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Göttingen Burggeschichte in Kupferstichen und Skizzen
Die Region Göttingen Burggeschichte in Kupferstichen und Skizzen
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19:24 21.12.2010
Noch bewohnbar: die Burg „Plesse in Heßen“ bei Eddigehausen auf einem Kupferstich aus dem Jahr 1626.
Noch bewohnbar: die Burg „Plesse in Heßen“ bei Eddigehausen auf einem Kupferstich aus dem Jahr 1626. Quelle: EF
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Im Jahr 1015 übertrug der Paderborner Bischof Meinwerk der Domkirche eine „Plesse“ genannte Burg. Um 1150 siedelten hier die Herrn von Hoeckelheim und verbündeten sich mit der Landgrafschaft Hessen-Kassel. Als die Landgrafen 1571 ausstarben, fiel die Herrschaft an Hessen. Landgraf Moritz von Hessen lebte zeitweise auf der Burg, nachdem er 1624 wegen Bedrohung durch die katholischen Truppen aus seiner Residenz geflüchtet war, schreibt Ralf Busch in der Einleitung des Plesse-Buches.

Aus dieser Zeit stammen Stiche und Skizzen der Burg samt Türmen und Wohngebäuden, etwa von Wilhelm Dillich, dessen Kupferstich die Anhöhe oberhalb des Dorfes Eddigehausen nur spärlich bewaldet zeigt. Nach 1660 gab es keine Bewohner mehr, die Burg verfiel umso schneller, weil ihre Mauern als Steinbruch genutzt wurden.

Im 18. Jahrhundert mutierte die Burgruine zur romantischen Attraktion. Da die „im hessischen Ausland“ gelegene Plesse für Studenten ein beliebtes Ausflugsziel war, wurde sie zu einem der bevorzugten Motive der sogenannten Stammbuchkupfer, schreibt Brinkmann. Die Darstellungen dokumentieren den Grad des Verfalls. Schon 1713 auf dem Kupferstich eines unbekannten Künstlers fehlten Mauerteile. 1772 wäre – nach Wahrnehmung des Künstlers G. W. V. Maydell – keines der Gebäude bewohnbar gewesen. Brinkmann durchforstete auf der Suche nach Plessebildern die Bestände des Städtischen Museums sowie des Stadtarchivs Göttingen. Auch im Bovender Plessearchiv wurde er fündig. Die älteste Darstellung ist eine Zeichnung von Wilhelm Dilich um 1600. Die jüngsten Zeichnungen wurden 1925 von Anna Fehler angefertigt.

Das Buch „Ansichten der Burg Plesse“ ist zum Preis von 16,80 Euro in der GT-Geschäftsstelle, Jüdenstraße 13c, sowie im Buchhandel erhältlich. Wer einen Blick auf die Plesse von heute werfen will, kann unter hier eine auf die Burg Plesse gerichtete Webcam aufrufen.

Von Katharina Klocke