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Göttingen Bundesweites Mentorenprogramm „Balu und Du“
Die Region Göttingen Bundesweites Mentorenprogramm „Balu und Du“
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08:00 27.07.2019
„Balu“ Steffen Berke beim gemeinsamen Spielen mit seinem „Mogli“. Quelle: r
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Göttingen

 Kinder durch den Dschungel des Lebens begleiten – dieses Ziel hat sich der Christliche Verein Junger Menschen (CVJM) mit einer Aktion mit dem Namen „Balu und Du“ gesetzt. Dabei handelt es sich um ein bundesweites Mentorenprogramm, bei dem Grundschulkinder im außerschulischen Bereich gefördert werden. Mindestens ein Jahr lang übernehmen junge, engagierte Leute eine individuelle Patenschaft für ein Kind. Auch in Göttingen.

Steffen Berke ist ein solcher „Balu“. Der Student für Deutsch und Sport trifft sich einmal wöchentlich mit seinem Mogli. Zwischen ein und drei Stunden sehen sie sich. Die Zeit kann variieren, je nachdem, was auf dem „Plan“ des Gespanns steht. Denn die Freizeitgestaltung liegt ganz allein in der Hand des Duos. Seit April treffen sich Berke und sein Schützling regelmäßig. Sie verbindet die gemeinsame Leidenschaft für Fußball. Logisch, dass eine gewisse Zeit auf dem Trainingsplatz verbracht wird. „Zuerst war es ein bisschen schwierig. Mein Mogli ist ein Pflegekind, wohnt bei seinem Opa. Reden ist nicht immer einfach. Aber bei gewissen Aktionen blüht er richtig auf“, berichtet der Student.

Wanderung im Harz

Das Schönste, was die beiden bislang zusammen erlebt haben war eine Wanderung im Harz, die der elfjährige Junge sich gewünscht hatte. Freunde von Steffen Berke komplettierten die Gruppe und hatten unglaublich viel Spaß. „Mein Mogli durfte dann die Route bestimmen und hat die steilsten Schotterwege ausgesucht, die er finden konnte.“

Balu und Du Quelle: r

Gespielt wird auch häufig, wenn sie etwas gemeinsam unternehmen. „Bei Uno habe ich keine Chance gegen ihn“, sagt Berke und lacht dabei. Ein festes Ritual gibt es inzwischen auch zwischen dem Gespann: „Bei der Verabschiedung wird sich jetzt immer ein High five gegeben.“

Das Projekt wendet sich an Grundschulkinder, die aufgrund von sozialen oder wirtschaftlichen Lebensumständen nicht so unbeschwert wie ihre Altersgenossen aufwachsen können. „Es geht um Kinder, um die man sich Sorgen macht. Es kann alle betreffen. Es können materielle Nöte sein, aber auch Hochbegabung oder psychische Erkrankungen gehören dazu“, erläutert Annette Rehfus, die Koordinatorin des Projekts in Göttingen.

Um diese Kinder frühzeitig in das Präventionsprogramm eingliedern zu können, sind die Verantwortlichen auf Hilfe von Außen angewiesen. „Hinweise von Lehrern oder Erziehern über Kinder, die Hilfe benötigen, sind natürlich sehr wichtig“, bekräftigt Rehfus.

Anderes Format kennenlernen

Miteinander voneinander lernen, dabei geht es bei Balu und Du. Der 27-jährige Gregor Schipp ist ein weiterer Göttinger Balu. Durch einen Flyer, der in der Uni auslag, ist er auf das Projekt aufmerksam geworden. Schipp, der Deutsch und Philosophie auf Lehramt studiert, war sofort interessiert. „Ich hatte vorher schon Nachhilfe und Tutorien gegeben und wollte gern einmal ein anderes Format kennenlernen“, erzählt er von seinen Beweggründen. Besonders begeistert ihn wie „sich die Welt aus der Perspektive des Kindes darstellt.“

Sein kleiner Schützling ist erst acht Jahre alt und fiel in der Schule dadurch auf, dass er häufig sehr introvertiert war. „Sein Vater ist vor einem Jahr gestorben, und die Mutter ist mit ihm und seinen vier Geschwistern allein“, berichtet Schipp. Die beiden sind inzwischen zu einem richtigen Team zusammengewachsen. Fußball gehört ebenfalls zu einer der Lieblingsbeschäftigungen des kleinen Jungen, der aber mit seinem Balu auch sehr gern in die Stadtbibliothek geht und Monopoly spielt.

„Aus derartigen Verbindungen entstehen wirklich Freundschaften fürs Leben“, sagt Koordinatorin Rehfus abschließend.

107 Standorte bundesweit

Bei „Balu und Du“ handelt es sich um ein soziales Projekt des Christlichen Vereins Junger Menschen (CVJM), das im Jahr 2005 gestartet wurde. Insgesamt 107 Standorte gibt es inzwischen bundesweit, einen davon auch in Göttingen. Die pädagogische Grundidee, die hinter dem Mentorenprogramm steckt, ist, Patenschaften zwischen Grundschulkindern, deren erfolgreiches Aufwachsen durch schwierige Lebensumstände wie Armut, körperliche, geistige und psychische Herausforderungen, Migration, Flucht, Scheidung der Eltern order auch Mobbing gefährdet ist und jungen Erwachsenen zu initiieren und zu fördern. Quasi spielerisch eignen sich Kinder Wissen an. Die Kinder sind die Moglis, die von den Balus (junge Erwachsene zwischen 17 und 30 Jahren) einmal pro Woche zwischen ein und drei Stunden begleitet werden. In Göttingen gibt es derzeit 16 Gespanne. Das Angebot steht Jungen und Mädchen gleichermaßen offen. Das Programm wird pädagogisch eng betreut. Es gibt ein verbindliches Begleitseminar zweimal im Monat, darüber hinaus werden Tagebuchaufzeichnungen zu jedem Treffen erstellt. Studierend bekommen an der Uni Göttingen für ihre Mitarbeiter an dem Projekt sechs sogenannte Credit Points anerkannt, die es für die Erlangung von wertvollen Schlüsselkompetenzen im sozialen Bereich gibt.

Von Vicki Schwarze

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