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Göttingen So werden Sie in fünf Monaten zum Busfahrer
Die Region Göttingen So werden Sie in fünf Monaten zum Busfahrer
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17:30 12.08.2019
Derzeit ist das Göttinger Busliniennetz lückenhaft. Die Verkehrsbetriebe bemühen sich um neues Personal. Quelle: Richter
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Göttingen

Busfahrer gesucht. Annoncen dieser Art finden sich immer häufiger, sowohl im Internet, als auch in gedruckten Publikationen. Da heißt es dann unter dem Punkt Voraussetzungen unter anderem: „Sie sind im Besitz des Busführerscheins und verfügen bereits über entsprechende Fahrpraxis“. Damit sind viele Kraftfahrer raus.

Nicht unbedingt, verdeutlicht Christine Gudd. Sie ist Sprecherin der Arbeitsagentur Göttingen und verweist auf eine Qualifizierung, die im April begonnen hat und demnächst, konkret am 30. August, ausläuft. Eine weitere soll folgen. Eine vergleichsweise rasche Qualifizierung zum Busfahrer ist möglich. Dazu sind die Arbeitsagentur und die Göttinger Verkehrsbetriebe (GöVB) eine Kooperation eingegangen.

Maßnahme „vielversprechend“

Läuft alles gut, werden die ersten neu geschulten Busfahrer in den kommenden Wochen für den Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Und das ist auch dringend nötig, denn bei den GöVB fallen seit Monaten Fahrten aus, weil erstens der Krankenstand im Unternehmen sehr hoch ist und zweitens Busfahrer fehlen. Gudd beurteilt die Qualifizierungsmaßnahme, die derzeit 15 Teilnehmer für ihr Berufsleben nutzen, als „vielversprechend“.

Noch decken die Bemühungen aber den Bedarf auf dem Markt nur in kleinen Teilen. Denn die Personalsituation ist nicht nur bei der GöVB, sondern in der gesamten Branche angespannt. Wenn auch nicht mit so spürbaren Auswirkungen wie in Göttingen. Denn hier ist das Busnetz wegen fehlender Fahrer noch immer nur eingeschränkt funktionsfähig. Nach Informationen aus dem Aufsichtsrat der GöVB fehlen allein in diesem Unternehmen etwa 60 Buslenker. Ein Fünftel der 250 Fahrer stehen auf der Krankenliste, etwa ein Zehntel dauerhaft. Als Ursache für die Krankheitswellen wird von allen Seiten immer wieder auch erhöhter Stress genannt.

„Quereinsteiger willkommen“

Ende Juni sprach GöVB-Sprecherin Stephanie Gallinat-Mecke gegenüber dem Tageblatt von der hohen Belastung für die Fahrer, die Anschlusszeiten trotz Baustellen und Sperrungen halten zu müssen. Zudem landet auch der Unmut der Fahrgäste bei ihnen, was den Berufsalltag nicht angenehmer macht. Dennoch versucht die Agentur für Arbeit derzeit Werbung für den Beruf des Busfahrers zu machen. Es handele sich um eine Tätigkeit mit sehr guten Beschäftigungsperspektiven in einer Branche, die Fachkräfte suche, heißt es in einer aktuellen Mitteilung.

Interessenten wird der Zugang so leicht wie möglich gemacht. Als Eingangsvoraussetzung ist lediglich der Autoführerschein (Klasse B) vorzuweisen. Die Kosten für die darüber hinaus benötigte Lenklizenz (Klasse D) kann die Arbeitsagentur übernehmen. In den Annoncen liest sich das so: „Auch Quereinsteiger sind willkommen. Gegebenenfalls kann der Führerschein Klasse D in Absprache mit der Agentur für Arbeit erworben werden. Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung.“

Auch Bewerberinnen gesucht

Maik Gronemann-Habenicht, Teamleiter im Arbeitgeber-Service, betont dabei, dass der Beruf des Busfahrers keine Männerdomäne bleiben muss: „Wir hoffen, dass sich auch Frauen melden, die das Bussteuer in die Hand nehmen möchten.“ Der Anteil der Busfahrerinnen insgesamt sei durchaus ausbaufähig, so der Fachmann.

Wer sich für das Weiterbildungsangebot interessiert, sollte sich direkt an den Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Göttingen unter Telefon 05 51 / 52 01 96 wenden. Hier können die individuellen Fördervoraussetzungen für die Teilnahme besprochen werden. Darüber hinaus ist Anfang September eine Informationsveranstaltung geplant, in der sich die GöVB als Arbeitgeber vorstellt und die möglichen Job-Perspektiven erläutert.

Schnelle Reaktion auf aktuellen Bedarf

Ähnliche Qualifizierungsmaßnahmen bietet die Arbeitsagentur Göttingen auch für andere Branchen und Bereiche an. „Wir können das grundsätzlich machen, wenn der Bedarf gegeben und auf Arbeitnehmerseite Interesse vorhanden ist“, erläutert Gudd. Sie verweist diesbezüglich auf einen ausgerichteten „Aktionstag Pflege“ in diesem Jahr, der das Interesse an Pflegeberufen wecken sollte. Eine vergleichbar schnelle Qualifizierung von Quereinsteigern wie bei Busfahrern sei in den Branchen Sanitär und Pflege, in denen händeringend Arbeitskräfte gesucht werden, aber nicht möglich. „Die Kraftfahrer bringen ja schon Fahrpraxis mit. Ein Ausbildung zum Installateur etwa, die dreieinhalb Jahre dauert, lässt sich innerhalb von drei Monaten durchziehen“, erklärt sie. Anders sei das bei Schweißern. Für diese Arbeit können sich Arbeitnehmer aus artverwandten Berufen sehr wohl in relativ kurzer Zeit qualifizieren lassen. „Wir schulen auch Erwachsene in Betrieben um, wenn es keine Auszubildenden gibt“, sagt die Sprecherin.

Von Ulrich Meinhard und Markus Scharf

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