglich mit: „Die Gestaltungs- und Umbauarbeiten im Alten Botanischen Garten verlaufen wie geplant und dauern noch an.“ Und weiter: „Sollten uns konkrete Beschwerden von Besuchern des Gartens erreichen, kümmern wir uns selbstverständlich darum.“ Gerüchte, nach denen es im Frühjahr Bestrebungen gegeben haben soll, den Hallerschen Garten einzuebnen, kommentiert die Pressestelle nicht. Und zur Kritik an der Pflege und dem Zustand des Alten Botanischen Gartens heißt es lapidar: „An der Verbesserung der personellen Ausstattung mit Gärtnerstellen arbeiten wir gerade.“

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