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Göttingen Böllerverbot auf dem Jonaplatz
Die Region Göttingen Böllerverbot auf dem Jonaplatz
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00:32 30.04.2018
Auf dem Jonaplatz in Grone-Süd wird zu Silvester gerne laut geböllert – für manche zu laut. Quelle: Niklas Richter
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Grone

Für die Göttinger Linke hatte Ortsratsmitglied Hendrik Falkenberg einen Antrag auf ein Böller- und Raketenverbot auf dem Jonaplatz in Grone-Süd gestellt. „Anliegende Gebäude, Wohnungen und Balkone“, begründete Falkenberg seinen Antrag, „wurden zum Teil so stark beschädigt, dass sie zeitweise unbewohnbar waren.“ Dass der Platz durch seine Anlage akustisch einen Kessel bilde, der Böller ohrenbetäubend laut werden lasse, sei für manche Hobby-Feuerwerker offenbar besonders interessant, „versetzt andere jedoch in Angst und Schrecken“. Auch dass die Einsätze von Polizei und Feuerwehr von Feiernden zeitweise behindert wurden, sei nicht hinnehmbar: Ein Böllerverbot nach Innenstadt-Vorbild könne dem Einhalt gebieten.

Unerträglich laut

Dass am Jonaplatz unerträglich laut geböllert werde, räumten auch die anderen Parteien ein. Ein Verbot zu erlassen, argumentierten Bürgermeisterin Birgit Sterr und Bernd Grunwald (beide SPD), sei jedoch überflüssig, weil es ein solches schon längst gebe: In Niedersachsen dürfen seit 2009 seit 2009 direkt neben Altenheimen, Kinderheimen, Kirchen, Krankenhäusern sowie Reet- und Fachwerkhäusern kein Feuerwerk gezündet werden. Zu solchen Gebäuden muss ein Mindestabstand von 200 Metern eingehalten werden.

Doch innerhalb dieses Mindestabstands um den Jonaplatz steht die Jona-Kirche. Die Folge: Auf dem Platz ist Feuerwerk ohnehin verboten.

Wie Verbot durchsetzen?

Das Problem sei ein anderes: Wie früher am Göttinger Marktplatz sei es schwierig, dieses Verbot tatsächlich durchzusetzen. Statt ein weiteres Verbot zu beantragen, solle der Ortsrat vielmehr die Stadtverwaltung fragen, wie sie das bestehende Verbot durchzusetzen gedenke. Das sei höchstwahrscheinlich ziemlich schwierig, waren sich die Parteien einig. Für die Grünen ergänzte Maria Gerl-Plein, es könne sinnvoll sein, die Bevölkerung besser über das Verbot zu informieren.

Diesen Argumenten wollte sich auch Verbots-Antragsteller Falkenberg nicht verschließen und zog seinen Ursprungsantrag zurück. Stattdessen beschloss der Ortsrat einstimmig, die Stadtverwaltung zu einer Antwort aufzufordern, wie das Böllerverbot durchgesetzt werden könnte.

Straßen zugeparkt

Außerdem befasste sich der Ortsrat mit der Verkehrssituation in der Krugstraße und der Backhausstraße: In den engen Straßen im alten Ortskern wird häufig so eng geparkt, dass breitere Fahrzeuge nur schwer oder gar nicht durchkommen. Außerdem würden Einfahrten der Anwohner zugeparkt, landwirtschaftliche Zufahrten behindert und auf beiden Seiten geparkt. Die Halteverbote würden ignoriert mit der Begründung, man müsse nur mal eben kurz zum Kiosk, so die Beschwerde aller Parteien im Ortsrat. Ortsbürgermeisterin Sterr merkte an, die Stadtverwaltung habe die Halteverbotsschilder „an den falschen Stellen aufgestellt“.

Von Matthias Heinzel

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