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Göttingen Bombenentschärfung: 14700 Göttinger müssen evakuiert werden
Die Region Göttingen Bombenentschärfung: 14700 Göttinger müssen evakuiert werden
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08:23 09.10.2019
Der Fundort der Bombe am Schützenanger: Arbeiter graben Löcher für Pumpen, mit denen das Grundwasser abgesenkt werden soll. Quelle: Swen Pförtner
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Göttingen

Vier Tage vor der geplanten Bombenentschärfung am Göttinger Schützenanger sind die Vorbereitungen für die große Aktion voll angelaufen: Am Dienstag hat die Stadtverwaltung eine Liste der Straßen veröffentlicht, die am Sonnabend geräumt werden sollen. Sie umfasst 64 Straßenzüge. Damit ist die Zahl der betroffenen Anwohner in der West- und Nordstadt auf etwa 14700 gestiegen.

Unterdessen graben Bauarbeiter seit Dienstag um den Bereich, in dem eine scharfe Zehn-Zentner-Bombe (diese Zahl wurde korrigiert / Die Red.) aus dem Zweiten Weltkrieg vermutet wird, Löcher. Dort sollen Pumpen eingelassen werden, um den Grundwasserspiegel zu senken. Der Bereich muss trocken gelegt werden, hatten Mitglieder eines Krisenstabes der Stadt am Montag erklärt. Das sei Voraussetzung, um die vermutete Bombe am Sonnabend freizulegen und zu entschärfen. Der Schützenanger gesperrt. Die Straße ist mit Gitterzäunen gesichert. Schilder warnen vor Lebensgefahr und weisen auf eine „Kampfmittelräumung“ hin.

Die Baggerarbeiten im Video:

 

Vergangene Woche hatten Experten vom niedersächsischen Kampfmittelbeseitigungsdienst am Schützenanger ein verdächtiges Objekt geortet. Sie gehen davon aus, dass es sich um eine 500-Kilogramm-Bombe handelt. Am Dienstag teilten Stadt und Feuerwehr mit, dass die mutmaßliche Bombe am Sonnabend – wenn möglich – entschärft werden soll. Dafür soll das Umfeld im Radius von etwa 1000 Metern geräumt werden.

Für die evakuierten Anwohner werden Aufenthaltszentren eingerichtet: in der Geschwister-Scholl-Gesamtschule und in der Mensa des Uni-Klinikums. Auch der Bahnhof und die Bahnstrecke Hannover-Kassel werden gesperrt. Veranstaltungen im Sperrgebiet wurden zum Teil abgesagt. Ein geplantes Street-Food-Festival auf dem Schützenplatz wird auf den Sportpark am Sandweg verlegt. Weitere Informationen gibt es online auf den Tageblatt-Seiten und bei der Stadt Göttingen. Für Fragen der Bevölkerung ist täglich von 8 bis 16 Uhr eine Telefon-Hotline besetzt: 0551/7075100.

Die Liste der betroffenen Straßen und Adressen:

Folgende Straßen bzw. Bereiche von Straßen müssen am 12.10.19 evakuiert werden (1.000m-Radius um den Fundort Schützenanger):

Albrecht-von-Haller-Straße HNrn: 2, 4, 6

Am Güterverkehrszentrum HNrn: 2, 10 – 12

Annastraße HNrn: komplett

Arndtstraße HNrn: komplett

Asternweg HNrn: komplett

Bahnhofsallee HNrn: 1, 1b, 1c, 3, 5-7

Bahnhofsplatz HNrn: 1

Bebelstraße HNrn: komplett

Bergenstraße HNrn: 1 - 17 (ungerade)

Berliner Straße HNrn: 2, 4, 6, 6a, 6b, 8, 10, 12

Bertheaustraße HNrn: komplett

Beyerstraße HNrn: 25, 27, 28, 30, 32, 34, 36, 38, 40

Blumenbachstraße HNrn: komplett

Boieweg HNrn: komplett

Carl-Zeiss-Straße HNrn: komplett

Christophorusweg HNrn: 1; 2 – 12 (gerade)

Daimlerstraße HNrn: komplett

Emilienstraße HNrn: komplett

Fabrikweg HNrn: komplett

Friedrich-Naumann-Straße HNrn: komplett

Geschwister-Scholl-Straße HNrn: komplett

Godehardstraße HNrn: komplett

Goßlerstraße HNrn: 15 – 79 (ungerade); 16a – 70 (gerade)

