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Göttingen Göttingen und Umgebung: Wo geböllert werden darf, und wo nicht
Die Region Göttingen Göttingen und Umgebung: Wo geböllert werden darf, und wo nicht
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08:16 27.12.2018
Böllern verboten: In vielen Fachwerk-Städten darf kein Feuerwerk gezündet werden. Quelle: dpa
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Göttingen/Hann.Münden/Duderstadt

Für die einen gehören Feuerwerk und Knaller zu einem fröhlichen Jahreswechsel, die anderen Bürger sind froh über ein Böllerverbot. In diesem Jahr wird in Göttingen nicht nur, wie bereits zweimal zuvor, in der Innenstadt ein Böllerverbot ausgesprochen und kontrolliert, erstmals werden Knaller auch aus Grone, rund um den Jona-Platz verbannt. Polizei und Ordnungsamt wollen auf die Einhaltung der Regeln hinweise und sie kontrollieren.

“Wir sind mit einer vergleichbaren Personalstärke wie im Vorjahr unterwegs”, sagt Rainer Nolte, Leiter Einsatz der Polizei Göttingen. Erneut wollen die Polizisten “in gemischten Streifen” mit Kollegen vom Ordnungsamt der Stadt in den Straßen unterwegs sein und die Göttinger und Groner darauf hinweisen, dass das Verbot einzuhalten ist. “Es geht uns vor allem aber auch um die generelle Sicherheit auf der Straße”, sagt Nolte. Deshalb werde die Polizei Präsenz zeigen.

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Verbot gilt an vielen Orten

Ein Böllerverbot gilt generell in unmittelbarer Nähe von Altenheimen, Kinderheimen, Kirchen, Krankenhäusern, sowie besonders brandempfindlichen Gebäuden wie Reet- und Fachwerkhäusern: Darauf weist der Niedersächsische Städte- und Gemeindebund hin. Besondere Rücksichtnahme sei auch in der Nähe von Gewerbegebieten, in denen gefährliche Stoffe lagern können, Sammelunterkünften, Tankstellen und Tierheimen geboten. Die Verwendung von sogenannten „Himmelslaternen“ sei in Niedersachsen aus Brandschutzgründen generell verboten.

Feiern auf dem Tanzwerder

Eine historische Altstadt voller Fachwerkhäuser hat nicht nur Göttingen zu bieten: Auch in Hann.Münden gilt ein Feuerwerksverbot, teilt Jörg Golde vom Ordnungsamt mit. Allerdings: “Wir bieten den Bürgern eine Alternative an”, sagt Golde. Auf dem Tanzwerder, dort wo Werra und Fulda sich zur Weser vereinigen, wird Silvester eine Böllerzone freigegeben. „Das wird gut angenommen”, sagt der Fachmann. Die Mündener treffen sich dort, umgeben von drei Flüssen, zum gemeinsamen Feuerwerk-Abbrennen. Autofahrer werden darauf hingewiesen, ihr Fahrzeug dort zum Jahreswechsel besser nicht zu parken.

Verbot in Bovenden und Northeim

Auch in Bovenden gilt seit einigen Jahren das Verbot. Deshalb wird es in diesem Jahr wegen der alten Fachwerkhäuser und der engen Bebauung im Altdorf wieder ein Abbrennverbot für Silvesterfeuerwerk geben. Das teilt Bürgermeister Thomas Brandes mit. Das Verbot ist räumlich begrenzt und umfasst auf den Tunneldeckel Bahnstrecke/B 3 sowie im Umkreis von 50 Metern unter anderem folgenden Straßen: Auf dem Plane, Auf dem Thie, Breite Straße, Burgstraße, Feldtorweg, Im Bache, Im Winkel, Kirchgasse, Obere Gasse, Untere Gasse, Untere Straße, Vor dem Tore und Zehntenstraße.

In Northeim ist das Abbrennen von Feuerwerk im Bereich der historischen Altstadt ebenfalls komplett untersagt. Der Bereich wird begrenzt durch die Wilhelmstraße, Friedrichstraße, Göttinger Straße, Breiter Weg, Friedrich-Ebert-Wall und In der Fluth. In Einbeck gilt das Abbrennverbot in der Kernstadt.

Verständnis seit Brand im Jahr 1999

In Osterode hat die Stadtverwaltung ein Verbot ausgesprochen, um „in der historischen Altstadt die Brandgefahr zu verringern”, so Mareike Klostermann. In Osterode gilt das Böllerverbot seit 1999, da in der Silvesternacht 1998/1999 einige Häuser in der Altstadt durch Feuerwerk abgebrannt waren. Das Verständnis der Bevölkerung dafür sei deshalb groß.

Zum bevorstehenden Jahreswechsel weist auch die Stadtverwaltung Duderstadt wieder auf das bestehende Feuerwerksverbot innerhalb des Walls „im Interesse der Innenstadtbewohner und des Schutzes der historischen Bausubstanz“ hin. Auch im Umkreis bestimmter Einrichtungen und von Fachwerkhäusern darf nicht geböllert werden, so Sabine Holste-Hoffmann, Leiterin des Fachdienstes Gefahrenabwehr und Feuerschutz der Stadt Duderstadt. Im Jahr 2010 hatte der Rat der Stadt Duderstadt auf Empfehlung des Ortsrates Duderstadt die gesetzliche Regelung konkretisiert und das Abbrennen von Feuerwerk innerhalb des Walles verboten. Geböllert wird den Erfahrungen des Ordnungsamtes in Duderstadt zufolge vor allem an den Ausfallstraßen und den Kreuzungsbereichen direkt vor dem Wall – etwa am Westertor, am Obertor oder im Bereich Ebertring. In den Ortschaften Duderstadts gebe es kaum Beschränkungen. In den vergangenen Jahren habe es Holste-Hoffmann zufolge keine Vorkommnisse gegeben, „die uns gezwungen hätte, aktiv zu werden“, sagt sie. Würde das Gesetz allerdings ganz streng ausgelegt, „dürfte in dieser Stadt und in sämtlichen Ortsteilen nirgends geböllert werden“. Die Stadt appelliere daher an die Eigenverantwortlichkeit und Vernunft der Menschen.

Böllerverbot im Naturschutzgebiet „Seeburger See

Die Samtgemeinde Radolfshausen weist darauf hin, dass sich im Bereich des Seeburger Sees und damit auch am Restaurant Graf Isang das Naturschutzgebiet „Seeburger See“ befinde. Deshalb dürfe hier und im Umfeld nicht geböllert werden.

Von Britta Bielefeld

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