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Göttingen Große Glocke für St. Albani in Göttingen endlich gelungen
Die Region Göttingen Große Glocke für St. Albani in Göttingen endlich gelungen
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16:00 29.12.2018
Beim 4. Versuch gelingt es den Spezialisten, die große Glocke aus Bronze sauber und fehlerfrei zu gießen. Quelle: R/Rudolf Stiens
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Göttingen

Im vierten Anlauf ist es endlich gelungen: Auch die neue große Glocke der St.-Albani-Kirche in Göttingen klingt jetzt so schön, wie sie soll. Dreimal war der aufwendige Bronzeguss fehlgeschlagen.

Seit fast zwei Jahren wartet die Gemeinde auf ihre vier neuen Glocken. Mehrfach schien alles gut zu gehen, aber immer wieder wurden ihre Mitglieder und Förderer enttäuscht. Die beiden größeren Glocken hatten nach dem ersten Guss einen zu tiefen Klang, nach dem Zweiten waren sie in ihrer Struktur fehlerhaft. Erst beim dritten Versuch war es der beauftragten Gießerei in Gescher gelungen, die zweitgrößte Glocke perfekt zu fertigen. Die größte brauchte vier Anläufe. Nur die beiden kleinen Glocken waren auf Anhieb geglückt.

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nach dem ersten Gussversuch wurden alle vier Glocken beim Kirchentag in Wittenberg präsentiert. Die beiden großen wurden anschließend eingeschmolzen und noch einmal neu gegossen. Quelle: R/Rudolf Stiens

 

„Wir sind alle überglücklich“, bestätigte am Freitag Marianne Mühlenberg, Schriftführerin vom Albani-Glockenverein. „Und erleichtert“, ergänzte Dieter Nehls, Pastor im Ruhestand und ebenfalls Mitglied des Vereins. Jahrelang hatte die Gemeinde Geld gesammelt, um die alten Glocken auszutauschen. Gespannt hatte sie dann im April 2017 auf das neue Geläut gewartet – aber vergeblich. Nur die beiden kleinen Glocken konnten tatsächlich in den Turm gehängt werden.

Wann auch die beiden Großen eingebaut werden ist noch offen. „Wahrscheinlich im Frühjahr, wir müssen auf frostsicheres Wetter warten“, erklärte Mühlenberg. Nur dann könne der Mörtel aushärten, mit dem die zurzeit provisorisch geschlossene Einbauluke abgedichtet werden muss.

Gemeinde sammelt 300000 Euro für neue Glocken

Seit Mitte 2013 hatte die Kirchengemeinde für das Großprojekt 300 000 Euro gesammelt. Auch die Katholiken der benachbarten Paulusgemeinde hatten sich beteiligt. Für die Glocken, die von der Gießerei „Petit & Gebr. Edelbrock“ aus Gescher im Münsterland hergestellt wurden, waren mit 150 000 Euro veranschlagt. Der Einbau und das neue Läutewerk kosten nach bisherigen Angaben weitere 150 000 Euro. Die Zusatzkosten durch die Fehlgüsse und Zeitverzögerung trägt nach Angaben des Vereins die Gießerei.

Die alten Glocken im St-Albani-Turm sind inzwischen ausgebaut. Quelle: Peter Heller

 

Die größte und tiefste der vier Bronzeglocken, die mehrere Jahrhunderte überdauern sollen, hat einen Durchmesser von gut 1,74 Metern, ist ohne Krone etwa 1,40 Meter hoch und wiegt gut 3,3 Tonnen. Der Glockensachverständige der Hannoverschen Landeskirche, Andreas Philipp, habe ihren Klang mit einem Kollegen aus Westfalen geprüft, so Mühlenberg. Ergebnis: „Die Glocke mit dem Schlagton b° ist diesmal gut gelungen.“

Eine Tonne Gewicht für Ton ’g’ 

Die beiden kleinen Glocken erzeugen die Schlagtöne g und es. Sie wiegen etwa eine Tonne beziehungsweise 1500 Kilogramm. Die zweitgrößte Glocke mit dem Schlagton c hat ein Gewicht von 2,3 Tonnen. Sie steht – ebenso wie die Große – noch in der Gießerei in Gescher „und wurde zu Prüfzwecken zusammen mit der neu gegossenen großen Glocke dort bereits angeschlagen“, sagte Mühlenberg.

Das Video vom Glocken-Guss:

Die alten Glocken aus Gussstahl hatten ihre Lebensdauer überschritten. Sie wurden bereits im September 2017 aus dem Turm gehoben. Die fehlerhaften neuen Glocken wollte die Gemeinde nicht annehmen. „Die Gussfehler stören nicht nur die Oberfläche, sondern beeinträchtigen auch die Haltbarkeit der Glocken“, hatte sie in einer Mitteilung erklärt. Zwischenzeitlich hatte ein Labor für Werkstofftechnik im Kempten die Expertise des Glockenexperten bestätigt. us

Von Ulrich Schubert

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