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Göttingen Bundesjugendspiele – demütigend oder sinnvoll?
Die Region Göttingen Bundesjugendspiele – demütigend oder sinnvoll?
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11:27 30.06.2015
Bundesjugendspiele
Demütigend oder sinnvoll? Die Diskussion um Bundesjugendspiele hat begonnen. Quelle: DPA
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Göttingen/Duderstadt

In der Region gehen die Meinungen zu dem Vorstoß auseinander. Jörg Schnitzerling, Vorsitzender des ASC Göttingen, spricht sich für eine Beibehaltung der Spiele aus. In einer Gesellschaft, in der Bewegung immer weniger Raum einnehme, sei es gut, dass es solche Spiele oder auch das Sportabzeichen gebe. Eine Umstellung auf Freiwilligkeit würde wohl das Ende der Bundesjugendspiele bedeuten, meint Schnitzerling.

Auch Michael Brüggemann, Leiter am Göttinger Felix-Klein-Gymnasium, einer Partnerschule des Leistungssports, hält eine Abschaffung der Spiele für kontraproduktiv. Es gehe nicht darum, besonders gute oder schlechte Schüler herauszustellen, sondern Bewegung in den Alltag von Jugendlichen zu integrieren.

„Die Abschaffung der Bundesjugendspiele wäre zu kurz gedacht“, sagt auch Matthias Heim, Sportlehrer vom Eichsfeld-Gymnasium. Die Schüler müssten mit der Bewertung ihrer Stärke und Schwächen umgehen lernen. Es liege es an den Pädagogen, den Spaß an der Veranstaltung zu wecken und den Schülern bei Misserfolgen zur Seite zu stehen. Er kann sich jedoch eine Überarbeitung vorstellen. So könnten beispielsweise die besten Teilnehmer geehrt und der Rest gleich behandelt werden. Die Übergabe einer Teilnehmerurkunde – als eine Form der Demütigung kritisiert – entfiele dann.

Es gehe bei den Spielen nicht um die Zensur, sondern um den Spaß an der Teilnahme, sagt Stephan Albrecht, Sportlehrer an der St.-Ursula-Schule Duderstadt: „Wir machen da immer ein richtiges Fest draus“, sagt er.

Suse Stobbe, stellvertretende Vorsitzende des Stadtelternrates, findet es legitim, die Bundesjugendspiele kritisch zu hinterfragen: „Man darf sich die Frage stellen, ob Bundesjugendspiele in Zeiten der Inklusion noch zeitgemäß sind.“ Dabei gehe es ihr nicht um die Sportveranstaltung an sich, sondern um den Wettkampf-Gedanken und die Teilnahmepflicht. „Es geht nicht darum, den Sport abzuschaffen. Solche Kritik ist polemisch.“

Dieser Meinung ist auch Vorsitzender Claus-Peter Siebert, der im derzeitigen Urkundensystem die Gefahr von Hänseleien sieht. Zudem bestehe auch ein gesundheitliches Risiko, wenn sich Kinder unter Leistungsdruck zu stark verausgaben.

Von Jörn Barke, Jonas Rohde und Kay Weseloh

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