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Göttingen Piraten und Wikinger im Göttinger Ring
Die Region Göttingen Piraten und Wikinger im Göttinger Ring
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00:18 13.12.2017
Marcus Monere zeigte, warum er der amtierende Champion ist. |
Marcus Monere zeigte, warum er der amtierende Champion ist. | Quelle: Helge Schneemann
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Göttingen

Schon vor Beginn des ersten Kampfes war klar: Wrestling erfreut sich in Göttingen definitiv immer größerer Beliebtheit, denn alle Stühle um den Ring waren besetzt. „Wir musste noch 40 Stühle dazustellen“, sagte Philipp Kostka, der als „Mr. Geil“ in den Ring steigt. Mehr Zuschauer als erwartet waren Kostka zufolge gekommen, über 140 Zuschauer sind es schließlich gewesen.

Angespornt durch die zahlreichen Zuschauer gaben die Wrestler im Ring Vollgas. Und zimperlich gingen sie dabei naturgemäß nicht vor. Alles nur Show? So wie die Kämpfer mitunter auf den Ringboden krachten, verzog man selbst als Zuschauer manchmal unwillkürlich das Gesicht.

Eines war definitiv keine Show: Die Körperbeherrschung von Champion Marcus Monere und Co. Kopfstand auf den Seilen in der Ringecke, spektakuläre Attacken, bei denen die Kämpfer senkrecht mit dem Kopf nach unten in der Luft zu stehen schienen, begeisterten das Publikum. Manchen Fan hielt es dabei schon nicht mehr auf seinem Stuhl. „Die wissen, was sie tun. Das wirkt sehr professionell“, sagte Jonas Meisel.

Geburtstagsshow der Big Wrestling Action im Waldweg.

Als Askeladd Gormsson standesgemäß mit einer Wikinger-Axt in den Ring stieg, rief jemand aus dem Publikum: „Das ist doch nur Plastik“. Das metallische Klirren der Klinge am Ringpfosten belehrte alle eines besseren. Allerdings musste der Wikinger seine Axt vor dem Kampf an den Ringrichter abtreten. Sie kam erst wieder für die Fotos mit Fans zum Einsatz. Seinem Sieg tat das keinen Abbruch. „Ich bin mehr als zufrieden, habe ja gewonnen“, freute sich Gormsson nach dem Kampf.

Aber nicht nur die Kämpfe an sich boten große Unterhaltung. Der Einlauf der Kämpfer mit brüllend lauter Musik und Lichteffekten war schon ein Spektakel für sich. Von Rock über Metal bis hin zu David Hasselhoffs „True Survivor“ war alles dabei. Ausgewählt hatte die Titelmusik des Films „Kung Fury“ BWA-Step Up Champion Jacob Valentine, der gegen Chris Tyson seinen Titel verteidigen musste. Die Halle schien jedenfalls eher auf der Seite Valentines zu sein: Unter „Jacob“-Sprechchören sicherte er sich schließlich den Sieg.

Eine große Show bot BWA-Champion Marcus Monere bei seiner Titelverteidigung gegen Lucas Robinson. Teils akrobatisch kämpfte sich Monere im Piratenlook durch den Ring und bewies, warum er der amtierende Champion ist. Ein wenig Komik bot das Match, als Robinson dem amtierenden Champion mehrfach durch die Beine entkam. Da schlich sich auch bei nicht ganz so beinharten Fans ein Lächeln auf die Lippen. Am Ende aber verteidigte Monere seinen Titel erfolgreich unter dem Jubel seiner Fans.

Ganz in der Tradition des großen Wrestling aus den USA gab es immer wieder kleine Scharmützel der Rivalen für die Team-Kämpfe. Martialisches Auftreten und markige Worte in Richtung Publikum und Gegner waren das Eine. Wohl gewählter Wortwitz etwa in Form eines der legendären Ausraster von Schauspieler Klaus Kinski zeugten von der Kreativität der Kämpfer abseits des Kampfgeschehens.

Übrigens auch die Kostüme der Kämpfer waren einen zweiten Blick wert: Robinson etwa, der sich als Abenteurer inszenierte, trug eine Hose in Weltkartenoptik, Moneres Piratenlook zeugte ebenso von einem Auge fürs Detail.

„Das ist Entertainment pur, die Jungs machen das richtig gut“, sagte Zuschauer Maurice Loewe. Der Göttingen besuchte das erste Match der BWA vor zwei Jahren und hat seitdem keines ausgelassen. „Es hat schon Geschichte und man kennt die Leute“, so Loewe. Für „Mr.Geil“ hingegen verlief der Abend trotz seines Sieges nicht ganz so erfreulich: Rückenschmerzen nach seinem Kampf machten ihm Sorgen. Eben doch nicht alles Show.

Von Finn Lieske

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