Grätzelstraße HNrn: 1, 2, 4

Grüner Weg HNrn: 3, 3a, 5; 4 - 26

Güterbahnhofstraße HNrn: komplett

Hagenweg HNrn: komplett

Hannoversche Straße HNrn: 1, 41; 4 – 36 (gerade);

Heinrich-von-Stephan-Straße HNrn: komplett

Hildebrandstraße HNrn: komplett

Ilmenauer Weg HNrn: komplett

Im Rinschenrott HNrn: komplett

Jutta-Limbach-Straße HNrn: komplett

Karl-Marx-Straße HNrn: komplett

Kogelhof HNrn: komplett

Königsallee HNrn: 1 – 235 (ungerade); 2 – 224 (gerade)

Königsstieg HNrn: 83 – 117 (ungerade); 94 – 132 (gerade)

Kreuzbergring HNrn: 1 – 47 (ungerade); 2 – 40 (gerade)

Kurt-Huber-Weg HNrn: 3

Lichtenbergstraße HNrn: komplett

Liebrechtstraße HNrn: komplett

Margueritenweg HNrn: komplett

Maschmühlenweg HNrn: komplett

Narzissenweg HNrn: komplett

Naturfreundeweg HNrn: 1

Nelkenwinkel HNrn: komplett

Neuer Weg HNrn: komplett

Pfalz-Grona-Breite HNrn: komplett

Philipp-Reis-Straße HNrn: komplett

Platz der Göttinger Sieben HNrn: komplett

Rathenaustraße HNrn: 1, 3, 5, 7

Rosenwinkel HNrn: komplett

Rosmarinweg HNrn: komplett

Rudolf-Diesel-Straße HNr: 1

Schützenanger HNrn: komplett

Schützenplatz HNrn: komplett

Sichelschmiede HNrn: komplett

Söhlwiese HNrn: komplett

Stresemannstraße HNrn: 1 – 15 (ungerade); 2 – 16 (gerade)

Sültebecksbreite HNrn: komplett

Theodor-Heuss-Straße HNrn: 43, 47, 49, 51, 53; 50 – 66a (gerade)

Tulpenweg HNrn: komplett

Weender Landstraße HNrn: komplett

Weiße Rose HNrn: 2

Immer wieder werden bei Bauarbeiten Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt – auch in Göttingen. Das niedersächsische Landesamt für Geo-Information, dem auch die Kampfmittelbeseitigung angeschlossen ist, gibt Tipps, wie Bürger sich verhalten sollen, wenn sie eine Bombe oder Ähnliches vermuten.

Wie verhalte ich mich bei einem Fund?

Grundsätzlich gilt: Hände weg und sofort die Gemeinde, Polizei oder Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes informieren. Sicher stellen, dass sich keine Personen mehr im Gefahrenbereich aufhalten.

Was sind Kampfmittel?

Kampfmittel sind nach niedersächsischer Definition Munition und Munitionsteile militärischer Herkunft, die Explosivstoffe enthalten oder aus Explosionsstoffen bestehen, wie etwa Bomben, Granaten, Minen, Gewehrpatronen, Spreng- und Zündmittel. Auch Objekte, die Nebel-, Brand- Reiz- und Rauchstoffe enthalten, gehören dazu.

Bilder von der Fundstelle:

Seit Dienstag wird die Entschärfung einer Fünf-Zentner-Bombe am Göttinger Schützenanger vorbereitet.

Wer ist für die Beseitigung zuständig?

Bauherren und bauausführende Firmen müssen bei einem Verdacht die entsprechenden Stellen informieren. Beseitigt werden dürfen Kampfmittel ausschließlich von Kampfmittelräumfirmen. Sie werden vom Grundstückseigentümer, Bauherren oder der Gemeinde beauftragt.

Wer trägt die Kosten einer Bombenentschärfung?

Das Land trägt die Kosten für die systematische Auswertung von Luftbildaufnahmen über Bombenabwürfe und die Beseitigung von Kampfmittel einschließlich Bergung, Entschärfung oder Sprengung und Transports eines Kampfmittels.

Bombenentschärfungen erleben Göttinger wohl nicht so häufig wie Bewohner anderer Städte – doch hier hat sich eine der größten Tragödien zugetragen.

Das Land trägt hingegen nicht die Kosten für Vor- und Nebenarbeiten, insbesondere das Abräumen von Gegenständen oberhalb des Erdreichs. Diese trägt der Antragsteller. Er muss auch die Auswertung von Luftbildaufnahmen einzelner Baugrundstücke zahlen sowie weitergehende „Gefahrenerforschungsmaßnahmen“ wie Sondierungen.

Rundflug über das Evakuierungsgebiet

Von Ulrich Schubert und Claudia Bartels

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