Opfer war ein aus dem Iran stammender Fahrer des Unternehmens Puk Minicar. Der heute 52-Jährige war Ende Mai 2012 in der Ruhstrathöhe in Geismar von dem ihm unbekannten Täter angegriffen und durch einen Schlag gegen den Kehlkopf schwer verletzt worden.
Als der Fahrer am Boden lag, trat ihn der Angreifer noch zweimal mit dem Fuß. Dabei rief er „Geh zurück in dein Land, du A...“ Außer einer schweren Prellung trug der Überfallene eine angebrochene Hand davon.
Im Gerichtssaal erklärte der 23-Jährige am Montag, dass er damals drogenabhängig gewesen sei. Für den Übergriff kassierte er eine Freiheitsstrafe von elf Monaten, die für einen Zeitraum von drei Jahren auf Bewährung ausgesetzt wurde. Außerdem muss der Mann 300 Arbeitsstunden ableisten. Über den Verein Ausgleich kommt der Verdienst seinem damaligen Opfer zugute, das auf diese Weise 2400 Euro Schmerzensgeld erhält.
Kollegen des Minicar-Fahrers hatten die Verhandlung besucht, um ihre Solidarität zu zeigen. Überfall und Verurteilung nahm der Arbeitgeber des Iraners zum Anlass, sich allgemein gegen Übergriffe auf Menschen mit Migrationshintergrund auszusprechen.
„Dumpfe Vorurteile und rassistische Beleidigungen gehören leider zum Alltag von Migranten, nicht nur im Taxi oder Pinicar“, erklären Udo Appelhans und Kai Jung von Puk Minicar. „Wir verurteilen derartige Angriffe auf Kollegen und sprechen uns gegen jegliche Form rassistischer Ressentiments aus.“