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Göttingen Bürgeraktion gegen Herkulesstaude (Heracleum giganteum) in Göttingen
Die Region Göttingen Bürgeraktion gegen Herkulesstaude (Heracleum giganteum) in Göttingen
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00:27 18.04.2014
Von Katharina Klocke
Herkulesstaude: Der BUND wendet sich gegen Herbizideinsatz und fordert eine manuelle Bekämpfung. Quelle: Pförtner
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Göttingen

Zu bevorzugen sei aber eine „giftfreie und naturverträgliche Vorgehensweise“. Anfang April hatte der städtische Fachdienst für Grünpflege mitgeteilt, nach dem Vorbild des Leineverbandes künftig das Herbizid Garlon 4 einzusetzen, um die aus dem Kaukasus stammende Pflanze einzudämmen.

Die Herkulesstaude ist giftig: Sie enthält Furanocumarine, die in Kombination mit Sonnenlicht phototoxisch wirken.

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Berührungen in Verbindung mit Tageslicht können bei Menschen zu schmerzhaften Quaddeln und blasenbildenden, schwer heilenden Verbrennungserscheinungen führen. Zum Schutz der städtischen Mitarbeiter bei der Gewässerpflege sowie Menschen, die ihre Freizeit in der Natur verbringen möchten, will die Stadt die Stauden künftig gezielt vergiften. 

Das Kappen der Staude vor der Blüte, so praktiziert in den vergangenen Jahren, habe nur wenig gebracht. Das Herbizid werde mit einem speziellen Gerät auf die einzelnen Pflanzen getupft. Der Leineverband setzt das Gift seit vier Jahren ein und sieht Erfolge in einigen Bereichen.

Bürger sollen beteiligt werden

Das von der Stadt geplante Vergiften des Riesen-Bärenklaus wertet der BUND als Zeichen von „Ratlosigkeit“. Die Naturschützer fürchten eine Nachahmung durch Gartenbesitzer und Landwirte. Biotopschutz und -pflege bedeute einen Verzicht auf Herbizid-Einsatz.

Andere Kommunen hätten dies umgesetzt – und praktizierten eine „manuelle Beseitigung der Herkulesstaude“, die bei sachgerechter Handhabung zwar arbeits- und personalintensiv, aber auch wirksam sei. Der BUND regt an, die Göttinger Bürger an einer solchen Aktion zu beteiligen.

Die Kommune sollte nicht allein zuständig sein, die Verbreitung des Riesengewächses zu verhindern. Eine manuelle Beseitigung der Staude habe eine gute Chance, wenn es der Stadt gelinge, Kooperationen mit „möglichst weiten Teilen der Bevölkerung sowie Verbänden und Vereinen herzustellen“, erklärte Merkord.

Eine bürgerliche Biotop-Schutzaktion nach dem Vorbild der Kampagne „Frühjahrsputz XXL“ könnte laut BUND einen „Aufklärungs- und Schulungseffekt“ haben: „Das Vertrauen auf einen natürlichen Umgang mit der Natur wächst dadurch – gerade mit Blick auf Pflanzen, denen einfach nur mit Vorsicht zu begegnen ist.“