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Göttingen Ein Jahr nach Rach: Frank Heise zieht Bilanz von „Franks Piraterie“
Die Region Göttingen Ein Jahr nach Rach: Frank Heise zieht Bilanz von „Franks Piraterie“
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18:23 26.07.2013
Von Matthias Heinzel
Damals auch am Hernd ein gutes Team: Frank Heise (l.) und Christian Rach
Damals auch am Hernd ein gutes Team: Frank Heise (l.) und Christian Rach Quelle: Vetter
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Dransfeld

„Rach, der Restauranttester“ heißt die RTL-Dokuserie, in der der Profi-Koch kriselnde Restaurants besucht und Verbesserungen und neue Konzepte entwickelt, damit sie künftig auf dem umkämpften Gaststättenmarkt bestehen können.

Im Fall von „Torte‘s In“ war es ein Gast, der Rach um Hilfe bat. Die nahm Heise zunächst abwartend, aber, nachdem er Rach kennengelernt hatte, schnell auch begeistert an.

Bei der Umgestaltung der  Gaststätte und der Entwicklung eines neuen Konzepts lehnte sich Rach an Heises Vergangenheit an, der jahrelang als Schiffskoch unterwegs war. Unter anderem arbeitete Heise als Konditoreichef auf dem Luxusliner „Queen Elizabeth 2“. Fortan hieß Heises Restaurant „Franks Piraterie“.

Dauerhaft gut belegt

Und die läuft prima, sagt auch Heise. Zwar sei der Neueröffnungsboom nach etwa drei Wochen etwas abgeebbt, das Restaurant sei aber immer noch dauerhaft „sehr gut belegt und stabil“. Rachs Aktion und die Neuorientierung seien „ein Volltreffer“ gewesen. Viele „auch namhafte“ Unternehmen, meint der Chef-Pirat, seien auf seine Gaststätte aufmerksam geworden, um dort ihre Firmenfeiern abzuhalten.

Außerdem habe er eine Reihe von Stammgästen hinzugewonnen, sagt Heise: „Die kommen teils aus Nordhausen zu mir.“ Auch die Gasexplosion ein Tag vor Weihnachten habe das Restaurant nicht aus der Bahn geworfen.

Ähnlich sieht das auch Christian Rach selbst. „Torte’s In“ sei „eine schwierige Nummer“ gewesen, weil die Camper auch gerne selbst kochen und das Geschäft saisonal sehr unterschiedlich gelaufen sei. Rachs Fazit jetzt: „Der Heise macht das ganz toll. Der hat zu seiner eigenen Linie gefunden. Und auch den Unfall mit der Gasexplosion hat er super gemeistert.“

Billig, billig nicht zielführend

Er habe nur den ersten Schub gegeben, sagt Rach über seinen Beitrag zum Erfolg von „Franks Piraterie“. Denn „das Nachvornekraulen geht nicht nach Drehbuch“. Vor allem habe Heise begriffen, dass „immer nur billig, billig, billig“ nicht zum Ziel führe.

Denn die Bilanz von Rachs Restaurant-Interventionen ist durchwachsen, wenn auch vorwiegend positiv. Von zehn besuchten Restaurants, sagt Rach, kämen im Schnitt knapp sechs Lokalitäten über den Berg. Die anderen scheitern, werden insolvent oder bekommen einen neuen Betreiber.

Heise wiederum will den neuen Kurs nach dem Umsteuern weiterverfolgen: Für die nächste Zeit plant er, eine Grillhütte zu errichten.

Würzig und karibisch eingefärbt

Seit den Zeiten von „Torte’s In“ hat Frank Heise seine Speisekarte stark verändert. Vielen Gerichten verleiht der Chef jetzt einen karibisch-würzigen Touch, gerne auch mit saisonalen Variationen. Einige Camping-Klassiker wie beispielsweise Currywurst mit Pommes Frites oder verschiedene Burger sind allerdings geblieben. Aber auch die können kreativ aufgemotzt bestellt werden.

Und die Pommes sind keine Fertigware, sondern hausgemacht. Mal was anderes und sehr empfehlenswert: die Pommes Frites aus Süßkartoffeln.

Während gängige Speisen wie Schweineschnitzel bei Heise nicht als Billigware, sondern in gehobener Fleischqualität, saftig und schön zart auf den Teller kommen, hat Heise seine Speisenauswahl gegenüber früheren Zeiten im Qualitätsanspruch nach oben erweitert. Immer noch bezahlbar, bringt Heises Küche unter anderem sauber auf den Punkt gebratene Rump-, Filet- oder ein halbes Kilo schwere T-Bone-Steaks hervor.