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Göttingen Bühnen-Idee bringt neuen Streit um Turnhalle
Die Region Göttingen Bühnen-Idee bringt neuen Streit um Turnhalle
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18:25 17.09.2009
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Gerhard Winter (CDU) hatte eingangs ein flammendes, aber wie so oft auch ausuferndes Plädoyer für den Plan seiner Fraktion gehalten. Zusammengefasst forderte er, die Turnhalle mit einer Bühne auszustatten, um aus ihr einen „kulturellen Mittelpunkt“ und ein „Schmuckstück“ zu machen. Einmal davon abgesehen, dass selbst der Einbau goldener Wasserhähne Letzteres nicht bewerkstelligen könnte, war das Ansinnen Winters nur konsequent. Immerhin hatten seine Christdemokraten jahrelang für eine Multifunktionshalle gekämpft, diesen Kampf letztlich aber verloren.

Doch selbst diesen kleinen Triumph wollten oder konnten ihm SPD und Grüne nicht gönnen. Sie mochten lieber „vernünftig“ sein, so wie SPD-Chef Jörg Kunkel betonte. Denn auch ohne Bühne gebe man genug für die Sanierung aus, die die Gemeinde voraussichtlich knapp 200 000 Euro kosten wird.

Die restlichen rund 400 000 Euro kommen aus dem Konjunkturprogramm der Bundesregierung. Mehr sei angesichts der angespannten Haushaltslage der Gemeinde „nicht drin“, so Kunkel. „Auch wir sehen nicht, wie wir das Geld aufbringen sollen“, pflichtete ihm Bettina Briesemeister (Grüne) bei.

Bühne für Anspruchsvolle

Das parteilich eindeutig aufgeteilte Meinungsbild aber bekam erste Risse, als sich Margret Münzel (SPD) meldete („Ich bin für den Bühnenanbau“) und sich auf die Seite der CDU schlug. Schließlich, so Münzel, lebten mittlerweile Leute in Rosdorf, „die nicht der Bauerngesellschaft entstammen, sondern auch Ansprüche haben“. Damit wollte sie wohl sagen, dass es immer mehr Kulturinteressierte gebe, handelte sich aber dennoch einiges Kopfschütteln einzelner Politiker ein.

CDU-Chef Jörg Winter aber rühmte den parteipolitischen Rollentausch Münzels und forderte allgemein mehr Mut an den Tag zu legen. „Wir sind zu hasenfüßig.“ Sören Steinberg (SPD) hingegen sah es eher als mutig an, „unpopuläre Entscheidungen zu treffen“. Das wiederum brachte erneut Gerhard Winter auf den Plan, der kurzerhand – ganz Philosoph – der CDU den positiven und der SPD den negativen Mut zusprach, was für heiteres Gelächter sorgte.

Es war daher wieder einmal an Volker Hempfing (SPD), dem munteren Treiben mit seiner berühmten Vollstreckermentalität ein Ende zu setzen. Es sei ja schon beinahe historisch, dass Münzel und Gerhard Winter einer Meinung seien, gab er süffisant zu bedenken. Dennoch sei der Bühnenanbau zu teuer für dieses „Schätzchen, das wir dummerweise sanieren“.

Dennoch: Über die neue Bühne für das Schätzchen wird noch einmal zu diskutieren sein: bei den Haushaltsberatungen am Ende des laufenden Jahres. Die CDU zog den Antrag schließlich zurück – wohl in der Hoffnung, dass Münzel bis dahin noch ein paar Parteikollegen überzeugt.

Von Andreas Fuhrmann

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