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Göttingen 100 gedeckte Tische auf dem Wochenmarktplatz
Die Region Göttingen 100 gedeckte Tische auf dem Wochenmarktplatz
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00:23 26.06.2019
Das Bürgerfrühstück auf dem Göttinger Wochenmarkt hat begonnen. Quelle: Niklas Richter
Göttingen

Für die neunte Auflage des Göttinger Bürgerfrühstück hatte die Bürgerstiftung am Sonntagvormittag 100 Tische auf dem Wochenmarktplatz eingedeckt. Pünktlich um 11 Uhr sind bei schönstem Sonnenschein die meisten Plätze besetzt. „Und alles läuft wie immer reibungslos“, strahlt Dirk Oelkers. Der Cheflogistiker war mit seinem Team zu diesem Zeitpunkt bereits fünf Stunden vor Ort.

Zur Begrüßung der Gäste scherzt Stiftungsvorstand Rüdiger Reyhn, er hoffe, dass das Wetter nicht zu gut sei. Wer zuvor einen Blick auf die Wettervorhersage geworfen hatte, sorgte mit einem Schirm dem Sonnenbrand vor. Das Open-Air-Frühstück habe für die Bürgerstiftung aus gleich drei Gründen eine besondere Bedeutung, so Reyhn. Es biete die Möglichkeit, in der Stadt Präsenz zu zeigen, die eigenen Projekte vorzustellen und natürlich Mittel für deren Finanzierung einzuwerben. Das funktioniert zum einen über die Tombola-Erlöse. Außerdem gehört es zum Konzept des Bürgerfrühstücks, dass für die Buchung eines Tisches für acht Personen 50 Euro fällig werden. Wer sich dann noch vor Ort verpflegen lässt, zahlt pro Frühstückskorb weitere fünf Euro.

9. Göttinger Bürgerfrühstück

Viele Gäste seit Jahren dabei

Das Geld fließt zu 100 Prozent in die Arbeit der Bürgerstiftung. Das ist möglich, weil alle etwa 60 Helfer ehrenamtlich mitarbeiten und der Inhalt der Körbe durch Sponsoren gefüllt wird. Mit was? Neben den Brötchen gibt es Margarine und Marmelade, sowie Käse und zweierlei Aufschnitt. „Außerdem liegt noch für jeden ein Apfel mit dabei“, sagt Oelkers, der sich das Thema gesunde Ernährung auch abseits des Bürgerfrühstücks auf die Fahne geschrieben hat. Für noch mehr fleischlosen Genuss hatte die Initiative Veggietag Göttingen an zwei Tischen ein kleines veganes Büffet aufgebaut.

Nach neun Jahren ist vieles beim Göttinger Bürgerfrühstück schon zur Tradition geworden. Nicht nur, dass viele Gäste und Ehrenamtliche bereits zum wiederholten Male dabei sind. Auch die Abläufe sind längst gut eingespielt. Niemand muss hier auf seinen Platz warten oder zu lange in der Schlange an der Kaffeetheke anstehen. Und wenn dann doch mal improvisiert werden muss, stehen Oelkers oder Andreas Schreck, Geschäftsführer der Göttinger Bürgerstiftung, schnell mit einer Lösung parat.

Kollektives Gesangserlebnis

Mal müssen spontan Helfer für die Tombola aus den Reihen der Gäste akquiriert werden, mal der Tisch einer älteren Besucherin inklusive Frühstück in den Schatten transportiert werden. Auch dass am frühen Morgen der Standort für die Essensausgabe spontan verlegt werden muss, weil Container im Weg stehen, ist keine unlösbare Aufgabe. Dank dem Technischen Hilfswerk kann auf die Schnelle eine 80 Meter lange Wasserleitung quer über den Platz verlegt werden.

So ist eben nicht alles nur Routine. Auch nicht das Programm auf der Bühne, das in diesem Jahr von Claudia Weitemeyer und Lars Wätzold moderiert wurde. „Wir versuchen, jedes Jahr eine andere Band zu gewinnen“, so Schreck. In diesem Jahr sorgte die Formation „An sich Jazz“ für die passende musikalische Begleitung. Auch als Weitemeyer und Wätzold plötzlich die Anwesenden zum gemeinsamen Ständchen für ihre Stadt auffordern. Das kollektive Gesangserlebnis zur Melodie des Beatles-Klassikers „Penny Lane“ ist zur Hälfte Liebeserklärung an die Stadt Göttingen, zur Hälfte humorige Abrechnung.

Offizielles Ende des Bürgerfrühstücks ist eigentlich um 14 Uhr. Es ging aber in der Vergangenheit auch schon mal länger. „Die Neigung vom Bürgerfrühstück nach Hause zu gehen, ist nicht bei allen Gästen groß“, weiß Schreck. Und für die Offiziellen ist ohnehin noch lange nicht Schluss. „Heute geht es vermutlich bis 18 Uhr und morgen früh kommen dann die letzten Aufräumarbeiten“, sagt Oelkers. Dann aber ist auch das neunte Bürgerfrühstück vorüber – „wie immer reibungslos.“

Die Bürgerstiftung Göttingen

Seit mehr als 20 Jahren kämpft die Bürgerstiftung Göttingen für mehr Chancen­gerechtig­keit von Kindern. Aktuell sind 120 Ehrenamtliche engagiert, Tendenz steigend, wie Geschäftsführer Andreas Schreck erklärt. Im Rahmen der Projekte „Zeit für ein Kind“ und „Zeit für Jugendliche“ geben Paten Hilfestellungen in der Schule, im Alltag und auf dem Weg in den Beruf. Außerdem setzt sich die Stiftung mit seiner Entdeckungsreise Essen“ für gesunde Ernährung ein. Durch gemeinsames Einkaufen und Kochen soll Kindern der Appetit auf frische und gesunde Speisen geweckt werden. Seit 2016 engagiert sich die Bürgerstiftung außerdem in der Betreuung von Geflüchteten. In Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek fördert sie außerdem die Lesekompetenz junger Menschen und unterstützt finanziell Jugendprojekte in den Bereichen Musik und Theater sowie Schülerbegegnungen. Das Engagement wurde Anfang Juni mit dem Deutschen Stifterpreis ausgezeichnet.

Von Markus Scharf

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