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Göttingen Bunte Blütenpracht zum Selberpflücken
Die Region Göttingen Bunte Blütenpracht zum Selberpflücken
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18:50 05.08.2011
Von Katharina Klocke
Blumen- und Kräuterexpertin in Settmarshausen: Christel Nolte.
Blumen- und Kräuterexpertin in Settmarshausen: Christel Nolte. Quelle: Heller
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Geismar/Settmarshausen

Von Juli bis Oktober können Besucher des Blumenfeldes von Andrea Magerhans an der Straße im Bruche im Göttinger Ortsteil Geismar in einem Blütenmeer wandeln. „Bei mir wächst zur Zeit alles, was es an Sommerblumen gibt“, sagt Magerhans, die mit ihrer Familie eine Vollerwerbslandwirtschaft betreibt. Seit 2000 bietet sie den Selbstpflückservice an.

Aussuchen, schneiden, Straußdicke messen und bezahlen: Das sind die Arbeitsgänge für Kunden auf den Blumenfeldern. Magerhans achtet darauf, dass immer etwas blüht – und dass Blumen, die bei ihr gepflückt werden, in der Vase auch möglichst lange überleben. Sorten, die sich nicht bewähren, sortiert sie aus. „Die Vanilleblume etwa hält keine zehn Stunden“, erklärt sie, warum das violette Heliotrop nicht mehr bei ihr zu finden ist. Die gegenteilige Erfahrung hat sie mit Godetien oder auch Atlasblumen gemacht. „Die sind sehr blühfreudig und halten lange in der Vase. Meine Kunden haben schon festgestellt, das sei eigentlich geschäftsschädigend für mich“, amüsiert sich die Blumenexpertin.

Zur Zeit gibt es auf ihrem Feld noch üppige Auswahl. Auch die bis in den Herbst blühenden Sonnenblumen und Gladiolen sowie Astern und Chrysanthemen sind bei ihr zu bekommen. Wer im Herbst einen Zier- oder sonstigen Kürbis kaufen möchte, ist bei Magerhans ebenfalls gut aufgehoben.

Schließlich, so sagt Christel Nolte, eine „angeheiratete Cousine“ der Geismaranerin, sei deren Fläche auch die schönste im ganzen Landkreis. Nolte sollte es wissen, ist sie doch selbst Inhaberin eines Blumenfeldes an einer kleinen Ausfallstraße von Settmarshausen in Richtung Olenhusen. Wie Magerhans setzt auch Nolte, Nebenerwerbslandwirtin und kaufmännische Angestellte, auf Vielfalt, „für schnelles Geld könnte man auch nur Gladiolen und Sonnenblumen pflanzen, dafür interessieren sich die meisten Kunden“. Die Populärgewächse bietet sie zwar auch an, daneben aber 21 weitere Blumenarten und 40 verschiedene Sorten. Darüberhinaus wächst auf dem Nolteschen Feld Gemüse, darunter Bohnen, Zucchini, Mangold und Rote Beete sowie einige Kräuter. Ein wenig beneidet sie ihre Verwandte um den Geismarer Boden, „unserer ist doch sehr steinig“.

Was dennoch bei ihr blüht und sprießt, hat sie an vier Aussaat- und Pflanzterminen („um über möglichst lange Blumen anbieten zu können“) in 400 Stunden reiner Handarbeit in den Boden gebracht. Allein 1600 Jungpflanzen pflanzte sie auf dem umgepflügten Acker und legte mehr als 2500 Gladiolen, „da wissen sie, was der Rücken sagt“. Zurzeit stehen Sommerrittersporn, Zinnien und Löwenmäulchen in voller Blüte. Besonders schön ist eine samtrote Sorte, mit denen Nolte ein ganzes Beet bepflanzt hat. Auch bei ihr sind schon Herbstblumen zu sehen, Astern allerdings nicht, „die wachsen auf meinem Boden einfach nicht“.

Im Landkreis gibt es weitere Blumenfelder: etwa bei Wöllmarshausen, Lödingsen und am Ortseingang von Reinhausen.