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Göttingen Pflegemangel: Krankenhaus-Betten werden abgemeldet
Die Region Göttingen Pflegemangel: Krankenhaus-Betten werden abgemeldet
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16:24 27.07.2019
Wegen des neuen Pflege-Personalschlüssels werden nicht mehr alle Betten in Krankenhäusern belegt. Quelle: dpa
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Göttingen/Duderstadt

Mit einem Kinospot macht die Niedersächsische Krankenhausgesellschaft aktuell darauf aufmerksam, dass Betten und Stationen wegen des Personalmangels und der Pflegepersonalvorgaben in Krankenhäusern nicht mehr belegt werden können. In den Kliniken der Region kommt das für einzelne Betten vor, nicht aber für ganze Stationen.

UMG-Betten werden „vereinzelt“ abgemeldet

Helle Dokken, Pflegedirektorin an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), sagt: „ Aufgrund von Personalengpässen im Pflegebereich werden vereinzelt und vorübergehend an der UMG Betten abgemeldet.“ Um eine angemessene Patientenversorgung zu gewährleisten, würden die Aufnahmekapazitäten in einigen Bereichen überprüft und angepasst. „Zu einer dauerhaften Schließung von Betten wegen Pflegepersonalmangels ist es an der UMG nicht gekommen“, sagt Dokken. Sie räumt aber ein, dass es auch für das Uniklinikum „eine ständige Herausforderung“ sei, ausreichend und qualifizierte Pflegekräfte zu binden und zu akquirieren. Dafür verfüge die UMG über eine Bildungsakademie, die im Bereich Gesundheits- und Krankenpflege, Gesundheits- und Kinderkrankenpflege und Hebammen mehr als 300 Ausbildungsplätze stellt. Zusätzlich werden dort Operationstechnische Assistenten und ab Herbst auch Anästhesietechnische Assistenten ausgebildet. Dennoch: „Da eine ausreichende Pflegepersonalbesetzung oberste Priorität hat, werden noch in diesem Jahr insgesamt 52 Pflegefachkräfte aus Italien und Philippinen an der UMG anfangen“, so Dokken.

St.-Martini-Duderstadt: Einzelne Betten gesperrt

Ähnlich auch im Duderstädter St.-Martini-Krankenhaus: „Bisher mussten keine Stationen aufgrund von Personalmangel geschlossen werden“, teilt Geschäftsführer Markus Kohlstedde mit. „Es kommt aber vor, dass einzelne Betten gesperrt werden, wenn es die Auslastung zulässt – zur Entlastung der verbleibenden Mitarbeiter“, teilt er mit. Die Personalstandards im Krankenhaus St. Martini können seiner Aussage nach eingehalten werden. „Die sich aus dem Pflegepersonalstärkungsgesetz zusätzlich ergebenden zehn Stellen sind besetzt worden“, so Kohlstedde. Bisher gelte: „Wir hatten bisher keine Probleme, offene Stellen zu besetzen.”

Weender Krankenhaus: Einzelne Betten gesperrt

Im Evangelischen Krankenhaus Göttingen-Weende arbeiten 502 Mitarbeiter in der Pflege. „Es kommt vor, dass einzelne Betten gesperrt werden, wenn es die Auslastung zulässt – zur Entlastung der Mitarbeiter. Ganze Stationen mussten hingegen noch nie geschlossen werden“, so Kliniksprecher Stefan Rampfel. „Wir haben alle Stellen besetzt und liegen über unserem bisherigen Personalschlüssel. Seit Beginn des Jahres seien 101 Pflegekräfte eingestellt worden, auch die Bewerberlage sei gut. „Dennoch unternimmt das Weender Krankenhaus weiterhin starke Aktivitäten, um zusätzliche qualifizierte Pflegekräfte einstellen zu können“, so Rampfel weiter. Über das im Mai neu etablierte Ausfallmanagement gebe es im Weender Krankenhaus positive Rückmeldungen, es sei eine der wenigen Kliniken mit einem funktionierenden Ausfallmanagement.

Neu Bethlehem: „Keine Probleme“

Im Krankenhaus Neu Bethlehem sei die Personallage „zufriedenstellend“, sagt Kliniksprecher Wolfgang Schäfer. Und weiter: „In unserem Haus gibt es zur Zeit keine Probleme. Wir erfüllen die Anforderungen der Pflegepersonaluntergrenzenverordnung und haben Maßnahmen nach dem Pflegepersonalstärkungsgesetz in unseres Hauses eingeleitet.“ Man suche aber weiterhin examinierte Pflegekräfte, teilt er mit.

Von Britta Bielefeld