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Göttingen Brotmuseum in Ebergötzen: Grundschüler backen und belegen Brote
Die Region Göttingen Brotmuseum in Ebergötzen: Grundschüler backen und belegen Brote
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17:59 25.09.2013
Stulle auf die Hand: Schüler der dritten und vierten Klasse der Wilhelm-Busch-Schule Ebergötzen genießen das Resultat ihrer Arbeit. Quelle: EF
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Ebergötzen

„Meine Mama kommt aus Brasilien. Da isst man auch Brot zum Frühstück – aber nicht so eins wie hier. Dazu gibt es dann Eier und Salat“, erzählt Steffi. Auch Nina berichtet von Frühstücksgewohnheiten anderer Kulturen – ihre Familie stammt aus Kasachstan.

Paula mag am liebsten Käsebrot und Colin frühstückt gerne Getreideflocken. Heute sollen die Schüler selbst ein typisch deutsches Brot backen und verschiedene Aufstriche herstellen.

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„Anlass der Aktion ist der Tag des Deutschen Butterbrotes an diesem Freitag“, sagt Wilhelm Bruinjes, Leiter des Brotmuseums. „Wir wollen eine Lanze für das Butterbrot brechen und den Kindern zeigen, was für Alternativen es zu Wurst- und Käsebelag gibt.“

„Jetzt muss der Teig schlafen“

Dann geht es los. Die Kinder binden sich mitgebrachte Schürzen um und betreten die Backstube. Dort wartet bereits Annette Rieck. Die pädagogische Mitarbeiterin und gelernte Bäckerin fragt in die Runde. „Was braucht man alles, um ein Brot zu backen?“ „Teig“, ruft ein Kind.

Nachdem Rieck erklärt hat, woraus jeder Brotteig besteht – Mehl, Wasser und Salz – wird noch der Unterschied zwischen Hefe- und Sauerteig unter die Lupe genommen. Jetzt können die Grundschüler selbst loslegen: Jeder formt sein eigenes Brot. Kim macht einen Zopf, Colin einen Igel.

Andere Kinder lassen ihren Laib rund und verzieren ihn. „Jetzt muss der Teig schlafen“, sagt Rieck und deckt die Teiglaibe zu. Die Brote werden später im Holzofen gebacken. Für die Herstellung des eigenen Butterbrotes kommt Brot auf den Tisch, das bereits am Morgen gebackenen wurde.

„Gibt’s hier auch Salami?“

„Gibt’s hier auch Salami?“ will Colin wissen. Wurst gibt es nicht. „Wir haben verschiedene Aufstriche“, sagt Rieck. „Ich esse mein Brot am liebsten mit Butter und Salz. Aber ihr könnt auch etwas Besonderes probieren, wie Tomaten- oder Avokadobutter.“

Für Kinder, die es gerne süß mögen, gibt es Erdnussbutter und Banane oder Honig von Bienen aus dem Museumsgarten aufs Brot. Für Begeisterung sorgen die essbaren Blüten: „So schön bunt“, findet Kim. Für die Schüler ist klar: „Unsere Butterbrote sind super.“

Von Nina Winter

Rund ums Brot

1999 erklärte die Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft (CMA) den letzten Freitag im September zum Tag des Deutschen Butterbrotes.

Und das nicht aus Zufall: Denn 52 Kilogramm Brot und Backwaren wurden 2012 laut dem Bundesministerium für Ernährung im Schnitt in jedem Haushalt in Deutschland konsumiert. Verkauft wurden im vergangenen Jahr insgesamt 1 927 000 Tonnen Brot. Bio-Brot hatte einen Anteil von 81 900 Tonnen an der erworbenen Brotmenge.

Das beliebteste Brot der Deutschen ist das Roggenmischbrot mit einer Einkaufsmenge von 386 600 Tonnen pro Jahr. Am zweitliebsten greift man hierzulande zum Mehrkorn-/Körnerbrot (Einkaufsmenge 271 600 Tonnen).

Nach den Ergebnissen der Nationalen Verzehrstudie II essen Männer im Durchschnitt 178 Gramm Brot pro Tag und damit deutlich mehr als Frauen mit einem durchschnittlichen Brotverzehr von 133 Gramm pro Tag.