Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen CDU-Landtagsfraktion auf Klausurtagung in Braunlage
Die Region Göttingen CDU-Landtagsfraktion auf Klausurtagung in Braunlage
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:16 25.04.2018
Informieren an der Sösetalsperre über die Braunlager Erklärung: Uwe Schünemann, Jens Nacke, Axel Miesner, Dirk Toepffer und Carola Schmidt (v. l.).
Informieren an der Sösetalsperre über die Braunlager Erklärung: Uwe Schünemann, Jens Nacke, Axel Miesner, Dirk Toepffer und Carola Schmidt (v. l.). Quelle: Michael Paetzold
Anzeige
Braunlage

Zwar sei inzwischen viel gegen das verstaubte Image im Westharz getan worden, aber dennoch müsse man die Region touristisch weiter aufwerten, meint die CDU: „Der Harz ist noch nicht über den Berg“, sagte Dirk Toepffer, Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion. „Wir im Landtag wollen für die Entwicklung bessere Rahmenbedingungen schaffen“, ergänzte der tourismuspolitische Sprecher der Fraktion, Axel Miesner, am Rande eines Besuchs der Sösetalsperre vermutlich sehr zur Freude der mitgereisten Geschäftsführerin des Harzer Tourismusverbandes Carola Schmidt. Die meisten CDU-Fraktionskollegen befanden sich da schon im Bauch des Bauwerks nahe Osterode und machten sich über die erste der neuen Talsperren im Harz kundig. Die Sösetalsperre wurde zwischen 1928 und 1931 als Hochwasserschutz und Trinkwasserspeicher errichtet.

Harz hat Potenzial

Dirk Toepffer bescheinigte dem Mittelgebirge großes Entwicklungspotenzial. „Die Bedeutung des Harzes wird unterschätzt, er ist mehr als nur Nationalpark.“

Touristenziel Brocken: CDU will das Thema Tourismus als eigenen Förderschwerpunkt für EU-Mittel setzen. Quelle: dpa

Mit der sogenannten Braunlager Erklärung, die man während der Klausurtagung erarbeitet hatte, will die CDU die Attraktivität des Westharzes im Wettbewerb der Tourismusregionen auch in Zukunft gewährleisten und verbessern. Dazu seien weiterhin große Anstrengungen des Landes Niedersachsen notwendig. „Dies gilt auch in der Strukturdebatte um handlungsfähige Kommunen. Die Kommunen des Westharzes mit besonderer touristischer Relevanz benötigen weitere Investitionen zur Entwicklung ihrer touristischen Infrastruktur“, stellt die Fraktion in dem Papier fest. „Wir müssen das Thema Tourismus als eigenen Förderschwerpunkt in der nächsten EU-Förderperiode ab 2020 setzen, um entsprechende Mittel zu generieren“, beschrieb Miesner den weiteren Kurs.

Infrastruktur und Mobilität

Die Attraktivität und Entwicklungspotenziale einer Urlaubsregion hängen entscheidend von einer guten Erreichbarkeit mit dem Pkw und der guten Erschließung mit öffentlichen Verkehrsverbindungen ab. So beziehen sich wesentliche Punkte der Braunlager Erklärung auf die verkehrliche Infrastruktur und Mobilität (Ortsumgehung Westharz, Hochstufung der B6 zur BAB 36 über die Stadtgrenzen Goslars hinaus, tarifliche Angebote für den Öffentlichen Personennahverkehr), die Nutzung zusätzlicher Entwicklungspotenziale des Westharzes („Wir bitten die Landesregierung, hierfür weitere Fördermöglichkeiten zu prüfen.“) und die Modernisierung der touristischen Infrastruktur. Das Land sei gefordert, alle Maßnahmen zu unterstützen, die auf die Stärkung der touristischen Entwicklung im Westharz abzielen.

Schwerpunkt Fachkräftegewinnung für den Tourismus

Dazu gehören für die CDU in einem ganzen Katalog von Maßnahmen auch Bemühungen, die Förderbedingungen in den Bereichen Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER), Europäische Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und die Gemeinschaftsaufgabe zur „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) zu erhalten. Maßnahmen zur Fachkräftesicherung und Bemühungen wie das „Integrationsprojekt Handwerkliche Ausbildung“ sowie die Qualifizierung von Langzeitarbeitslosen sollen in einem zusätzlichen Schwerpunkt Fachkräftegewinnung für den Tourismus gebündelt werden.

Zusammenarbeit vertiefen

Der Harz müsse stärker als Region verstanden werden, stellten Toepffer und Miesner fest und lobten die Zusammenarbeit der fünf Harzlandkreise in drei Bundesländern, die es mit einem gemeinsamen Ziel zu vertiefen gelte. „Wir sind überzeugt, dass der Lebens- und Wirtschaftsraum Harz nur mit den Partnern Sachsen-Anhalt und Thüringen nach vorne entwickelt werden kann.“

Stärkung des Westharzes

Grundsätzlich, so formuliert es die Erklärung, sei der CDU-Landtagsfraktion bewusst, dass die Stärkung des Tourismus im Westharz eingebettet sein muss in eine größere Gesamtstrategie. Es bedürfe gezielter Maßnahmen zur Stärkung des Westharzes als Wohn- und Arbeitsort sowie als Wissenschafts- und Wirtschaftsregion: „Wir streben eine Tourismus-Strategie für ganz Niedersachsen an, um es in den nächsten Jahren als bedeutendes Tourismusland weiterzuentwickeln.“

Von Michael Paetzold

Göttingen Themenabend in Göttingen - Sparen in der Gastronomie
25.04.2018
27.04.2018
24.04.2018