Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Bündnis gegen Biowärmezentrum
Die Region Göttingen Bündnis gegen Biowärmezentrum
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:40 14.01.2018
Göttinger Tageblatt Platzhalter Logo für online Quelle: gt
Anzeige
Göttingen

Im Rat der Stadt propagieren die SPD und die Grünen das Vorhaben als Meilenstein zur Senkung des CO2-Ausstoßes und damit zur Erreichung der Klimaschutzziele der Stadt. Errichtet werden soll das neuartige Kraftwerk am Maschmühlenweg, Kreuzung Hildebrandstraße. Die Kritiker befürchten, dass die Anlage Feinstaub und Luftschadstoffe, darunter das Seveso-Supergift Dioxin, ausstoßen könnte – und das mitten im Göttinger Stadtgebiet. „Durch die Verbrennung von Altholz und Restbeständen aus der holzverarbeitenden Industrie geraten mit den Abgasen unvermeidbar gesundheitsschädliche Stoffe und Partikel in die Atemluft“, zitiert das Bündnis Rolf Bertram, emeritierter Professor für physikalische Chemie. Aufgrund des unvollständigen Verbrennungsprozesses entstünden zwangsläufig “Feinstaubpartikel mit Größen im Nanometerbereich”, wird Prof. Christian Jooß, Experte für Nanomaterialien an der Universität Göttingen, zitiert. Bis heute existiere für kleinste Partikel mit einer Größe unter einem Mikrometer (= 0,000001 Meter) keine wirksame Filtertechnik. Partikel unter ein Mikrometer drängen tief in die menschliche Lunge ein und gelangten mit ihrer Giftfracht in den Blutkreislauf. Partikel unter 0,1 Mikrometer könnten zudem die Blut-Hirn-Schranke überwinden.

Ein besonderes Risiko, erklärt das Bündnis gegen Biowärmezentrum Göttingen, berge die Verwendung von behandeltem Altholz, das beispielsweise durch giftige Imprägnierstoffe, chlorierte Kohlenwasserstoffe oder Schwermetalle in Lacken belastet sein könne. “Damit”, teilt das Bündnis mit. “enthalten die Aschen hochgiftige Stoffe wie Schwermetalle, polyzyklische Aromaten bis hin zum Ultragift Dioxin. Auch das unbehandelte Waldholz aus dem Harz enthält hohe Konzentrationen von Blei, Cadmium und Nickel und die Holzasche das krebserregende Chromat.” Die Asche könne daher nicht dem Nährstoffkreislauf als Dünger zugeführt werden, sondern sei giftiger Sondermüll.

Der im Stadtrat gegen die Stimmen der CDU/FDP-Gruppe im März 2014 beschlossene Klimaschutzplan sieht vor, klimaschädliche Emissionen bis 2050 auf nahezu Null zu bringen. Mit dem geplanten Heizwerk soll durch den Einsatz eines Holzhackschnitzelkessels der Anteil erneuerbarer Energien in der Fernwärmeversorgung der Göttinger Innenstadt auf mehr als 50 Prozent gesteigert werden. Darüberhinaus soll dort eine Holzvergasungs- oder Pyrolyseanlage errichtet werden, die das Luxemburger Unternehmen Boson Energy für einen zweijährigen Testbetrieb installiert. Die Befürworter der Anlage gehen davon aus, dass durch den Einsatz unbelasteter Brennstoffe und durch den Einsatz entsprechender Filtertechnik keine Gefahren aus giftigen Emissionen oder Feinstaub entstehen.

Unter dem Thema “Recht auf saubere Luft – Kein Greenwashing-Projekt Biowärmezentrum in Göttingen” plant das Bündnis eine Info-Veranstaltung für Mittwoch, 24. Januar. Beginn im Zentralen Hörsaalgebäude ist um 19 Uhr.

Von Matthias Heinzel

Die Regisseurin Dorothee Wenner stellt im Apex in Göttingen die Webserie „Kinshasa Collection“ vor. Es geht um Mode in der afrikanischen Hauptstadt

02.01.2018
Göttingen Flüsse in Südniedersachsen - Hohe Pegelstände

Einige Pegelstände der Flüsse in der Region steigen. Erste Wege im Bereich der Weser wurden gesperrt.

14.01.2018
Göttingen Studie von UMG, AOK und BVA Jedes vierte Kind mit Sehschwäche

Bei der Schuleingangsuntersuchung werden bei landesweit etwa einem Viertel aller Kinder Sehschwächen gefunden. Augenärzte machen sich für eine frühkindliche Untersuchung stark. Eine derzeit laufende Studie soll die Daten liefern.

14.01.2018