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Göttingen Bürgerinitiative kämpft gegen Raser in Esebeck
Die Region Göttingen Bürgerinitiative kämpft gegen Raser in Esebeck
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17:37 24.11.2017
Während einer Dorftour der SPD im Frühjahr demonstrierten Esebecker mit Parteimitgliedern für eine sichere Ortsdurchfahrt. Quelle: r
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Esebeck, Esebeck

Schon lange fordern Esebecker mehr Schutz gegen Raser auf ihrer Ortsdurchfahrt - bisher vergeblich. Jetzt hat sich eine Bürgerinitiative formiert. Sie kämpft für Tempo-30 auf der Hauptstraße und eine Ampel. Beides hat die Stadt Göttingen abgelehnt.

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Rufe nach Verkehrsberuhigung auf der Hauptstraße gibt es schon lange im Dorf. Als die Göttinger SPD während ihrer Besuchstour durch die Ortsteile im Frühjahr in Esebeck Station machte und sich auch über die Verkehrsprobleme informieren wollte, nutzten mehrere Bewohner die Gelegenheit: Mit Plakaten und Schildern demonstrieren sie für ihre Forderungen – gemeinsam mit den Sozialdemokraten.

Es folgte ein SPD-Ratsantrag für eine spürbare Verkehrsberuhigung auf der Straße „Über der Esebeeke“. Und vor drei Wochen legten Verkehrsplaner der Stadt im Mobilitätsausschuss des Rates ihre Ideen vor.

„Was das vorgeschlagen wird, bringt doch aber gar nichts, wir sind enttäuscht“, beklagt Kathrin Hölscher, Sprecherin der besorgten Esebecker. Damit sich mehr bewegt, hätten sich Gleichgesinnte inzwischen zu einer Bürgerinitiative zusammengeschlossen: mit etwa 20 Mitgliedern, darunter „viele Familien mit Kindern“. „Es muss wohl erst wieder etwas passieren, damit sich die Verantwortlichen nicht weiter hinter Messungen und Verordnungen verstecken“, so Hölscher.

Gemeint sind Messergebnisse, mit denen die Stadtverwaltung ihre Vorschläge begründet hat. Danach sollen Autos und Lkw mit einer zusätzlichen und zwei schmaler gesetzten Engstellen für Fußgänger an der Ortsdurchfahrt ausgebremste werden. Mehr sei nicht drin, hatten die Planer erklärt. Für eine Ampel und eine Beschränkung der erlaubten Höchstgeschwindigkeit auf 30 Stundenkilometer fehlten die Voraussetzung. Mit 5000 Fahrzeugen am Tag und nur wenigen Rasern bewege sich die Kreisstraße auf einem „vergleichsweise normalem“ Niveau. Auch das Unfallaufkommen sei „absolut unauffällig“.

Mehr als 70 Stundenkilometer im Dorf

Das könne die Bürgerinitiative nicht nachvollziehen, konterte Hölscher. Mindestens ein Kind sei bereits von einem Auto angefahren worden. Bei einer Messung mit der Polizei habe sich gezeigt, dass viele Autofahrer mit mindestens 70 Stundenkilometer durch den Ort fahren. Ihre Vermutung: Die Stadt habe die Geschwindigkeiten kurz hinter einer Bushaltestelle gemessen. Anfahrende Busse und folgende Fahrzeuge seien mit registriert worden und hätten so den Temposchnitt nach unten gezogen. Verstehen könne die Initiative auch nicht, warum Tempo-30 in anderen Dörfern wie Elliehausen möglich sei, in Esebeck aber nicht.

Als Bürgerinitiative wollen die Esebecker jetzt weiter kämpfen. Überlegt werde unter anderem, viele Autos am Straßenrand zu parken, um den Durchgangsverkehr auszubremsen.



Von Ulrich Schubert

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