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Göttingen "Bloß nicht rund sein, sondern eckig"
Die Region Göttingen "Bloß nicht rund sein, sondern eckig"
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14:40 04.09.2009
Als Politiker „nah dran am Menschen": Wilhelm Priesmeier kandidiert im Wahlkreis 53 für den Bundestag.
Als Politiker „nah dran am Menschen": Wilhelm Priesmeier kandidiert im Wahlkreis 53 für den Bundestag. Quelle: Hinzmann
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Ein Feuerwehrwagen fährt vor. Mit strahlendem Lachen und sich für die Verspätung entschuldigend, steigt Wilhelm Priesmeier aus seinem Wahlkampfbus. Frühmorgens noch Termine in Berlin, danach Straßenwahlkampf in Goslar, jetzt Zwischenstopp in Northeim. Treffpunkt ist die Geschäftsstelle des SPD-Unterbezirks Northeim-Einbeck, statt einer seiner Lieblingsorte im Wahlkreis: der heimische Garten in Dassel-Markoldendorf oder Goslar, das „eine gewisse Atmosphäre und mit der Kaiserpfalz etwas Besonderes hat", wie der geschichtlich interessierte 55-Jährige erklärt.

Bereits mit 16 Jahren ist der gebürtige Westfale, der „mit kirchlicher Jugendarbeit angefangen" hatte, in die SPD eingetreten. Auslöser, sich politisch zu engagieren, war ein selbst verwaltetes Jugendzentrum: „Das existiert heute noch", erinnert sich Priesmeier an die damalige „Aufbruchstimmung" und sein Amt als Schulsprecher, das er auch als „politisches Mandat gesehen" habe.

Seit 2002 Bundestagsabgeordneter, tritt der Tierarzt zum dritten Mal zur Wahl an. Der Listenplatz („Ich glaube 30") sei ihm dabei egal: „Dieser Wahlkreis wird direkt gewonnen", sagt Priesmeier. Der Bezug zur Kommunalpolitik sei wichtig, „da bleibt man nah dran am Menschen." Und: „Es ist etwas Besonderes, das man nicht alle Tage geschenkt bekommt, eine Verkettung reiner Zufälle und glücklicher Umstände." So beschreibt Priesmeier, der sein Mandat als Aufgabe, nicht als Beruf versteht, seinen politischen Werdegang.

Wichtig dabei ist dem vierfachen Familienvater, dass man „das familiäre und private Umfeld behält". Seit 29 Jahren verheiratet, achte er darauf, sich genügend Zeit mit Ehefrau Ingrid zu nehmen, die als selbstständige Hebamme tätig ist, und ihn in der heißen Wahlkampfphase begleite. „Aus ganz kleinen Verhältnissen" kommend, wäre sein beruflicher Weg „ohne BaföG gar nicht möglich gewesen", resümiert der promovierte Tierarzt, der sich 1984 mit seiner Praxis niedergelassen hat. Mit 14 Jahren habe er beim Jobben in einer Schmiede „mit eigenen Händen" sein erstes Geld verdient. Und so gelte für die Kinder (20 bis 28 Jahre), die gerade in alle Welt gingen, dass sie „alle Unterstützung erhalten, die sie brauchen, aber der Rest muss von ihnen selbst kommen".

In der Freizeit hebt Priesmeier gerne mal gerne ab - mit dem Ultraleichtflieger. „Wer sich des Risikos nicht bewusst ist, sollte die Finger davon lassen", sagt der Bundestagsabgeordnete. Und zum Schluss erzählt der SPD-Kandidat, der direkte und geradlinige Menschen schätzt, von seiner Zeitung „Wilhelm aktuell", der man ansehen soll, dass sie selbst gemacht ist. Und für ihn als Politiker gelte: „Bloß nicht rund sein, sondern eckig."

Priesmeiers Arbeitsschwerpunkt auf bundespolitischer Ebene liegt auf dem Feld der Agrar- und Verbraucherschutzpolitik. Hier könne er als stellvertretender agrarpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion (seit 2004) im Fachausschuss seine Qualifikation und Erfahrungen einbringen, die er in mehr als 20 Jahren Tätigkeit als Tierarzt gesammelt hat. In den Bereich Agrarpolitik fällt auch Energiegewinnung aus nachwachsenden Rohstoffen. Mit Erfolg, so Priesmeier, habe er sich dafür eingesetzt, dass durch die Veränderung des Erneuerbare-Energien-Gesetz und des Baugesetzbuches die Voraussetzungen geschaffen wurden, dass der Landwirt der Zukunft auch Energiewirt sein kann und wird. Darüber hinaus ist er Tierschutzbeauftragter der Bundestagsfraktion seit 2003. „Auch in Zukunft werden wir uns dafür einsetzen, dass das Wohl der Tiere das Gewicht bekommt, das ihm gebührt."

03.09.2009
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