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Göttingen Bus zum Kehr in Göttingen: Fährt hier bald die Linie 63?
Die Region Göttingen Bus zum Kehr in Göttingen: Fährt hier bald die Linie 63?
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07:14 07.08.2019
Fährt der Elektrobus bald bis zum Kehr? Quelle: R
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Göttingen

Ist es möglich, den Kehr wieder an das Netz der Göttinger Verkehrsbetriebe (GöVB) anzuschließen? Obwohl sich viele Göttinger dafür stark machen, sprachen bisher gute Argumente dagegen. Jetzt macht die CDU-Ratsfraktion einen neuen Vorschlag.

Lange Zeit war das Göttinger Naherholungsgebiet rund um den Kehr fester Bestandteil des Busnetzes der GöVB. Noch auf dem Netzplan von 1998 wird die Ausflugslinie A aufgeführt, als Verbindung zwischen Bahnhof und Hainholzhof. Steigender Kostendruck und sinkende Fahrgastzahlen zwangen die Planer aber bald, das Netz zu straffen. Einige Buslinien verschwanden, darunter auch die Linie A.

Linie 73 übernimmt

In den Folgejahren strandete der geneigte Nutzer des öffentlichen Personennahverkehrs auf dem Weg in den Stadtwald an der Haltestelle in der Grete-Henry-Straße. Im Spätsommer 2016, wenige Wochen vor den Kommunalwahlen, brachte die SPD einen Prüfauftrag in den Rat ein. Die Verwaltung sollte zusammen mit der GöVB ermitteln, ob der Kehr nicht wieder ins Göttinger Busnetz einzufügen wäre – als Linie oder Bürgerbus.

Tatsächlich brachte in den Jahren 2017 und 2018 in den Sommermonaten die Linie 73 die Göttinger wieder an den Kehr. Doch das neuerlich Aus folgte Anfang März 2019. Die Verkehrsplaner der Stadtverwaltung führten gleich mehrere gute Argumente an: Nur noch wenige Göttinger nahmen das Angebot an – 17 an guten Tagen. Die steile Straße Vor dem Walde war nicht mehr in dem Zustand, dass schwere Busse auf ihr fahren sollten. Und die parkenden Autos machten das Wenden der Busse immer wieder unmöglich.

Gemeinsamer Ortstermin

Die Mitglieder des Umweltausschusses folgten mehrheitlich zähneknirschend der Argumentation. Um sich nur wenige Tage später zu einem Informationsgespräch am Kehr zu treffen. Im Beisein von Sven Wagner, dem Betreiber des Biergartens am Kehr, der von einer weiteren Attraktivitätssteigerung des Standorts und einer Unterschriftenaktion berichtete. Eingeladen hatte SPD-Fraktionsvorsitzenden Tom Wedrins. Allerdings scheiterte dessen Versuch, eine einvernehmliche Lösung herbeizuführen.

„Es erwies sich als schwer, interfraktionell einen Antrag zu formulieren“, sagte er gegenüber dem Tageblatt. Entsprechend fand er mit seinem neuerlichen Vorstoß im Fachausschuss keine Mehrheit für die „sofortigen Wiederaufnahme des Busangebotes zum Göttinger Ausflugs- und Naherholungsgebiet Am Kehr“. Der Ausschuss diskutierte stattdessen in seiner Sitzung im Mai die hohen Kosten für den Straßenausbau, den defizitären Betrieb der Strecke und eine mögliche Reglementierung des Autoverkehrs.

Bürgerbus-Idee ist zurück

Die SPD reagierte verschnupft mit einem Post auf Facebook: „Am Wetter liegt es nicht. Dieses Jahr leider kein Bus zur Kehr.“ Es sei völlig unverständlich, warum der Antrag keine Mehrheit gefunden habe. Es folgte die Sommerpause und die Gelegenheit für die CDU, das Thema mit einer eigenen Anfrage an die Verwaltung zu beleben. Wie schon 2016 fällt dort das Stichwort Bürgerbus. Doch nicht irgendeiner. CDU-Umwelt- und Mobilitätspolitikerin Katharina Schüle-Rennschuh hat die Linie 63 im Blick.

Kein Stadtbus zum Kehr - Umweltausschuss lehnt Wochenendbus zum Naherholungsgebiet ab. „Völlig unverständlich, dass...

Gepostet von SPD Ratsfraktion Göttingen am Sonntag, 2. Juni 2019

Die startet am Kaufpark und verbindet die Dörfer im Göttinger Westen mit der Stadt Dransfeld. Betrieben wird die Linie von einem Verein mit ehrenamtlichen Fahrern an fünf Tagen in der Woche. Am Wochenende steht das eigens für diesen Zweck angeschaffte Elektromobil still auf dem Betriebshof. Und genau dort setzt die CDU-Idee an: Warum nicht den Bus am Wochenende zum Kehr fahren lassen?

Inhaltlicher Konsenz

„Ein Betrieb der großen Linienbusse hoch zum Kehr ist aufgrund des schlechten Zustandes der Straßen leider nicht möglich. Das haben uns alle Experten bestätigt. Wenn es aber die Möglichkeit gäbe, mit einem kleineren Bus die Strecke zu befahren, müssen wir uns das genauer ansehen“, so Rennschuh. Man könnte sich die teure Instandsetzung der Straße und vielleicht sogar die Personalkosten sparen, wenn man die Idee des Bürgerbusses übernehmen würde.

Wedrins reagiert erstaunt: „Warum ist das Thema in den Gremien an der CDU gescheitert, wenn man doch augenscheinlich die selben Ziele verfolgt?“ So habe man leider ein Jahr verloren, kritisiert er das Vorgehen. Inhaltlich zeigt er sich ähnlich wie die übrigen Fraktionen offen für den jüngsten Vorstoß. „Wenn es möglich ist, warum nicht. Wir werden uns das Prüfungsergebnis ansehen und dann beraten“, so Grünen-Fraktionschef Rolf Becker. Auch die Piraten und Partei-Ratsgruppe begrüßt generell „Überlegungen, wie Busfahrten zum Kehr wieder ermöglicht werden können“. Felicitas Oldenburg (FDP) sieht es als dringende Aufgabe an, das touristische Kleinod für alle zu erschließen.

Fehlende Infrastruktur

Also wurde endlich die Lösung für den Kehr gefunden? Vermutlich nicht. Stephanie Gallinat-Mecke, Sprecherin der GöVB, dämpft derartige Hoffnungen ein wenig. Auf Tageblatt-Nachfrage erklärte sie, dass es zwar grundsätzlich möglich sei, einen Bürgerbus zu etablieren. Allerdings müssten dafür zunächst einmal ein Verein gegründet und entsprechend viele Fahrer gefunden werden. Die Erfahrungen zeigen, dass das nicht immer ganz einfach ist.

Noch schwieriger werde allerdings die Wahl des Fahrzeugs. Denn für den Betrieb des 63er-Elektrobusses fehle im Stadtwald bislang die Infrastruktur, so Gallinat-Mecke. Allerdings gibt es da einen Bebauungsplan, der den Bau von vier E-Ladestationen für Hybridbusse vorsieht – ausgerechnet in der Grete-Henry-Straße. Das allerdings sei eine komplett andere Technik als in dem kleinen E-Bürgerbus.

Das Thema bleibt den Göttingern erhalten und soll am 29. August im Umweltausschuss weiter beraten werden.

Von Markus Scharf

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